Wie Betriebsräte auf die Demokratie wirken

Bericht: Universität Trier

Arbeitnehmervertretungen wirken auf das Demokratieempfinden der Beschäftigten – sowohl innerhalb als auch außerhalb eines Unternehmens. Das zeigen Studien an der Universität Trier.

Im Frühjahr 2026 stehen wieder Betriebsratswahlen an. Die gewählte Vertretung der Beschäftigten übernimmt dann für die nächsten vier Jahre wieder die Verhandlung mit der jeweiligen Unternehmensführung in allen Belangen, die die Belegschaft betreffen.

Dass eine demokratisch gewählte Repräsentation den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern das Gefühl von Selbstwirksamkeit verleiht, ist naheliegend, aber nicht selbstverständlich, zumal wenn Betriebsräte ihre Aufgaben nicht ausreichend erfüllen. Weiterlesen

Wenn Gewalt in der Luft liegt

Bericht: Universität Konstanz

Hat Luftverschmutzung Auswirkungen auf das menschliche Verhalten? Eine Studie der Universität Konstanz zeigt an Tagen mit Rauch von Waldbränden eine statistische Häufung von Gewaltverbrechen.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und menschlichem Aggressionsverhalten? Eine aktuelle Studie des Politikwissenschaftlers Lion Kircheis von der Universität Konstanz zeigt mögliche Hinweise darauf. In einer Fallstudie anhand der US-amerikanischen Großstadt Seattle untersuchte er zwischen 2013 und 2023 die Häufigkeit von Gewaltverbrechen an Tagen mit Waldbränden in der Region, also wenn die Luft von Rauch und Feinstaub belastet war. Über alle elf Jahre hinweg kann er an Waldbrandtagen eine konsistent erhöhte Kriminalstatistik nachweisen: An diesen Tagen ereigneten sich durchschnittlich 3,6 Prozent mehr tätliche Übergriffe als im Normalfall. Die Forschungsergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Environmental Research Letters veröffentlicht. … weiter


Quelle:
www.idw-online.de
www.uni-konstanz.de

 

Was Schülerinnen und Schülern bei Stress wirklich hilft – so kann Schule unterstützen

Bericht: Evangelische Hochschule Nürnberg

Kriterien zum Transfer von Stressbewältigungsmethoden in den Alltag von Schülern und Schülerinnen – Ein bayerisches Gymnasium veranstaltete im Jahr 2023 einen Aktionstag zur Stressresilienz für mehr als 300 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen sieben bis zehn. Der Aktionstag wurde vom Institut für Praxisforschung und Evaluation (IPE) an der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN) wissenschaftlich ausgewertet. Die Auswertung zeigt dabei ein klares Bild. Weiterlesen

Zusammenhang von Geburtsmonat und Essverhalten

Bericht: Universität Trier

Jüngere Jugendliche einer Klasse neigen häufiger zu ungesunden Ernährungsgewohnheiten. Zu diesem Schluss kommt eine Trierer Studie und zeigt, was dagegen hilft.

Foto von Kolby Milton auf Unsplash

Übergewicht, weniger Gemüse, mehr Softdrinks, unregelmäßigere Mahlzeiten und häufigere Diäten – das alles trifft auf die Jüngeren einer Klasse eher zu als auf die Älteren. Das belegt eine Studie des Trierer Personalökonomen Dr. Sven Hartmann und zweier Kollegen aus Tschechien und Italien, die 2026 erschienen ist. Weiterlesen

22. Januar: 5 Jahre Atomwaffenverbotsvertrag Friedensgruppen fordern Beitritt Deutschlands

Mitteilung: atomwaffenfrei.jetzt

Am 22. Januar 2021 ist der UN-Vertrag zum Verbot aller Atomwaffen (AVV) in Kraft getreten. Er verbietet Einsatz, Tests, Entwicklung und jeglichen Besitz von Atomwaffen. In Deutschland finden anlässlich des Jahrestages in über 30 Städten Feiern und Kundgebungen statt, u.a. in Berlin, Dresden, Frankfurt/M., Nürnberg, Aachen, Marburg, Bonn, Cochem und Mutlangen. Weiterlesen

„Living apart together“ – Partnerschaften mit getrennten Wohnungen sind vor allem bei jungen Erwachsenen verbreitet

Bericht: Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB)

Jede achte Person zwischen 18 und 49 Jahren führte im Jahr 2021 eine feste Partnerschaft in getrennten Haushalten. Dies geht aus einer aktuellen Untersuchung hervor, die das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung (BiB) veröffentlicht hat. Besonders verbreitet ist diese Lebensform unter jungen Erwachsenen, vor allem während Ausbildung oder Studium. Die dargestellten Ergebnisse basieren auf Angaben von über 20.000 Personen, die 2021 im Rahmen des familiendemografischen Panels FReDA befragt wurden. Weiterlesen

Dramatische Mangelsituation von Menschen im Bürgergeld

Mitteilung: Der Paritätische

Eine aktuelle Studie des Paritätischen Gesamtverbandes zur sozialen Lage von Menschen im Bürgergeld zeigt das erschreckende Ausmaß materieller Entbehrung: Fast jeder Fünfte hat kein zweites Paar Schuhe. Jeder Dritte kann sich keine vollwertige Mahlzeit jeden zweiten Tag leisten. Mehr als die Hälfte kann kaputte Möbel nicht ersetzen. Dies geschieht trotz Tafeln und Sozialkaufhäusern – und während die Bundesregierung stärkere Sanktionen für Leistungsberechtige plant. Weiterlesen

Mehr Psychosen nach Legalisierung von Cannabis?

Pilotstudie der Universität Augsburg und der Bezirkskliniken Schwaben liefert erste Daten

Bericht: Uni Augsburg

Die Legalisierung von Cannabis könnte für mehr Psychosen und Aufnahmen in Kliniken verantwortlich sein. Dies legt eine Pilotuntersuchung am Lehrstuhl und der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Psychosomatik der Universität Augsburg unter Leitung von Prof. Dr. Alkomiet Hasan nahe. Die im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichte Studie hat die Entwicklung der Hospitalisierungsraten und Fälle von cannabis-induzierten Psychosen im Zeitraum um die Legalisierung in der Region Bayerisch-Schwaben untersucht und einen relevanten Anstieg beobachtet. Besitz und Konsum von Cannabis zu Freizeitzwecken wurden zum 1. April 2024 legalisiert.

Nach der Legalisierung von Cannabis erleiden mehr Konsumentinnen und Konsumenten der Rauschpflanze eine Psychose oder psychische Probleme als vorher. Darauf deutet eine Studie hin, die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg und der Bezirkskliniken Schwaben als sogenannten short report im Deutschen Ärzteblatt vorstellen.

Sie haben ermittelt, wie viele Erwachsene in den zwei Jahren vor der Legalisierung (ab April 2022) und im ersten Jahr danach (von April 2024 bis Ende März 2025) in den Häusern der Bezirkskliniken Schwaben wegen cannabisverursachten-Problemen behandelt wurden.

Psychische Probleme, die allgemein durch den Cannabis-Konsum verursacht wurden, stiegen nach der Legalisierung um das Anderthalbfache. Die Zahl cannabisinduzierter Psychosen nahm sogar um fast das Doppelte zu. Die Gesamtzahl der stationären Behandlungsfälle hingegen blieb im Untersuchungszeitrum stabil.

Erste Daten in Deutschland
Die sechs Krankenhäuser der Bezirkskliniken decken die psychiatrische Krankenhausversorgung für den gesamten Regierungsbezirk Schwaben mit rund 1,9 Millionen Einwohnern ab, inklusive der Großstadt Augsburg. Die Pilotstudie wurde im Rahmen der Aktivitäten des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG) durchgeführt und ist die erste, die den bislang nur vermuteten Zusammenhang in einer deutschen Region untersuchte. Die Analysen erfolgten anonym und beinhalten Routinedaten stationärer Behandlungsfälle.

Weitere Forschung und Prävention wichtig
„Ob der Anstieg der cannabisbedingten Probleme tatsächlich ursächlich mit der Legalisierung zusammenhängt, lässt sich anhand dieser Daten nicht sicher belegen“, erklärt Prof. Dr. Alkomiet Hasan, Inhaber des Lehrstuhls für Psychiatrie und Psychotherapie an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg und Mitverfasser der Studie. „Doch die Ergebnisse sollten uns veranlassen, die Entwicklung wissenschaftlich aufmerksam zu verfolgen und bereits jetzt verstärkt in Prävention zu investieren“, berichtet Dr. Sophie-Kathrin Greiner, die die Studie geleitet hat.

Die Verschiebung könnte auch auf eine erhöhte diagnostische Aufmerksamkeit und größere Offenheit der Betroffenen aufgrund verringerter Stigmatisierung zurückzuführen sein. Zudem könnten die Messungen in der Studie auch dadurch beeinflusst sein, dass ärztlich mehr cannabisinduzierte Psychosen erwartet und deshalb diagnostiziert wurden. Auch wären längere Beobachtungszeiträume notwendig, um die Konversionsraten von cannabis-induzierten Psychosen und psychotischen Störungen verlässlich einschätzen zu können.

Die mögliche Zunahme cannabis-induzierter Psychosen könnte für gezieltere Präventionsmaßnahmen sprechen. Neben allgemeinen Informationskampagnen über die Risiken des Cannabiskonsums sollten insbesondere gefährdete Gruppen (junge Menschen, Menschen mit psychischen Erkrankungen) über das Psychoserisiko aufgeklärt werden, sagen die Autorinnen und Autoren der Studie.

Zur Studie
– Veröffentlichung der Studie im Deutschen Ärzteblatt: https://www.aerzteblatt.de/archiv/titel/dae/2025/23/haeufigkeit-psychotischer-erkrankungen-nach-der-cannabis-legalisierung-95b0d0ac-dd46-4112-9056-89a9421b6d03
– Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg:  https://www.uni-augsburg.de/de/fakultaet/med/profs/psychiatrie-und-psychotherapie/
– Deutsches Zentrum für Psychische Gesundheit (DZPG):  https://www.dzpg.org/


14.11.2025
Dr. Manuela Rutsatz
Uni Augsburg
www.uni-augsburg.de

 

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