„Schluss mit Zeitverträgen und Dumpinglöhnen in der Forschung!“

Bildungsgewerkschaft GEW zur Bundestagsanhörung zum Wissenschaftsfreiheitsgesetzes

Der Bundestagsausschuss für Forschung, Technologie und Raumfahrt führt heute eine öffentliche Anhörung zur Novellierung des Wissenschaftsfreiheitsgesetzes durch, mit der die Besserstellung, also außertarifliche Bezahlung von Führungskräften an Forschungseinrichtungen erleichtert werden soll. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) plädiert dafür, zunächst die „Schlechterstellung“ vieler Forscherinnen und Forscher zu beenden. „In der außeruniversitären Forschung feiert das Befristungsunwesen fröhliche Urständ, Promovierende werden mit untertariflichen Gehältern abgespeist. Schluss mit Zeitverträgen und Dumpinglöhnen in der Forschung“, sagte Andreas Keller, GEW-Vorstandsmitglied Hochschule und Forschung und einer der fünf vom Bundestagsausschuss geladenen Sachverständigen. Weiterlesen

Ländergemeinsame Fachtagung setzt starke Impulse für die Qualifizierung von Schulleitungen

Bericht: Kultusministerkonferenz

Unter der Federführung des Landes Schleswig-Holstein kamen am 16.3.2026 in Berlin Vertreterinnen und Vertreter aus Bildungsministerien, Landesinstituten, Wissenschaft und Schulpraxis zu einer länderübergreifenden Fachtagung zur Qualifizierung von Schulleitungen zusammen.

Ziel der Veranstaltung war es, die Vernetzung der Akteure zu stärken und Kooperationen zur Umsetzung des 2024 beschlossenen Orientierungsrahmens für die Qualifizierung von Schulleitungen zu entwickeln bzw. zu festigen.

Die Tagung zeigte die große Bereitschaft der Länder, bei der Entwicklung von Qualifizierungsprogrammen noch enger zusammenzuarbeiten. Die Anforderungen an Schulleitungen sind in den vergangenen Jahren gewachsen. Die zunehmende Heterogenität der Schülerschaft, veränderte Erwartungen aus Familien, steigende psychische Belastungen in Schulen sowie die Herausforderungen durch Digitalisierung und Transformationsprozesse verlangen nach professionellen Führungskompetenzen. Weiterlesen

Wie Betriebsräte auf die Demokratie wirken

Bericht: Universität Trier

Arbeitnehmervertretungen wirken auf das Demokratieempfinden der Beschäftigten – sowohl innerhalb als auch außerhalb eines Unternehmens. Das zeigen Studien an der Universität Trier.

Im Frühjahr 2026 stehen wieder Betriebsratswahlen an. Die gewählte Vertretung der Beschäftigten übernimmt dann für die nächsten vier Jahre wieder die Verhandlung mit der jeweiligen Unternehmensführung in allen Belangen, die die Belegschaft betreffen.

Dass eine demokratisch gewählte Repräsentation den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern das Gefühl von Selbstwirksamkeit verleiht, ist naheliegend, aber nicht selbstverständlich, zumal wenn Betriebsräte ihre Aufgaben nicht ausreichend erfüllen. Weiterlesen

Psychotherapie in der Krise: Honorarkürzungen gefährden Ausbildung und Versorgung

Bericht: unith e. V. Universitäre Aus- und Weiterbildung für Psychotherapie

unith e.V. kritisiert die geplante Senkung der Honorare für Psychotherapeutinnen um 4,5 % ab dem 1. April 2026. Der Verband warnt, dass die Kürzung die ohnehin angespannte Versorgung psychisch erkrankter Menschen weiter verschärft und den Beruf abwertet. Auch angehende Psychotherapeutinnen sowie Aus- und Weiterbildungsteilnehmende seien durch steigende Lebenshaltungskosten zusätzlich belastet. Laut unith e.V. gefährdet die Maßnahme langfristig sowohl die Qualität der Ausbildung als auch die psychotherapeutische Versorgung. Der Verband fordert daher die sofortige Rücknahme der Honorarkürzungen und eine faire Vergütung.

Frankfurt am Main, 13.03.2026 – Ab dem 1. April 2026 werden die Honorare für Psychotherapeut*innen um 4,5% gesenkt – ein Schritt, der nach Ansicht von unith e.V., dem Verbund für Aus- und Weiterbildung in der Psychotherapie, die Versorgung psychisch kranker Menschen massiv gefährdet. Weiterlesen

DGB pocht auf einheitlichen Mindestlohn und lehnt Sonderregeln für Saisonarbeit ab

Mitteilung: DGB

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) erteilt Forderungen nach einer Absenkung des gesetzlichen Mindestlohns für Saisonarbeitskräfte eine klare Absage. DGB-Vorstandsmitglied Stefan Körzell sagte am Dienstag in Berlin: 

„Wir lehnen einen Mindestlohn zweiter Klasse kategorisch ab. Der gesetzliche Mindestlohn bildet eine flächendeckende Lohnuntergrenze, die ausnahmslos für alle Beschäftigten gelten muss. Der Mindestlohn sorgt dafür, dass Lohn-Dumping nicht länger zum Geschäftsmodell taugt und trägt so zu fairen, funktionierenden Wettbewerbsbedingungen bei. Dabei muss es bleiben. Weiterlesen

„Mehr Ressourcen für eine gute soziale Infrastruktur nötig!“

Bildungsgewerkschaft GEW zum Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung

Mitteilung: GEW

Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat mit Blick auf die Ergebnisse des Schulbarometers der Bosch Stiftung zur psychischen Belastung der Schülerinnen und Schüler angemahnt, die soziale Infrastruktur zu stärken. „Die Befunde sind besorgniserregend und zeigen einen riesigen Handlungsbedarf“, sagte Anja Bensinger-Stolze, GEW-Vorstandsmitglied Schule, am Mittwoch in Frankfurt a.M. „Die mentale Gesundheit der Kinder darf nicht von den finanziellen Ressourcen der Eltern abhängen. Die Versorgung mit (schul)psychologischen und therapeutischen Angeboten sowie die Schulsozialarbeit müssen dringend ausgebaut und verbessert werden. Gerade in der aktuellen gesellschaftlichen Lage mit Krisen, Kriegen und wachsender sozialer Ungleichheit sehen wir uns stattdessen mit Kürzungen bei der sozialen Infrastruktur konfrontiert. Das ist der falsche Weg und völlig inakzeptabel.“ So sei beispielsweise das Programm Mental Health Coaches an Schulen mit dem Bundeshaushalt 2026 gestrichen worden. In manchen Bundesländern – etwa in Hessen – würden Ressourcen an Schulen in Brennpunkten gestrichen. Zudem würden die Honorare für Therapeutinnen und Therapeuten zum 1. April 2026 gesenkt. Das verschlimmere die ohnehin schwierige Situation, einen Therapieplatz zu finden – gerade für gesetzlich Versicherte.

„Das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte an Schulen muss in der schulpolitischen Debatte einen höheren Stellenwert bekommen. In dieser dominieren aktuell Themen wie das Leistungsniveau der Schülerinnen und Schüler oder die datengestützte Schul- und Unterrichtsentwicklung. Die Daten des Schulbarometers sind ein Weckruf, sich intensiver mit dem Aspekt des Wohlbefindens und der psychischen Gesundheit zu befassen“, betonte die GEW-Schulexpertin. „Wir brauchen dringend eine zeitliche Entlastung der Lehrkräfte und eine adäquate Ausstattung der Schulen mit finanziellen und personellen Ressourcen sowie den Ausbau multiprofessioneller Teams, um die Schul- und Unterrichtsqualität zu verbessern. Lehrkräfte brauchen Zeit, um die pädagogische Beziehung zu pflegen und damit für ein größeres Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler zu sorgen. Wir müssen eine gute Schule mit guten Arbeits- und Lernbedingungen ins Zentrum rücken. Schulen müssen Raum für einen sicheren, gesunden und wertschätzenden Umgang der Lernenden bieten. Deshalb schlagen wir vor, das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte zum Indikator für die Schulqualität zu erheben, zum Beispiel im Startchancenprogramm.“

Zudem machte sich Bensinger-Stolze dafür stark, die Mitbestimmung der Schülerinnen und Schüler an der Schule zu verbessern: „Die Vertretungsgremien müssen ernst genommen und Partizipation, zum Beispiel durch Klassenräte, gestärkt werden. Wir begrüßen, dass Kinder und Jugendliche sich mehr Beteiligung an der Unterrichts- und Schulgestaltung wünschen. Partizipation und eine bessere Beteiligung sind wichtige Elemente für mehr Wohlbefinden und gelebte Demokratiebildung. Lehrkräfte sind häufig an curriculare Vorgaben, Prüfungsformate und Notengebungen gebunden, die nicht in der Schule, sondern auf höherer Ebene entschieden werden. Wir freuen uns sehr, dass Kinder und Jugendliche Mitbestimmungsthemen und Partizipation positiv sehen und diese dezidiert einfordern. Das stimmt zuversichtlich für die Zukunft!“

Info: Das erste Mal seit der Pandemie ist laut Deutschem Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung die psychische Belastung der Schülerinnen und Schüler wieder gestiegen. Jedes vierte Kind zeigt psychische Auffälligkeiten. 31 Prozent der Kinder aus Familien mit niedrigem Einkommen sind psychisch belastet.

43 Prozent der Schülerinnen und Schüler halten ihre Vertretungsgremien für wirkungslos. Eine deutliche Mehrheit von 64 bis 74 Prozent wünscht sich mehr Mitbestimmung in fast allen schulischen Bereichen, etwa bei Unterrichtsinhalten und den Bewertungskriterien von Noten.

Mental Health Coaches:
https://www.mental-health-coaches.de/#news

Kürzungen in Hessen:
https://www.gew-hessen.de/details/gew-fordert-stopp-der-bildungskuerzungen;
https://www.hessenschau.de/politik/landtag/vor-kommunalwahl-parteien-streiten-ueber-folgen-der-einschnitte-an-schulen-v1,sondersitzung-einsparungen-schulen-hessen-100.html)

Honorar-Kürzungen:
https://www1.wdr.de/nachrichten/therapieplatz-kassenpatient-psychotherapeut-honorar-kuerzung-100.html


18.3.2026
Ulf Rödde
GEW-Hauptvorstand
Vorstandsmitglied
www.gew.de

siehe auch: Robert-Boch-Stiftung: Deutsches Schulbarometer 2026

 

 

Deutsches Schulbarometer 2026

Psychische Belastung bei Kindern und Jugendlichen steigt erstmals nach Pandemie wieder an

Bericht: Robert Bosch Stiftung

  • Laut der aktuellen repräsentativen Studie der Robert Bosch Stiftung zeigt jedes vierte Kind in Deutschland psychische Auffälligkeiten. Besonders betroffen sind Kinder aus einkommensschwachen Familien.
  • Fehlende Mitbestimmung: Die große Mehrheit der Schüler:innen wünscht sich mehr Einfluss auf den Unterricht und fühlt sich bislang kaum gehört.
  • Alltagsproblem Mobbing: Ein Drittel der Jugendlichen erlebt regelmäßig Schikanen durch Mitschüler:innen.

Stuttgart/Berlin, 18.03.2026 – Die psychische Belastung von Kindern und Jugendlichen in Deutschland nimmt erstmals nach der Corona-Pandemie wieder zu. Das geht aus dem heute veröffentlichten Deutschen Schulbarometer der Robert Bosch Stiftung hervor. Laut der repräsentativen Studie fühlt sich ein Viertel der Schüler:innen psychisch belastet (2025: 25 Prozent, 2024: 21 Prozent). Für die aktuelle Ausgabe, die in Kooperation mit der Universität Leipzig entstand, wurden Schüler:innen und ihre Eltern befragt. … weiter


Quelle: www.bosch-stiftung.de

siehe auch: GEW: „Mehr Ressourcen für eine gute soziale Infrastruktur nötig!“

 

Viele Menschen sind an Weiterbildung interessiert – werden über Förderungen aber nicht gut informiert

Studie untersucht Einstellungen zum lebenslangen Lernen

Bericht: Hans-Böckler-Stiftung

Viele Menschen sind an Weiterbildung interessiert – werden über Förderungen aber nicht gut informiert

Lebenslanges Lernen wird immer wichtiger, wenn sich die Arbeitswelt rapide wandelt. Doch viele Menschen in Deutschland wissen nicht, was es an öffentlichen Weiterbildungsförderungen bereits gibt. So kennen rund zwei Drittel etwa die Bildungszeitgesetze der Länder nicht. Das ergibt eine neue von der Hans-Böckler-Stiftung geförderte Studie von Erziehungswissenschaftler*innen der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen.

Im Forschungsprojekt „Einstellungen zum Lebenslangen Lernen in der Bevölkerung“ (EIBE) führte das JLU-Forschungsteam unter Leitung von Prof. Dr. Bernd Käpplinger in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut Verian eine Befragung unter 3122 Menschen zwischen 18 und 67 Jahren in Deutschland durch. Die Befragten wurden aus einem etablierten Panel zufällig ausgewählt. Ihnen wurden u.a. verschiedene Situationsbeschreibungen („Vignetten“) vorgelegt, um realistisch zu ermitteln, für welche Weiterbildungen sie sich interessieren würden oder nicht. Weiterlesen

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