GEW schlägt 100-Milliarden-Programm für die Bildung vor

Bildungsgewerkschaft zieht Bilanz: ein Jahr Ampelregierung

Mitteilung: GEW

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) schlägt ein 100-Milliarden-Euro-Programm für Investitionen in die Bildung vor. Dieses solle über ein Sondervermögen finanziert werden. Aus den Mitteln solle auch ein auf zehn Jahre angelegtes Sanierungsprogramm für Bildungsgebäude finanziert werden, allein für Schulbauten habe sich ein Investitionsstau von rund 45 Milliarden Euro gebildet. „Investitionen in Bildung sind Zukunftsinvestitionen, bei denen sich jeder Euro um ein Vielfaches rentiert. Die Bundesregierung ist mit großen Plänen für ein ‚Jahrzehnt der Bildungschancen‘ gestartet, auf diesem Weg aber bisher nur in Trippelschritten vorangekommen“, sagte GEW-Vorsitzende Maike Finnern am Mittwoch in Frankfurt a.M. mit Blick auf ein Jahr Ampelregierung. Das sei enttäuschend, auch wenn die Corona-Pandemie und der Angriff Russlands auf die Ukraine die Agenda der Koalitionäre stark belasten. Weiterlesen

Privatschulen: Nicht nur die Schulen, auch die Lehrkräfte brauchen mehr Geld

Mitteilung: GEW Bayern

Lehrkräfte an staatlich finanzierten Privatschulen verdienen meist deutlich weniger als ihre gleich qualifizierten Kolleginnen und Kollegen an den staatlichen Schulen. Wir fordern das Ende der Zwei-Klassen-Gesellschaft bei der Bezahlung der Lehrkräfte.

Am 7. Dezember 2022 wollen die Verbände der bayerischen Privatschulen mit 8.000 Schülerinnen und Schülern auf dem Königsplatz in München für eine höhere staatliche Förderung demonstrieren – vor allem wegen der höheren Energiekosten, die nicht einfach durch eine Erhöhung des Schulgeldes finanziert werden können. Die GEW Bayern sieht das auch so: Der Freistaat muss auch staatlich finanzierte Privatschulen in der gegenwärtigen Situation unterstützen, ebenso wie öffentliche Schulen. Weiterlesen

F-35-Kampfjets: IPPNW fordert Stopp der nuklearen Aufrüstung!

Friedensnobelpreisträger-Organisation kritisiert fehlende, demokratische Legitimation der F-35 und fordert sofortigen Kauf-Stopp // Offener Brief an Bundeskanzler Scholz

Mit Blick auf die gestrige Krisensitzung im Haushaltsausschuss, fordert die ärztliche Friedensorganisation IPPNW eine transparente Debatte über die Stationierung von Atomwaffen in Deutschland. Es habe nie eine demokratische Entscheidungsfindung oder eine gesetzliche Grundlage für die nukleare Teilhabe, in deren Rahmen die F-35-Kampfjets angeschafft werden, gegeben. Und das, obwohl das Bundesverfassungsgericht vorsieht, dass Entscheidungen in wesentlichen Fragen gesetzlich legitimiert werden müssen. Die Beschaffung der F-35-Kampfjets müsse deshalb gestoppt werden. Weiterlesen

GEW: „Bildung kann nicht warten!“

Bildungsgewerkschaft zur Aufnahme ukrainischer Kinder in den Schulen

Mit Blick auf die aktuellen Daten zur schulischen Integration geflüchteter Kinder und Jugendlicher aus der Ukraine fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Länder und Kommunen mit Nachdruck auf, die notwendigen Sofortprogramme auf den Weg zu bringen und Schulen deutlich besser auszustatten. Recherchen des Mediendienstes Integration zeigten ebenso wie aktuelle Lageberichte aus den Bundesländern, dass dringend personelle und räumliche Kapazitäten ausgebaut werden müssen, um das Recht auf Bildung in Deutschland zu garantieren. Weiterlesen

„Mangel festgeschrieben, Stillstand als Fortschritt verkauft“

Mitteilung: GEW

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) wirft der Bundesregierung mit Blick auf das Kita-Qualitätsgesetz „bildungspolitische Kurzsichtigkeit“ vor. Sie zeigte sich vom heutigen Beschluss des Bundestages enttäuscht. „Es ist ein Offenbarungseid, dass die selbsternannte ‚Fortschrittskoalition‘ hinter dem Bedarf für eine Qualitätssteigerung in der frühkindlichen Bildung in Höhe von fünf Milliarden Euro jährlich zurückbleibt, auf den sich die Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) 2017 verständigt hatte. Berücksichtigt man die Inflation, müssten die Investitionen bei rund sechs Milliarden Euro liegen. Das ist die Mindestsumme, die investiert werden müsste. Die Bundesregierung schreibt derweil den Mangel fest und verkauft den Stillstand als Fortschritt“, sagte Doreen Siebernik, GEW-Vorstandsmitglied für Jugendhilfe und Sozialarbeit, am Freitag in Frankfurt a.M. Sie machte aber auch deutlich, dass die Weiterentwicklung des „Gute-Kita Gesetz“ zum „Kita-Qualitätsentwicklungsgesetz“ sowie dessen Weiterfinanzierung grundsätzlich positiv sei. „Das ändert aber nichts daran, dass die Kürzung der Finanzmittel des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ) den Herausforderungen in der frühkindlichen Bildung diametral entgegensteht. Es ist nicht nachzuvollziehen, dass es nicht gelungen ist, die Bundesprogramme zur Fachkräfteoffensive, der (Weiter)Qualifizierung sowie der Sprachbildung und -förderung in Kooperation mit den Ländern und Kommunen umzusetzen und zu finanzieren.“

Die Regelung, das Bundesprogramm „Sprach-Kitas“ aus Mitteln des „Kita-Qualitätsentwicklungsgesetzes“ bis Mitte 2023 weiter zu finanzieren, sei das Ergebnis einer völlig misslungenen Entscheidung der Bundesregierung. „Bund und Länder fallen hinter die Beschlüsse der JFMK von 2018 zurück. Der Wettbewerb der Länder kennt im Moment nur Verlierer. Wir brauchen dringend einen kooperativen Föderalismus, denn die Kinder haben ein Recht auf eine gute Kindheit und guten Bildungs- und Spielangeboten in ihren Kitas. Die Fachkräfte benötigen verlässliche Lösungen, die Qualitätsstandards sichern und für alle Bundesländer gelten“, betonte Siebernik. Gleichzeitig müsse der Bund kurzfristig Lösungen für die frühkindliche Bildung anbieten und für Entlastung sorgen. „Dafür braucht es eine gute Strategie gepaart mit lösungsorientierten Stufenplänen. Die Beschäftigten werden im Augenblick verheizt, viele verlassen das Berufsfeld. Das verschärft den Fachkräftemangel. Die Bundesregierung hat die Verantwortung, mit den Gewerkschaften und Trägern einen Dialog zu initiieren und Konzepte zu entwickeln“, unterstrich die GEW-Expertin.


 2.12.2022
Ulf Rödde
Mitglied des Geschäftsführenden GEW-Vorstands
www.gew.de

 

Politische Bildung an Schulen stärken

GEW-Protest am Kultusministerium

Bericht: GEW Baden-Württemberg

Die GEW fordert, den Gemeinschaftskunde-Unterricht auszubauen. Gerade in Zeiten von Fake News sei es wichtig, allen Schüler*innen die Grundlagen zu geben, um die Gesellschaft mitgestalten zu können, betont GEW-Vize Ricarda Kaiser.

Eine Delegation der Bildungsgewerkschaft GEW übergab heute zusammen mit Schüler*innen Kultusstaatssekretärin Sandra Boser ein symbolisches „Haus der Bildung“, in dem die politische Bildung einen festen Platz erhalten soll. In einem Forderungskatalog macht die GEW Vorschläge zur Stärkung der Gesellschaftswissenschaften an Schulen. Weiterlesen

Die Zeit drängt längst mehr und mehr

6Projekt Achtsamkeit


Die Zeit drängt längst mehr und mehr

von Imago

An dieser Stelle hier möchte hier ich meine Reihe älterer Texte einmal unterbrechen, um mit zwei neuen Aufsätzen hier nun noch ein aktuelles Thema von höchster Wichtigkeit in aller Deutlichkeit zur Sprache zu bringen:

Schon einige Jahre zuvor habe ich im Magazin „Auswege“ einmal einen Aufsatz veröffentlicht, in dem ich darauf hinwies, dass es bereits damals schon in vielerlei Hinsicht (z. B. gerade in Sachen Klimakrise) dringend zu deutlichen Verbesserungen kommen muss, doch in all der daraufhin verstrichenen Zeit war so etwas längst nicht in genügendem Ausmaß zu beobachten. Ja schlimmer noch, denn z. b. durch die vom Ukrainekrieg hervorgerufene Energiekrise fand bzw. finden sogar wieder deutliche Rückschritte in dieser Angelegenheit statt. Die Regierung Merkel z. B. hatte bis zu ihrem Ende den Ausbau alternativer Energiegewinnung sogar regelrecht verhindert, unsere Abhängigkeit von russischem Gas zusammen mit vielen Industriebossen immer sogar noch zusätzlich zementiert.

Von einem zügigen Fortschritt in Sachen nachhaltiger und damit tatsächlich wirklichkeitsgerechter Regelung der vielen nun immer drängenderen Fragen unserer Zeit sind wir also meist noch immer weit, weit entfernt. Immer mehr Menschen, längst auch viele Normalbürger wissen zwar bereits, dass es somit für uns alle immer „enger“ werden wird, doch die Bereitschaft notwendige, aber leider auch unangenehme bzw. unbequeme Änderungen hinzunehmen wird – wann immer es geht – möglichst vermieden. Im Allgemeinen gilt dabei das Motto „wasch‘ mir den Pelz, aber mach‘ mich dabei nicht nass“. In den Vorstandsetagen der internationalen Konzerne und vor allem auch bei den Superreichen hat die größtmögliche Rendite offenbar noch immer den Vorrang und bei den großen Umwelttreffen der Politiker gibt man sich zwar gerne „staatsmännisch“, aber „hinten ‚raus“ kommen zumeist dennoch noch immer nur klägliche Ergebnisse und meist auch nur sehr fragwürdige Absichtserklärungen. Gerade den „großen Machern“ scheint also immer noch nicht richtig klar zu sein, dass es längst um das Schicksal unseres gesamten Lebensraumes geht, man feilscht stattdessen wie all die Zeit zuvor (nur eben noch härter) um möglichst viele Vorteile für die jeweils eigene Peer-Group zu erlangen oder aber zu sichern.

Das wird dann „realpolitischer“ oder auch „pragmatischer“ Umweltschutz genannt. Dass das in der Realität vorne und hinten längst nicht mehr ausreicht steht hingegen „auf einem anderen Blatt“ (vielleicht auf dem, welches ich hier gerade beschreibe? – Man möge mich, so man kann ja gerne eines Besseren belehren, aber für mich sieht das alles schon jetzt – gelinde gesagt – äußerst, äußerst bedenklich aus.)

Was ändert sich denn bislang z. B. in der Umweltpolitik? Es wird zwar immer wieder am kosmetischen Flickenteppich gewirkt, doch viele sehr wichtige Entscheidungen längst schon immer wieder nur vertagt oder nur sehr zögerlich in Angriff genommen. Aber „immerhin“ wird das jeweilige Spektakel ja zum Schluss von den Tagesthemen, den Heute-Nachrichten, Anne Will, Maybritt Illner … und deren meist ewig gleichen „handverlesenen Gästen“ dem Publikum in mundgerecht servierten Häppchen vorgekaut. Danach ist dann erst einmal wieder „alles okay“, denn die anstehenden Themen wurden ja schließlich „grundsätzlich gewissenhaft abgearbeitet“ und alle Beteiligten können dann wieder zur gewöhnlichen Tagesordnung übergehen – allerdings nur, bis es entweder wieder das gleiche oder aber ein anderes dringendes Problem auf die neue Tagesordnung schafft … Das gesamte System wird also weiterhin nur zu einem noch größeren Flickenteppich, weil man sich an die längst schon immer dringender notwendigen Veränderungen noch immer nicht wirklich entschlossen heranwagt.

„Ach – könnte das doch ewig so weitergehen“, dieser wohl von kaum jemand ausgesprochene und wohl auch kaum je vollständig bewusst gedachte Satz geistert dann also wieder einmal um die Welt, wetteifert dabei mit der längst schon für viele immer weiter zunehmenden Unerträglichkeit unserer Gesamtlebensumstände, bestimmt aber de facto offensichtlich dennoch immer wieder das Handeln unzähliger Menschen.

In gewisser Hinsicht werden in Sachen längst anstehender tatsächlicher Verbesserung innerhalb unserer Gesellschaft bis heute vor allem die „Frösche“ (insbesondere die großen Nutznießer des schon so lange bestehenden und längst immer weiter wachsenden Schlamassels) gefragt, ob, wo, wann und wie der Sumpf denn endlich trocken gelegt werden soll. Kein Wunder also …

Die Uhr aber tickt weiter, und läuft ab, ebenso wie unsere Chance auf ein noch rechtzeitiges gemeinsames achtsames Achtgeben und entsprechendes Handeln. Also mal sehen, wie lange die Zeit, unser aller Zeit uns dafür noch reicht! Wollen wir aber tatsächlich auch weiterhin immer wieder darauf wetten und weiter zocken, dass „das alles irgendwie doch schon noch gut gehen wird“, etwa so wie der „stets so gut gelaunte“ Thomas Gottschalk in „Wetten das …“, frei nach dem Motto „Top, die Wette gilt“?

Ich sage, bloßes Achtgeben (das in geradezu klassischer Manier allein dem persönlichen Vorteilsstreben und der persönlichen Sicherheit dient) ist im wahrsten Sinnes des Wortes blödsinnig und Menschen, die so handeln, gleichen den Tieren, die ja leider wirklich oft nur instinktiv handeln können. Das bloße Achtgeben gleicht dem blinden Zocken, bei dem uns der letztlich womöglich vollständige Verlust unserer Lebensqualität durch den ständigen Umweltfrevel schon jetzt ganz deutlich in unser Bilanzbuch geschrieben steht. Das achtsame Achtgeben in allen Lebensbereichen und Lebenslagen aber ist es, das den Menschen erst zum wirklich vollständigen Menschen macht und diese wichtige Botschaft sollte nun wirklich dringend endlich einmal weitere Verbreitung finden.

Damit es sich vielleicht doch noch rechtzeitig in aller Welt herumsprechen kann, was den wichtigen Unterschied zwischen der unter uns durchaus weitverbreiteten Intelligenz und der leider noch immer eher recht seltenen Klugheit ausmacht, möchte ich das nun auch hier in diesem Magazin hier zumindest einmal grob skizzieren:

Intelligenz befähigt befähigt den Menschen je nach Talent einfache oder aber auch sehr komplizierte Hilfsmittel zu ersinnen, herzustellen und zu gebrauchen, um dadurch für sich oder auch Andere einen Nutzen zu erlangen (als sozusagen „kleine Schwester der Klugheit“ läßt sich aber auch nutzen, um weitere Klugheit zu erlangen bzw. eben noch zu verfeinern!). Intelligenz wird heutzutage allerorts und vielfach eingesetzt, gerade auch, um bei der Lösung komplizierter Probleme zu lösen. Das reicht aber oft nicht aus.

Klugheit jedoch, die darauf aus ist, nicht nur das jeweilige Problem zu lösen, sondern auch das Ganze (wirklich das ganze davon betroffene Drumherum) dabei im Auge bzw. im Sinn zu behalten bedenkt auch all die mitunter sehr weitreichenden Folgen des geplanten Vorhabens; eine ihrer wohl hervorstechendsten Eigenschaften ist daher auch eine umfassende Verantwortungsbereitschaft die grundsätzlich mit ihr einhergeht. Hätte die Klugheit schon beizeiten mehr oder gar deutlich mehr Verbreitung unter uns gefunden und nicht immer wieder die oft so kurzsichtige Gier nach immer mehr Gewinn, so müssten wir uns sicherlich nicht mit einer solch‘ großen Anzahl von nun immer größer werdenden Problemen herumschlagen, wie es nun inzwischen leider immer häufiger der Fall ist.

Klugheit spielt aber auch bei vielen Auswahlverfahren in öffentlichen Ämtern eine Rolle, z. B. sowohl bei der Auswahl von Universitätsvorständen etc. wie auch bei der Wahl unserer Bundestagsabgeordneten. Viele Wähler wissen leider noch immer nicht zwischen der tatsächlichen Fachkompetenz und der Klugheit mancher Bewerber und dem bloßen Blendwerk zu unterscheiden, das ihnen von so manchen Möchtegernführungskräften vorgegaukelt wird.

Zum Schluss aber erinnere ich hier noch einmal daran: Die Uhr – sie tickt weiter, und – sie läuft immer weiter ab, ebenso wie auch unsere Chancen auf ein noch rechtzeitiges gemeinsames achtsames Achtgeben und entsprechendes Handeln. Wir werden sehen, ob die Zeit, unser aller Zeit, uns dafür noch reicht und ob wir diese Zeit dann auch wirklich klug genutzt haben!

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay


Alle Texte des Projektes Achtsamkeit


 

Wie gefährlich sind digitale Medien für die Demokratie?

Neue Übersichtsarbeit in Nature Human Behaviour fasst Studien weltweit zusammen

Bericht: Max-Planck-Institut für Bildungsforschung

Eine der umstrittensten Fragen unserer Zeit ist, ob die rasante, weltweite Verbreitung digitaler Medien mitverantwortlich für einen Rückgang der Demokratie ist. Während Diskussionen über die Risiken sozialer Medien in letzter Zeit ein großes Medienecho fanden, argumentieren Technologieunternehmen, dass deren Auswirkungen auf die Demokratie nicht eindeutig sind. Pauschal zu verteufeln sind digitale Medien sicherlich nicht. Allerdings können sie Polarisierung und Populismus – besonders in etablierten Demokratien – befeuern. Darauf weist eine Studie des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung, der Hertie School in Berlin und der University of Bristol hin. …weiter


Quelle: www.mpib-berlin.mpg.de
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

 

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