Hitzeschutz födert Schulerfolg, ist aber nicht für alle Kinder gleich verfügbar 

Internationale Vergleichsstudie zu Klimaanlagen und Bildung
 
Bericht: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung gGmbH

Die Verteilung von heimischen Klimaanlagen als neue Quelle von Bildungsungleichheit hat WZB-Forscher Christian König mit Richard Nennstiel (Universität Lausanne) untersucht. Die zunehmende Intensität und Dauer von Hitzephasen weltweit beeinträchtigen auch die schulischen Leistungen von Kindern. Klimaanlagen, nicht nur in Schulen, sondern auch zu Hause, können hier gegensteuern. Ob dieser Hitzeschutz verfügbar ist, hängt allerdings vom sozialen Status der Eltern ab. Die Forscher werteten Daten der PISA-Studie („Programme for International Student Assessment“) von fast 580.000 Jugendlichen aus 21 Ländern aller Kontinente der Jahre 2006 bis 2022 aus. Sie fanden eine klare soziale Kluft, was klimatisierte Wohnumgebungen angeht. Diese nimmt allerdings ab, je mehr sich die private Nutzung von Klimaanlagen in einem Land verbreitet. 

Die beobachteten Länder sind jene, für die Angaben zu privaten Klimaanlagen in den PISA-Befragungen enthalten sind: Argentinien, Australien, Brunei Darussalam, Bulgarien, Dominikanische Republik, Hongkong, Indonesien, Italien, Japan, Kanada, Kroatien, Malaysia, Philippinen, Portugal, Rumänien, Singapur, Südkorea, Thailand, Türkei, Ungarn, Vietnam. Die Ausstattung mit Klimaanlagen ist zwischen diesen Ländern sehr ungleich: Die höchste Quote privater Klimaanlagen für 2022 hat Hongkong mit 98,5 Prozent, die niedrigste die Philippinen (35,5 Prozent). Die Verfügbarkeit von Klimaanlagen ist in hohem Maße vom Bildungsgrad der Eltern abhängig. Dieser Befund gilt allerdings nur, solange diese Technik in einem Land noch nicht flächendeckend verbreitet ist. In Ländern wie Japan, Hongkong oder Australien, in denen die meisten Haushalte über Klimaanlagen verfügen, ist dieser Unterschied nicht mehr nachweisbar. 

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Was tun, wenn es zu heiß ist? So kommen Sie sicher und gesund durch die nächste Hitzewelle

Das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit informiert zu Hitzeschutz im Alltag und gibt praktische Tipps für extrem heiße Tage

Von Kopfschmerzen und Schlafstörungen bis zum Hitzschlag: Extreme Temperaturen können den Körper stark belasten und im schlimmsten Fall tödlich sein. Das Robert Koch-Institut schätzt, dass bisher etwa 5.100 Menschen infolge der Extremhitze in 2026 in Deutschland starben. Während der letzten Hitzewelle stieg das Thermometer mancherorts auf über 41 Grad Celsius. Durch den Klimawandel werden Hitzewellen, Temperaturrekorde und sogenannte Tropennächte häufiger. Umso wichtiger ist es, sich rechtzeitig zu schützen und besonders gefährdete Personen im Blick zu behalten. 

Um Menschen dabei zu helfen, gut und sicher durch heiße Tage zu kommen, hat das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit praktische Empfehlungen zum Hitzeschutz zusammengestellt:

1. Besonders gefährdete Personen unterstützen

  • Hitze betrifft uns alle, aber nicht alle gleich. Einige Risikogruppen sind besonders gefährdet. Dazu zählen: 
    • ältere Menschen, Babys und Kleinkinder, Schwangere, chronisch kranke Menschen, alleinlebende oder pflegebedürftige Personen sowie Menschen mit Abhängigkeitserkrankungen und Menschen, die auf der Straße leben. 
  • Angehörige, Nachbarinnen und Nachbarn können helfen, indem sie regelmäßig nachfragen, ob ausreichend getrunken wurde oder Unterstützung anbieten – bei der Versorgung mit Einkäufen, bei der Begleitung von Terminen oder anderen Erledigungen. Ein täglicher Anruf, ein kurzer Besuch oder die Frage „Ist bei Ihnen alles in Ordnung?“ können bereits viel bewirken.

2. Mineralstoffe im Blick behalten

  • Wer stark schwitzt, verliert nicht nur Wasser, sondern auch Mineralstoffe. Bei starkem Schwitzen können deshalb Brühe, leicht gesalzene Speisen oder elektrolythaltige Getränke sinnvoll sein.
  • Auch kalium- und magnesiumreiche Lebensmittel wie Bananen, Kartoffeln, Gemüse, Nüsse oder Vollkornprodukte können helfen.

3. Den Körper kühlen

  • Den Körper mit kühlen, feuchten Umschlägen, Tüchern oder Waschlappen abkühlen, besonders an Armen, Beinen, Stirn oder Nacken. Auch kühle Fußbäder oder ein Wassernebel aus der Sprühflasche können Erfrischung bringen.
  • Duschen oder Bäder sollten eher kühl bis lauwarm sein – nicht eiskalt, da sehr kaltes Wasser den Kreislauf belasten kann.
  • Leichte, helle, luftige und atmungsaktive Kleidung hilft dem Körper, Wärme abzugeben, gut geeignet sind dünne Baumwolle, Leinen, Seide oder Viskose.

4. Leicht und wasserreich essen

  • An heißen Tagen mehrere kleine Mahlzeiten statt wenige große Mahlzeiten essen.
  • Geeignet sind Mahlzeiten mit wasserreichen Lebensmitteln wie Obst, Gemüse, Salat oder Suppen.

5. Ausreichend trinken – auch ohne Durstgefühl

  • Erwachsene sollten über den Tag verteilt am besten etwa zwei bis drei Liter Flüssigkeit trinken, bei körperlicher Belastung noch mehr. Geeignet sind vor allem Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Saftschorlen.
  • Sinnvoll ist es, regelmäßig zu trinken, am besten etwa stündlich ein Glas, auch wenn noch kein Durst spürbar ist.
  • Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen sollten die Trinkmenge ärztlich abstimmen.

6. Warnzeichen ernst nehmen und richtig reagieren

  • Hitzebeschwerden können sich unter anderem durch Schwindel, Schwäche, Kopfschmerzen, Übelkeit, Krämpfe, Verwirrtheit oder Kreislaufprobleme bemerkbar machen.
  • Betroffene sollten schnell aus der Hitze gebracht, gekühlt und mit Flüssigkeit versorgt werden.
  • Bei schweren Beschwerden oder Verdacht auf Hitzschlag sollte sofort ärztliche Hilfe geholt beziehungsweise der Notruf 112 gewählt werden.

7. Medikamente vor Hitzeperioden prüfen lassen

  • Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte vor oder während einer Hitzewelle ärztlich oder in der Apotheke klären, ob Hitze die Wirkung beeinflussen kann. Die Einnahme von Medikamenten sollte nicht eigenständig verändert werden.
  • Lagerungshinweise beachten: Einige Arzneimittel vertragen keine Temperaturen über 25 °C.
  • Medikamente sollten niemals im heißen Auto liegen bleiben.

8. Wohnung und Innenräume kühl halten

  • Möglichst dann lüften, wenn es draußen kühler ist als drinnen, am besten nachts oder früh morgens. Bei spürbar stickiger Luft oder hoher Luftfeuchtigkeit kurz und kräftig stoß- oder querlüften, danach die Fenster wieder schließen.
  • Fenster tagsüber möglichst von außen verschatten, zum Beispiel mit Rollläden, Jalousien, Markisen oder Sonnensegeln.
  • Unbenutzte Elektrogeräte ausschalten, da sie auch im Stand-by-Modus Wärme erzeugen. 

9. Den Tagesablauf anpassen

  • Körperliche Aktivitäten, Sport, Einkäufe, Termine und Erledigungen möglichst in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen.
  • Während der heißesten Tageszeit – etwa zwischen 11 und 17 Uhr – möglichst wenig draußen aufhalten.

10. Direkte Sonne und aufgeheizte Orte meiden

  • Besonders belastend sind pralle Sonne, überhitzte Innenräume sowie große Asphalt- oder Betonflächen.
  • Besser sind schattige Orte, Parks, Gärten oder kühlere Innenräume.
  • Bei stark aufgeheizter Wohnung kann es helfen, täglich einige Stunden an einem kühleren Ort zu verbringen, zum Beispiel in Bibliotheken, Museen, Kirchen oder Einkaufszentren.

Bestellung der kostenlosen Materialien des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit unter:
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit, 50819 Köln
Online-Bestellsystem: https://shop.bioeg.de/
E-Mail: bestellung@bioeg.de


10. Juli 2026
Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG)
www.bioeg.de

 

Bangaranga: Alles ist möglich!?

Es gibt noch Zeichen und Wunder oder auch nicht.

   Der Kommentar zum Zeitgeschehen

   von Jürgen Scherer*

Auf jeden Fall ist das bildungsbürgerliche Abgetue des ESC (European Song Contest) wenig hilfreich. Denn gerade der Blick auf und in die Kulissen dieses weltweit(!) größten Songwettbewerbs kann gesellschaftliche (Un)Tiefen offenbaren.

Wagen wir ihn also – diesen Blick!

Da treffen sich „Gesangstalente“ aus ganz Europa (naja, nicht ganz Europa; schließlich wird Russland nicht mehr als Europa zugehörig akzeptiert, obwohl die Geografie, zumindest bis zum Ural, etwas anderes lehrt. Aber verstoßen ist nun mal verstoßen, weil eben jemand, der völkerrechstswidrig unterwegs ist, wohl an den Pranger gehört! Dass so ein Pranger durchaus gewollt und gezielt angewendet werden kann, zeigt dieser Tage die bevorstehende Fußball WM; werden doch die USA und Herr Trump nicht geprangert, obwohl da irgendwas völkerrechtswidiges im Hinblick auf den Krieg gegen den Iran gelaufen sein soll…) und bewerben sich mit ihren jeweiligen Songs um den ersten Platz im europäischen Vielfaltsgemisch; diesmal in der Hauptstadt des neutralen Landes Österreich. Weiterlesen

Zu viel Fruktose schadet den Nieren – Nephrologen warnen vor verstecktem Zucker in Getränken und Fertigprodukten

Bericht: Deutsche Gesellschaft für Nephrologie e.V. (DGfN)

Übermäßiger Konsum von Fruktose (Fruchtzucker) kann die Nieren nachhaltig schädigen und das Risiko für eine chronische Nierenkrankheit (CKD) erhöhen. Besonders problematisch ist Fruktose, die in großen Mengen industriell zugesetzt wird – etwa in Softdrinks, Energydrinks, Fruchtsäften und zahlreichen Fertigprodukten, häufig in Form von Fruktose-Glukose-Sirup oder Maissirup.

„Fruktose ist kein ‚gesünderer‘ Zucker – im Gegenteil: In großen Mengen kann sie über verschiedene Stoffwechselwege die Nieren massiv beeinträchtigen“, betont die DGfN. Besonders kritisch sei der Konsum zuckerhaltiger Getränke, da die Fruktose hier schnell und in hoher Konzentration aufgenommen werde. In Kombination mit Hitze und Flüssigkeitsmangel – etwa im Sommer oder bei körperlicher Anstrengung – könne dies die Nieren zusätzlich belasten. … weiter


Quelle:
www.idw-online.de
www.dgfn.eu
Bild von Silvia auf Pixabay

 

Pflegereform: Ein Schlag ins Gesicht

Presse-Statement von Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, anlässlich der bekannt gewordenen Pläne von Bundesgesundheitsministerin Warken für eine Pflegereform.

Dr. Joachim Rock, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes:

“Die Pläne sind ein Schlag ins Gesicht aller, die Pflege brauchen. Die Pflegekosten steigen seit Jahren und treiben immer mehr Menschen in die Armut. Statt gegenzusteuern, würde die Reform diese Entwicklung weiter verschärfen und die Probleme im System auf die Betroffenen abwälzen. Um die Pflegekrise wirksam zu bekämpfen, braucht es endlich einen Systemwechsel hin zu einer solidarischen Vollversicherung.”


22.4.2026
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband – Gesamtverband e.V. 
www.der-paritaetische.de

 

 

Wie Betriebsräte auf die Demokratie wirken

Bericht: Universität Trier

Arbeitnehmervertretungen wirken auf das Demokratieempfinden der Beschäftigten – sowohl innerhalb als auch außerhalb eines Unternehmens. Das zeigen Studien an der Universität Trier.

Im Frühjahr 2026 stehen wieder Betriebsratswahlen an. Die gewählte Vertretung der Beschäftigten übernimmt dann für die nächsten vier Jahre wieder die Verhandlung mit der jeweiligen Unternehmensführung in allen Belangen, die die Belegschaft betreffen.

Dass eine demokratisch gewählte Repräsentation den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern das Gefühl von Selbstwirksamkeit verleiht, ist naheliegend, aber nicht selbstverständlich, zumal wenn Betriebsräte ihre Aufgaben nicht ausreichend erfüllen. Weiterlesen

Wenn Gewalt in der Luft liegt

Bericht: Universität Konstanz

Hat Luftverschmutzung Auswirkungen auf das menschliche Verhalten? Eine Studie der Universität Konstanz zeigt an Tagen mit Rauch von Waldbränden eine statistische Häufung von Gewaltverbrechen.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und menschlichem Aggressionsverhalten? Eine aktuelle Studie des Politikwissenschaftlers Lion Kircheis von der Universität Konstanz zeigt mögliche Hinweise darauf. In einer Fallstudie anhand der US-amerikanischen Großstadt Seattle untersuchte er zwischen 2013 und 2023 die Häufigkeit von Gewaltverbrechen an Tagen mit Waldbränden in der Region, also wenn die Luft von Rauch und Feinstaub belastet war. Über alle elf Jahre hinweg kann er an Waldbrandtagen eine konsistent erhöhte Kriminalstatistik nachweisen: An diesen Tagen ereigneten sich durchschnittlich 3,6 Prozent mehr tätliche Übergriffe als im Normalfall. Die Forschungsergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Environmental Research Letters veröffentlicht. … weiter


Quelle:
www.idw-online.de
www.uni-konstanz.de

 

Was Schülerinnen und Schülern bei Stress wirklich hilft – so kann Schule unterstützen

Bericht: Evangelische Hochschule Nürnberg

Kriterien zum Transfer von Stressbewältigungsmethoden in den Alltag von Schülern und Schülerinnen – Ein bayerisches Gymnasium veranstaltete im Jahr 2023 einen Aktionstag zur Stressresilienz für mehr als 300 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen sieben bis zehn. Der Aktionstag wurde vom Institut für Praxisforschung und Evaluation (IPE) an der Evangelischen Hochschule Nürnberg (EVHN) wissenschaftlich ausgewertet. Die Auswertung zeigt dabei ein klares Bild. Weiterlesen

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