Unterrichtsmaterial: Friedliche Revolution in der DDR – Der Umbruch und die Umwelt

Kurzrezension von Günther Schmidt-Falck

So wird die Reihe „Umwelt im Unterricht“ des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) zum Thema Umweltschäden in der DDR und Umweltsituation nach 1989 präsentiert:

Smog, vergiftete Flüsse und wilde Mülldeponien: Die schweren Umweltschäden in der DDR waren Ende der 1980er-Jahre vielerorts nicht zu übersehen. Doch Umweltdaten hielt die Regierung geheim. Erst während der friedlichen Revolution wurde das Ausmaß der Belastung bekannt. Welche Rolle spielten Umweltthemen in der DDR? Wie entwickelte sich die Umweltsituation nach der friedlichen Revolution von 1989?

Das Thema wurde schon mal im September 2011 herausgegeben, im September 2019 wurde es vollständig überarbeitet.

Das Unterrichtsmaterial im einzelnen:

1) Im Hintergrundartikel geht es um die Umweltpolitik in der DDR
„Umweltschutz hatte in der DDR formal einen hohen Stellenwert. Aber vielerorts gab es dramatische Umweltschäden.“ Der sehr informative Text ist verständlich geschrieben und auch für die Sek I, ab 9. Klasase HS und MS geeignet.

2) Es gibt zwei ausgearbeitete Unterrichtsvorschläge.

Sekundarstufe: Fotos zur Umweltsituation in der DDR (downloadbar über die rechte Maus im Browser mit dem Befehl „Grafik speichern unter“), ausgearbeitete verständliche Fragen in der Erarbeitungsphase inkl. einem umfangreichen Textmaterial (downloadbare Textdatei). Auch ein Link zu einem Umweltfilm von Spiegel Online (über „Bitterfeld“) ist vorhanden. Da der U-Ablauf detailliert beschrieben ist, hält sich die Vorbereitungszeit in Grenzen.

Grundschule: Die S werden zunächst wie in der Sek mit Fotos zur Umweltsituation in der DDR konfrontiert. Für die Verwendung des U-Materials wird folgende grundsätzliche Empfehlung gegeben: „Die Unterrichtseinheit sollte mit einer tiefergehenden Beschäftigung mit der deutschen Teilung und dem Leben in der DDR verbunden werden. Entsprechende Materialien sind in den Erweiterungsvorschlägen aufgeführt.“
Zur Erarbeitung wird eine „Tabelle mit Aussagen zum Umweltschutz und Beispiellösungen“ angeboten. Meiner M. nach setzt der Inhalt zu hoch an. Ob GrundschülerInnen die Situation im Umweltbereich in der BRD und in der DDR in einer Gegenüberstellung über das Niveau einer Schlagzeile hinaus beurteilen können, lasse ich mal offen. Wenn ja, dann wäre viel Vorarbeit nötig. Die beigelegte Textarbeit soll wohl dazu verwendet werden. Ob das Material dazu ausreicht, hängt dann auch von der Individuallage der Klasse ab.
Vielleicht kann die GS-Lehrkraft wenigstens einige Punkte vom GS-Erarbeitungsmaterial herausnehmen und im Unterricht behandeln. Es wäre alternativ sicher auch sinnvoll, das Leben in der DDR bei dieser Gelegenheit genauer zu erarbeiten.

Fazit: Bis auf das Material für die Grundschule ist der gesamte Unterrichtsvorschlag sinnvoll und gut zu verwenden. Die Stundenabläufe sind praxistauglich beschrieben. Das Material ist ohne große individuelle Anpassung an die Klassensituation verwendbar. Insgesamt trotz Schwächen empfehlenswert.


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