Bildungsgewerkschaft GEW zu den Ergebnissen des Koalitionsausschusses

Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) begrüßt die Hilfen, die der Koalitionsausschuss für den Bildungsbereich beschlossen hat, um die Folgen der Corona-Pandemie besser zu bewältigen. „Das ist ein gutes Ergebnis für den Bildungsbereich. Mit diesen Maßnahmen sind viele Defizite, die in der Corona-Krise sichtbar geworden sind, zu beseitigen.

Der Teufel steckt jedoch im Detail. Der Beschluss zaubert die längst überfälligen Endgeräte für Lehrkräfte und Lernende sowie die bundesweite Bildungsplattform nicht von heute auf morgen in den Schulalltag“, sagte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Dienstag in Frankfurt a.M. Insbesondere die Entwicklung der Bildungsplattform sei technisch ein enorm anspruchsvolles Projekt, das zudem kein Einfallstor für Global Player wie Microsoft oder Apple in die Schulen werden dürfe. Tepe machte deutlich, dass die Hochschulen bei der digitalen Ausstattung unbedingt mit einbezogen werden müssten. Sie kündigte an, dass sich die Bildungsgewerkschaft dafür einsetzen werde, dass die Expertise der Fachleute aus Schule und Wissenschaft bei der Umsetzung einbezogen wird. „Jetzt rächt sich, dass die Länder die Einrichtung eines Nationalen Bildungsrates blockiert haben“, betonte die GEW-Vorsitzende.

Sie mahnte die Schulträger, das Corona-Sofortprogramm zu nutzen, um Klimaanlagen so umzurüsten, dass Kitas und Schulen auch im Herbst und Winter gut gelüftet werden können. Als positives Signal wertete Tepe, dass Beschäftigte bei der Krankheit von Kindern und der Pflege von Angehörigen zusätzliche Tage in Anspruch nehmen können. „Das schafft mehr Luft, wenn es wieder zu Kita- und Schulschließungen kommen muss“, sagte die GEW-Vorsitzende. Sie machte aber auch deutlich, dass die Entschädigung für erwerbstätige Eltern bei fehlender Kinderbetreuung auf 67 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens, maximal 2.016 Euro für einen Monat, gedeckelt worden sei.

Info: Der Koalitionsausschuss hat weitreichende Hilfen für den Bildungsbereich beschlossen, um die Folgen der Corona-Pandemie bewältigen zu können. So sollen die Lehrkräfte mit digitalen Endgeräten ausgestattet werden, dafür sind 500 Millionen Euro vorgesehen. Außerdem beschlossen ist der Aufbau einer bundesweiten Bildungsplattform, die einen geschützten und qualitätsgesicherten Raum für hochwertige digitale Lehrinhalte, Unterricht, Konferenzen und die Kommunikation sowie für Prüfungen und Prüfungsnachweise bilden soll.


26.8.2020
Ulf Rödde
GEW-Hauptvorstand
www.gew.de

 

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