Bildungsgewerkschaft GEW zur Bundestagsdebatte zum Thema „Innovation, Bildung und Digitalisierung“

Bericht: GEW

Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) macht sich mit Blick auf die Bundestagsdebatte am Donnerstag dafür stark, den Digitalpakt zu erweitern und zu verstetigen.

„Mit dem Digitalpakt hat die Bundesregierung einen späten, aber großen Schritt in die richtige Richtung gemacht”, sagte GEW-Vorstandsmitglied und Bildungsfinanzierungsexperte Ansgar Klinger, am Donnerstag mit Blick auf die Bundestagsdebatte zum Thema „Innovation, Bildung und Digitalisierung“. „Jetzt geht es darum, den Digitalpakt zu erweitern und zu verstetigen”, ergänzte GEW-Vorstandsmitglied und Schulexpertin Ilka Hoffmann.

Das Bildungssystem in Deutschland zu digitalisieren brauche Zeit und Personal, erklärte Klinger. „Insbesondere die Schulträger brauchen Unterstützung. Allein für die Verwaltung der Endgeräte der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrkräfte werden bundesweit mindestens 19.000 Administratorinnen und Administratoren gebraucht”, rechnete Klinger vor. „Die Schulen benötigen zudem dringend passgenaue Fortbildungen“, fügte Hoffmann hinzu. „Gute pädagogische Konzepte für die digitale Welt benötigen eine sinnvolle Verschränkung analoger und digitaler Lernangebote. Dies macht neue, offene und kooperative Unterrichtsformen notwendig – die müssen erlernt und erprobt werden”, so Hoffmann.

Der Digitalpakt Schule sei dafür jedoch zu knapp bemessen und zu kurzfristig angelegt. Die GEW mache sich daher für eine Erweiterung und eine dauerhafte Verstetigung des Digitalpaktes stark. „Will man unsere Bildungseinrichtungen genauso wie unsere Gesellschaft zukunftsfähig gestalten, dann darf es nicht bei Sonntagsreden über Bildung bleiben. Wir brauchen verlässliche und krisenfeste Strukturen”, sagte Hoffmann. Klinger forderte: „Damit der Digitalpakt kein Strohfeuer bleibt, muss er dauerhaft bestehen bleiben, damit das notwendige zusätzliche Personal langfristig beschäftigt werden kann. Er sprach sich zudem für eine Erweiterung aus: „Auch unsere Volkshochschulen als Orte der Erwachsenenbildung gehören wie auch die Musikschulen zur kommunalen Bildungsinfrastruktur.” Der Digitalpakt jedoch grenze diese bislang aus, da er nur auf allgemein- und berufsbildende Schulen fokussiert worden sei.

Info: Der Deutsche Bundestag debattiert und entscheidet heute voraussichtlich ab 12.30 Uhr über verschiedene Anträge zum Thema „Innovation, Bildung und Digitalisierung”. Ilka Hoffmann und Ansgar Klinger sind Mitglieder des Geschäftsführenden Vorstandes der GEW und verantwortlich für das GEW-Bundesforum „Bildung in der digitalen Welt”.


17.9.2020
Ulf Rödde
GEW-Hauptvorstand
www.gew.de

 

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