Fußball und Inklusion: Auf das richtige Trainingsklima kommt es an

Internationale Studie aus der Sportpsychologie

Bericht: Universität Leipzig

Fußballspielen kann die Inklusion von Jugendlichen fördern, die nicht aus der vorherrschenden Kultur eines Landes kommen, also von Jugendlichen mit Migrationshintergrund. Entscheidend für das Gefühl, dazuzugehören und angenommen zu werden, ist dabei die Art des Trainings, genauer gesagt das vom Trainer vermittelte Motivationsklima. So eignet sich ein aufgabenorientiertes Training maßgeblich besser als ein leistungs- und wettbewerbsorientiertes Training.

Dies geht aus der aktuellen Studie eines internationalen Wissenschaftlerteams hervor, dem auch Anne-Marie Elbe angehört, Professorin für Sportpsychologie an der Universität Leipzig. Gesellschaftlich bedeutsam ist diese Erkenntnis, da insbesondere Erfahrungen im Jugendalter prägenden Einfluss auf die Einstellungen und Haltungen eines Menschen haben. … weiter


Quelle: www.uni-leipzig.de
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Marlon, das Wunderkind

von Gabriele Frydrych

Bei Youtube gibt es nicht nur diese anrührenden Katzenvideos, sondern auch Sitzgymnastik für Senioren, silikongestopfte Influencerinnen und jede Menge Wunderkinder. Wollen Sie für Ihre künstlerische Laientätigkeit am Klavier wissen, wie ein bestimmter Chopinwalzer klingen muss, geben Sie einfach den Titel im Youtube-Suchfeld ein. Mit Sicherheit ist bei den Pianisten, die jetzt aufploppen, ein kleines japanisches Mädchen dabei oder ein kleiner russischer Junge. Oder umgekehrt. Ungefähr drei, vier Jahre alt, trippelt das Kind zum Flügel. Hat ein Prinzesskleidchen an oder einen winzigen Samtanzug mit Rüschen. Süüüß!
Ein erwachsener Coach hebt das Kind auf den Hocker, stellt die richtige Höhe ein, Kinderbeine baumeln in der Luft – und los geht’s! Chopin, wie Sie ihn vermutlich nie performen werden. Mit winzigen Händen und großem Ernst. … weiter


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Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 25: Tage der Kommune

 

Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 25

 

Tage der Kommune

„Für den Revolutionär ist die Welt schon immer reif gewesen. Was im Rückblick als Vorstufe, als unreife Verhältnisse erscheint, galt ihm einmal als letzte Chance der Veränderung. Er ist mit den Verzweifelten, die ein Urteil zum Richtplatz schickt, nicht mit denen, die Zeit haben.“
(Max Horkheimer)

Beim Blättern in der Literaturbeilage der FAZ vom Samstag, dem 13. März, stieß ich auf das Portrait einer Frau, das mich sofort gefangen nahm. Die abgebildete Frau trägt ein schlichtes Kleid mit langen Ärmeln, das bis zum Hals zugeknöpft ist. Da es sich um eine Schwarzweißfotografie handelt, kann man nicht wissen, welche Farbe das Kleid hat. Wahrscheinlich ist es blau oder grau. Die Frau sitzt sehr gerade auf einem hölzernen Stuhl und blickt ernst in die Kamera. Sie dürfte ungefähr fünfunddreißig Jahre alt sein, hat sich aber etwas Jugendliches, fast Kindliches bewahrt. Ihr Haar ist ein wenig schütter und strähnig und in der Mitte gescheitelt. Es fällt ihr bis auf die Schultern. Sie hat es für die Fotografie nicht nicht eigens hergerichtet. Ihr Äußeres scheint ihr nicht so wichtig. Sie hält die Arme vor dem Bauch gekreuzt, der linke Ellenbogen ruht in ihrer rechten Hand. Was den Betrachter in Bann schlägt, sind ihre Augen, die wach, lebendig und offen auf den Fotografen und nun auf den Betrachter des Fotos gerichtet sind. Die Frau auf dem Bild strahlt eine enorme Würde aus. … weiter

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Alle bisherigen Texte von Götz Eisenberg im Magazin Auswege

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Jan Assmann: Nationalismen und Religion verschmelzen in autoritären Regimen

Bericht: Westfälische Wilhelms-Universität Münster

Kulturwissenschaftler und Blumenberg-Professor Assmann beleuchtet am Exzellenzcluster in Münster das wechselvolle Verhältnis von Religion, Kultur und Politik vom Alten Ägypten bis in die Moderne – Errungenschaften des Alten Ägypten seien lange vergessen worden – „Mit der EU kehren religiöse Ur-Themen wie Frieden zurück“ – „Autoritäre Regime wie Putins Russland, Netanyahus Israel oder Dudas Polen suchen Verschmelzung mit traditionellen Religionen“ … weiter


Quelle: www.religion-und-politik.de

 

Der Zeitgeist und ich

Eine Glosse von Gabriele Frydrych

Ich habe mittlerweile eine Schere im Kopf. Darf ich so eine Glosse überhaupt schreiben? Darf ich mich über Hysterie und bierernsten Fanatismus im Kampf um politische Korrektheit lustig machen? Höre ich bei dieser Einleitung nicht schon die ersten ihre Stifte für den nächsten Leserbrief / Leser:innenbrief / Lesendenbrief wetzen?

Ich will nicht in die Nähe der AfD gerückt werden. Ich will nicht als „alte weiße Frau“ und unsensible Anhängerin von „Zwangsbinarität“ abgekanzelt werden. Zwei Redaktionen werden den Text ohnehin nicht abdrucken, weil sie so eine Art Stillhalte-Abkommen mit ihrer Leserschaft haben. Lieber keine Konflikte im neuen ideologischen Minenfeld. Eine Redaktion wird ihn vielleicht mit entsprechender Fußnote veröffentlichen: „Wir teilen den Standpunkt dieser Glosse nicht! Beschwerden bitte direkt an die Verfasserin!“ Zwei böse alte Cis-Männer werden den Text grinsend abdrucken. … weiter

 

“Die Infantilisierung der Gesellschaft?”

In der Zeitschrift “Neue Gesellschaft | Frankfurter Hefte” wurde im Heft 1/2 2021 ein empfehlenswerter Aufsatz von Johano Strasser veröffentlicht:

Die Infantilisierung der Gesellschaft?
Demokratie ist etwas für Erwachsene. Dabei ist Erwachsensein nicht einfach eine Frage des Alters; es ist vielmehr ein intellektueller und emotionaler Reifezustand, der sich bei manchen Menschen früher, bei manchen später und bei manchen überhaupt nicht einstellt. Der Autor geht im folgenden Essay auf die Frage ein, was für Folgen eine infantilisierte Gesellschaft (Benjamin Barber) für die Demokratie hat. Und was dagegen zu tun ist. Den ganzen Aufsatz lesen

Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 21: Eigentum tötet – Die private Verfügung über lebensrettende Medikamente ist strukturelle Gewalt

 

Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 21

Eigentum tötet – Die private Verfügung über lebensrettende Medikamente ist strukturelle Gewalt

„Du hast Recht, die Revolution ist für den Augenblick in ihr Bett zurückgetreten, wir fallen in die Periode der Evolution zurück, das heißt in die der unterirdischen, unsichtbaren und oft unfühlbaren Revolution. …
Ich stimme mit dir überein zu sagen, dass die Stunde der Revolution vorüber ist, nicht wegen des schrecklichen Unheils, dessen Zeugen wir waren, und der furchtbaren Niederlagen, deren mehr oder weniger schuldige Opfer wir waren, sondern weil ich zu meiner großen Verzweiflung konstatiert habe und täglich von neuem konstatiere, dass der revolutionäre Gedanke, die revolutionäre Hoffnung und Leidenschaft in den Massen sich absolut nicht vorfinden, und wenn sie fehlen, kann man sich  die größte Mühe geben, man wird nichts ausrichten …“
(Michail Bakunin 1875 in einem Brief an Élisée Reclus)

Joe Biden ist seit gestern Präsident. Man freut sich – nicht so sehr über ihn, der eine blasse und ein wenig leblose Figur ist -, sondern darüber, dass sein Vorgänger das Weiße Haus geräumt hat. Wie erwartet hat Trump nicht die Souveränität aufgebracht, an der Amtseinführung seines Nachfolgers teilzunehmen. Er floh nach Florida, wo er von einer Schar seiner Gefolgsleute empfangen wurde. Von dort aus wird er seine Wiederkehr im Jahr 2024 betreiben. … weiter

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Alle bisherigen Texte von Götz Eisenberg im Magazin Auswege

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Für Kinder selbstverständlich: kochende und nähende Männer

Das Können ist entscheidender als das Geschlecht – so eine erziehungswissenschaftliche Studie der Universität Bamberg.

Bericht: Otto-Friedrich-Universität Bamberg

Die Frau kocht, der Mann verdient Geld? Geht es nach Kindergartenkindern, sollten Aufgaben unabhängig vom Geschlecht verteilt werden. Kinder besitzen ein flexibles Rollenverständnis und einen Sinn für Gerechtigkeit. Zu diesem Ergebnis kommt ein erziehungswissenschaftliches Forschungsteam der Universität Bamberg. Ihre Studie wurde 2020 im Fachmagazin „Diskurs Kindheits- und Jugendforschung“ veröffentlicht.

„Viele Kinder verbinden bestimmte Tätigkeiten mit Personen, die erwachsen sind oder geeignete Kompetenzen besitzen. Weniger entscheidend ist für sie, ob jemand männlich oder weiblich ist“, schildert Hauptautor Dr. Lars Burghardt vom Lehrstuhl für Frühkindliche Bildung und Erziehung an der Universität Bamberg. … weiter


Quelle:
www.idw-online.de
www.uni-bamberg.de
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