Tagebuch

 

Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch 10

Vor sich hin sinnlosen

Es muss Krise sein: Der Mann, der in der Wohnung unter mir wohnt, hat mich gegrüßt. Zum ersten Mal seit Jahren.

Gestern Abend sah ich im Bayerischen Fernsehen eine Folge der alten Polt-Serie Fast wia im richtigen Leben. Herr Knut trifft an der Straßenecke seinen Nachbarn Herrn Meier, der seinen Dackel ausführt. Er fragt ihn, was er so mache. „Eigentlich net vui, eigentlich nix“, erwidert der. Herr Knut, der ein typischer Gschaftlhuber, hochdeutsch ein Macher ist und diese Untätigkeit nicht ertragen kann, lässt nicht locker, setzt nach und fragt, was er denn sonst so unternehme, die ganze Zeit. Irgendetwas müsse er doch machen, allweil. „Ei, nix halt. Wobei nix ist vielleicht zu viel gesagt.“ … weiter

Tagebuch oben links: Bild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay
Foro rechts:  Lizzy Tewordt  / pixelio.de


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21. März 2020 · Kommentare deaktiviert für Total von der Rolle · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , , ,

Die Liebe zum Klopapier in den Zeiten der Pandemie …


Total von der Rolle

Eine Glosse von Gabriele Frydrych

7.30 Uhr. Die optimale Zeit. Um sieben Uhr öffnet der Supermarkt und füllt die Regale auf. Jetzt schlägt meine Stunde! Zielstrebig steuere ich die Hygiene-Artikel an. Gähnende Leere im Regal. Viele Kunden, die ratlos durch die Gänge irren.

Am Tresen fragt mich der Wurstverkäufer nach meinen Wünschen: „Eine Packung Toilettenpapier!“ Er grinst müde: „Wissen Sie, was die Franzosen bunkern? Wein und Kondome! Die haben wenigstens Lebensgefühl. Und wir Deutschen hamstern Klopapier. Das ist doch abartig.“ Ein Herr in der Warteschlange will sofort umsiedeln: „Die Franzosen haben Stil! Lieber breitbeinig als engstirnig!“ … weiter


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21. März 2020 · Kommentare deaktiviert für “Übertriebene Angst vor dem Unbekannten” · Kategorien: Kultur- und Lebenswege, Meinungen und Kommentare, Politik und Gesellschaft · Tags: ,

Im gewerkschaftlichen Debattenmagazin “Gegenblende” erschien am 17.3.2020 ein Aufsatz von Gerd Gigerenzer über die Angst vor der Corona-Pandemie. Er sagt, dass wir lernen müssen, warum wir Angst vor dem haben, wovor wir Angst haben. Gerd Gigerenzer ist Direktor des Harding-Zentrums für Risikokompetenz am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin:

Übertriebene Angst vor dem Unbekannten
Wir müssen die Mathematik der Unsicherheit lernen, also statistisches Denken. Nur so können wir Gefahren, denen wir ausgesetzt sind, verstehen und mit ihnen umgehen. Nur so lässt sich die Angst vor der Covid-19-Pandemie überwinden, die uns wahrscheinlich nicht tötet. Den ganzen Aufsatz lesen

18. März 2020 · Kommentare deaktiviert für Zusammenhalt und Gemeinschaftsgefühl in der Corona-Krise · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , , ,

Mitteilung: Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs)

Die Deutsche Gesellschaft für Psychologie (DGPs) ruft dazu auf, in der durch die Corona-Krise ausgelöste Ausnahmesituation zusammenzuhalten und mitmenschlich zu handeln.

Die Corona-Krise wird auf unbestimmte Zeit verändern, wie wir zusammenleben: soziale Kontakte, so erklärte die Bundeskanzlerin Angela Merkel vergangene Woche, sollen auf ein Mindestmaß zurückgefahren werden. Aufgrund der besonderen Gefährdung älterer Menschen sollen Kontakte zwischen Kindern, Enkelkindern und Großeltern auf ein Minimum reduziert werden. Kita- und Schulkinder sollen von ihren Eltern, die idealerweise weiter im Home Office arbeiten, zuhause betreut werden. … weiter


Quelle: www.dgps.de

 

10. März 2020 · Kommentare deaktiviert für Botschaften aus dem Unterbewusstsein · Kategorien: Kultur- und Lebenswege · Tags: , , , ,

von Gabriele Frydrych

Eine Doppelstunde Deutsch in der 9. Klasse. Es hat längst geklingelt. Aber ich finde die vorbereiteten Aufgaben nicht. Ich wühle in den Papierbergen auf meinem Schreibtisch. Alles fliegt durcheinander: Karteikarten, Einkaufszettel, Urlaubsfotos, Hefter, Quittungen, Entschuldigungen.

Ich renne nervös mit dem Grammatikbuch die zwei Kilometer zum Kopierer im Nebengebäude. Am Gerät steht ein Kollege, der eine Freistunde hat und alle Zeit der Welt, seine Materialien für die nächsten Schuljahre herzustellen. Er lässt mir ungnädig den Vortritt. Meine Kopien werden blass und unleserlich. Was soll ich nur zwei Deutschstunden lang machen? Ich hasse Stegreifunterricht.

Ach, ich beginne einfach mit Erörterung. Ich schreibe an die Tafel: „Klassenfahrten sind sinnlose Vergnügungen und stehlen kostbare Unterrichtszeit“. Das regt die Jugendlichen hoffentlich auf und vertreibt schon mal eine ganze Stunde. Wenn ich jetzt nur den richtigen Raum und meine Schüler finden würde! Hinter jeder Tür sitzt ein anderer Kurs und schaut verwundert hoch. … weiter


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27. Februar 2020 · Kommentare deaktiviert für Geflüchtete fühlen sich willkommen · Kategorien: Bildung und Soziales, Kultur- und Lebenswege · Tags: , , ,

BAMF-Forschung: Deutschkenntnisse nehmen weiter zu – 85 Prozent nutzten bislang Sprachkursangebote

Mitteilung: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge

Rund drei Viertel der befragten Geflüchteten fühlen sich nach eigenen Angaben in Deutschland willkommen. Das zeigt eine Studie des Forschungszentrums des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF-FZ). Untersucht wurde, wie Geflüchtete ihre eigene Lebenssituation und ihre Deutschkenntnisse beurteilen. 44 Prozent schätzen ihre Deutschkenntnisse als gut oder sehr gut ein. 85 Prozent haben an einem Sprachkurs teilgenommen, insbesondere Personen mit mittlerem Bildungsniveau haben aufgeholt. Weiterlesen »

20. Februar 2020 · Kommentare deaktiviert für Teufelskreis des Zynismus · Kategorien: Körper und Seele, Kultur- und Lebenswege · Tags: , , ,

Bericht: Universität zu Köln

Respektlos behandelt zu werden, trägt laut neuen Studienergebnissen zur Entwicklung eines zynischen Menschenbildes bei. Das wiederum erhöht die Wahrscheinlichkeit, von anderen respektlos behandelt zu werden.

Respektlose Behandlung zu erfahren, kann laut den Ergebnissen einer Studie von internationalen Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen zur Entwicklung eines zynischen Menschenbildes führen. Ein zynisches Menschenbild trägt wiederum dazu bei, dass Menschen weitere respektlose Behandlung durch andere erfahren und sich auch selbst respektlos gegenüber anderen verhalten. Durch aufwendige Querschnitt-, Längsschnitt- und experimentelle Studien belegten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, dass erlebte Respektlosigkeit und Zynismus einen Teufelskreis bilden…. weiter


Quelle:
www.idw-online.de
www.www.uni-koeln.de

14. Februar 2020 · Kommentare deaktiviert für Die magische Welt der Oper · Kategorien: Kultur- und Lebenswege, Unterricht und Erziehung · Tags: ,

Eine Realsatire von Gabriele Frydrych

“Ich habe seltsame Grundsätze: Bevor man etwas verurteilt, sollte man es sich erst mal ansehen. Das hat mich in manch merkwürdiges Striptease-Lokal geführt, in Spelunken und Peep-Shows, zu einem deutschen Heimattreffen in Florida und zu Sendungen wie „Der Bachelor“, „Zwischen Tüll und Tränen“ und „Germanys Next Top Model“. …

Zu meinem Grundsatzprogramm gehört es auch, dass jede meiner Klassen ein Mal in die Oper geht. Ich selber ziehe das Theater vor, aber ich finde trotzdem, dass ein Opernbesuch zur Allgemeinbildung gehört.”

So beginnt Gaby Frydrychs Text über einen Opernbesuch mit ihrer 8. Klasse. Nach dem Besuch wurde ein Test geschrieben, im Ergebnis mit einer beeindruckenden Sammlung von Stilblüten, die Lehrkräfte,  aber auch alle anderen Zeitgenossen/innen gelesen haben sollten. … weiter


Bild von ian kelsall auf Pixabay


 

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