Teure Tarifflucht: Mindereinnahmen von über 11 Milliarden Euro pro Jahr in Bayern
Stiedl: „Eine hohe Tarifbindung ist kein Hemmschuh, sondern ein Motor für wirtschaftliches Wachstum.“
Bericht: DGB Bayern
Fehlende Tarifbindung wird für Bayern immer teurer: Neueste Berechnungen des DGB auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass den Sozialversicherungen im Freistaat jährlich rund 7 Milliarden Euro und dem Fiskus zusätzlich 4,1 Milliarden Euro an Einkommensteuern entgehen. Und auch für die Beschäftigten selbst bedeutet das ein deutliches Minus im Geldbeutel: Wer nicht nach Tarif bezahlt wird, hat im Schnitt 2.671 Euro netto pro Jahr weniger zur Verfügung. Wäre Bayern flächendeckend tarifgebunden, stünden den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern insgesamt rund 9,5 Milliarden Euro mehr Kaufkraft zur Verfügung. Weiterlesen
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) schlägt für die Weiterbildung tarifvertraglich gesicherte Beschäftigungsverhältnisse vor. Diese sollten auf dem Niveau des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) liegen – bei einer Unterrichtsverpflichtung von maximal 25 Einheiten pro Woche in Vollzeit. „Damit die Träger das leisten können, müssen Bund, Länder und Kommunen sie entsprechend refinanzieren. So werden ein qualitativ gutes Angebot und gute Arbeit möglich“, sagte Ralf Becker, GEW-Vorstandsmitglied für Berufliche Bildung und Weiterbildung, am Dienstag, 28.5., in Frankfurt a.M. „Bildung ist eine staatliche Aufgabe. Damit dort, wo staatliche Gelder fließen, auch gute Arbeitsbedingungen herrschen, setzt sich die GEW für ein Bundestariftreuegesetz ein, wie es die Ampelregierung im Koalitionsvertrag vereinbart hat. Dieses Gesetz soll die Vergabe von Aufträgen des Bundes an die Einhaltung repräsentativer Tarifverträge koppeln.“