Bundestagswahl 2021: Die Schul- und Bildungsdigitalisierung und ihre leeren politischen Signifikanten

Wovon in puncto Digitalisierung die Parteien schweigen, darüber muss der, wer eine echte Wahl haben will, reden!

von Bernd Schoepe

„Alle Veränderungen sind nur Änderungen des Themas.“
César Aira, argentinischer Schriftsteller, Compleaños, 2001

Es gehört zu den Eigenarten des nun schon seit über einem Jahr andauernden, bereits an sich höchst eigenartigen Interregnums des Corona-Narrativs, dass es dieses Thema – wie kein anderes je zuvor – vermocht hat, die öffentliche Debatte und mediale Wahrnehmung fast restlos in Beschlag zu nehmen.

In einer vorher noch nicht dagewesenen Weise wurde das Feld öffentlicher Aufmerksamkeit auf SARS-CoV-2 und die pandemischen Folgen fokussiert, ja diesbezüglich dergestalt okkupiert, dass seitdem in seinem Windschatten kein anderes Themenpflänzlein mehr gedeihen kann. So als gäbe es kein gesellschaftliches Morgen mehr, sondern nur noch den Kampf aller (?!) gegen den Tod in Form eines unsichtbaren und offenbar besonders heimtückischen Virus, wurden alle anderen globalen Probleme unter der nicht abreißenden Lawine der Inzidenzzahlen von auf SARS-CoV-2 positiv Getesteter, in der medialen Arena begraben. … weiter


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Fachtag „Bildung in der digitalen Welt“ am 24. April

Die GEW Bayern lädt zum Online-Fachtag  am 24.4.2021 ein!

  • Vorträge, Workshops, Diskussion 
  • 13.30 – 17.30 Uhr

Die Digitalisierung verändert alle Bereiche unserer Gesellschaft. Neben positiven Effekten gibt es viele Probleme und fragwürdige Entwicklungen. So hat die Corona-Pandemie gezeigt, dass Dank digitaler Technik, soweit sie denn vorhanden und funktionsfähig war, im Homeoffice Arbeiten und Unterrichten auch über die Distanz möglich waren. Gleichzeitig traten aber auch alte und neue Spannungsfelder wie soziale Ungleichheit oder Arbeitsüberlastung verstärkt zu Tage.

Aus GEWerkschaftlicher Sicht gilt es, die Digitalisierung kritisch zu begleiten und aktiv zu beeinflussen. Von allen Institutionen, von der KiTa bis zur Erwachsenenbildung, wird erwartet, dass sie die Menschen fit machen für die digitale Welt. Doch welche Bildung ist damit gemeint und welche ist aus GEWerkschaftlicher Sicht notwendig? Wie können wir auf die Gestaltung von Lern- und Arbeitsbedingungen im Bildungsbereich Einfluss nehmen?

Die GEW Bayern bietet am 24. April 2021 von 13.30 Uhr bis 17.30 Uhr einen Online-Fachtag zum Thema „Bildung in der digitalen Welt“ an und begrüßt all diejenigen, die einen kritischen Blick auf die Digitalisierung werfen möchten. Neben dem Hauptvortrag von Fred Schell „Welche Bildung erfordert die digitale Transformation?“ laden über zehn Workshops von je 60 Minuten zum Mitdiskutieren ein. Weiterlesen

Zehn Thesen zur Digitalisierung der Schulen

von Bernd Schoepe

1. Es gibt keine validen wissenschaftlichen Aussagen darüber, dass digitalisierte Lehr-und Lernmethoden in der Schule zu einer Verbesserung der Lernleistungen der Schülerinnen und Schüler führen. Selbst der OECD-Koordinator für die PISA-Bildung, Prof. Dr. Andreas Schleicher, befand 2019, ausgerechnet im Zusammenhang mit der Einführung des „Digitalpaktes“ von Bund und Ländern: „Technologie in unseren Schulen schadet mehr, als sie nützt.“

Eine neuere OECD-Studie kommt stattdessen zu dem Ergebnis (1), dass – wie schon die umfangreichen Hattie-Studien gezeigt haben – die Lehrerpersönlichkeit die wichtigste Einflussgröße zur erfolgreichen, Bildung ermöglichenden Lernmotivation der Schülerinnen und Schüler darstellt.
1) Frankfurter Allgemeine Zeitung, Sozial Schwache nutzen Computer eher zum Spielen, 15.09.2015.
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Das ist die erste These. Hier geht es weiter mit den Thesen 2 bis 10

 

Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 15: „Ich traue beiden nicht…“

 

Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 15

„Ich traue beiden nicht … „

Wegen der Pandemie fand die Einführungswoche der Universität für die neuen Studierenden weitgehend virtuell statt. Dennoch sah man vereinzelt kleine Grüppchen durch die Stadt ziehen. Vor ein paar Tagen stand eine Gruppe von sogenannten „Erstis“ um die „Schwätzer“ herum. Eine ältere Studentin, die als Mentorin fungierte, erzählte etwas über den Seltersweg und die Geschichte der Bronzeskulptur. Neun der zehn jungen Leute waren mit ihren Smartphones beschäftigt, stellten sich in Pose und machten Selfies. Ich fragte mich, warum sich die Mentorin das gefallen ließ und die Veranstaltung nicht abbrach oder sich den Gebrauch der Handys während der Veranstaltung verbat.

So stand sie da wie eine Predigerin in der digitalen Wüste – auf verlorenem Posten. Inzwischen scheinen die Lehrenden angesichts der Omnipräsenz dieser Geräte kapituliert und sich damit abgefunden zu haben, die Aufmerksamkeit mit ihnen zu teilen oder sich mit den Brosamen zu begnügen, die vom digitalen Tisch fallen. … weiter

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Alle bisherigen Texte von Götz Eisenberg im Magazin Auswege

Alle aktuellen Texte von Götz Eisenberg im GEW-AN Magazin

 

Digitale Unterrichtsideen: Lernen für die Zukunft

gsf – Am 30.10.2020 sendete Planet Wissen den Kurzfilm „Lernen für die Zukunft?“:

Digitale Bildung in der Schule heißt nicht einfach Computer statt Tafel und Tablet statt Arbeitsheft zu nutzen. Denn die Endgeräte können viel mehr, wie das Beispiel einer Schule in Nackenheim zeigt …
(Quelle: https://www.planet-wissen.de/video-lernen-fuer-die-zukunft-100.html)

Der Film zeigt zwei Kurzbeispiele eines digitalen Unterrichtseinsatzes am Gymnasium Nackenheim. Im Leistungskurs Sport werden Badminton-Übungsszenen per Tablet aufgenommen und hinterher analysiert. 

Im zweiten Unterrichtsbeispiel sollen Schüler*innen im Geschichtsunterricht anhand von Zeitdokumenten eines historischen Ereignisses einen Nachrichtenfilm erstellen.

In angepasster Form können solche Einsätze digitaler Medien auch in der Sek I, z.B. in 9./10. Klassen von Mittel- und Realschulen, ausprobiert werden.  

Länge: 3:24 Min., abrufbar über www.planet-wissen.de / WDR bis 30.10.2025


 

zur Filmseite „Lernen für die Zukunft“ 

 

„Corona-Krise für Systemwechsel zur Inklusion nutzen“

Bildungsgewerkschaft GEW zum UNESCO-Weltbildungsbericht „Für alle heißt für alle“

Mitteilung: GEW

Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat mit Blick auf den gestern Abend vorgestellten UNESCO-Weltbildungsbericht angemahnt, die Corona-Krise für einen Systemwechsel hin zu mehr Inklusion zu nutzen. „Wir fordern von der Bundes- und den Landesregierungen eine beherzte Umsetzung der Inklusion in allen Bereichen. Die Corona-Pandemie hat die sozialen Spaltungen im Bildungssystem verstärkt und die eklatanten Versäumnisse in der Bildungspolitik besonders deutlich gemacht“, sagte Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied Schule, am Mittwoch in Frankfurt a.M. „Jetzt rächt es sich, dass Bildung in Deutschland nur vom Abitur aus betrachtet und Inklusion halbherzig umgesetzt wird.“ Weiterlesen

„Digitalpakt jetzt erweitern!”

Bildungsgewerkschaft GEW zur Bundestagsdebatte zum Thema „Innovation, Bildung und Digitalisierung“

Bericht: GEW

Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) macht sich mit Blick auf die Bundestagsdebatte am Donnerstag dafür stark, den Digitalpakt zu erweitern und zu verstetigen.

„Mit dem Digitalpakt hat die Bundesregierung einen späten, aber großen Schritt in die richtige Richtung gemacht”, sagte GEW-Vorstandsmitglied und Bildungsfinanzierungsexperte Ansgar Klinger, am Donnerstag mit Blick auf die Bundestagsdebatte zum Thema „Innovation, Bildung und Digitalisierung“. „Jetzt geht es darum, den Digitalpakt zu erweitern und zu verstetigen”, ergänzte GEW-Vorstandsmitglied und Schulexpertin Ilka Hoffmann. Weiterlesen

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