DGB warnt vor Sozialabbau und setzt auf Investitionen – eigene Rentenkommission angekündigt

Der Geschäftsführende DGB-Bundesvorstand hat am Dienstag in Berlin die politischen Schwerpunkte für das Jahr 2026 vorgestellt und die aktuelle politische Lage bewertet.

Mit Blick auf die aktuellen wirtschaftlichen Herausforderungen warb die DGB-Vorsitzende Yasmin Fahimi um Klarheit und Mut: „Was wir jetzt brauchen, sind keine dystopischen Zuspitzungen und keine nostalgischen Rückblicke, sondern klare Prioritäten und mutige Entscheidungen für die Zukunft“. Deutschland könne rasch wieder auf einen erfolgreichen Kurs kommen, wenn Wachstum, Beschäftigung und gesellschaftlicher Zusammenhalt konsequent in den Mittelpunkt der Wirtschaftspolitik gestellt würden. Es brauche ein „Paket für gute Löhne, gute Arbeit und ein gutes Leben“.

Stattdessen verliere sich die Bundesregierung in Nebenschauplätzen. „Deregulierung auf Kosten der Beschäftigten ist kein Zukunftsprogramm. Sie schwächt den Zusammenhalt, untergräbt das Vertrauen in den Staat und gefährdet die Kaufkraft“, so Fahimi. Arbeitsrechte und der Sozialstaat seien nicht Ursache der wirtschaftlichen Schwäche. Die Beschäftigten seien nicht schuld an der Krise. Mit Blick auf die Debatten über Lohnfortzahlung bei Krankheit, längere Arbeitszeiten oder ein höheres Rentenalter sagte die DGB-Chefin: „Nichts davon hilft, die Auftragslage in der Wirtschaft zu verbessern und die Auftragsbücher wieder zu füllen. Nichts davon schafft Zukunftssicherheit für Beschäftigte.“ Weiterlesen

„Qualität in Kitas nicht leichtfertig verspielen“

Bildungsgewerkschaft GEW zur Studie „Regionale Disparitäten in der Fachkraft-Quote von KiTa-Teams“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) warnt vor einem schleichenden Abbau pädagogischer Standards in Kindertageseinrichtungen. „Die Entwicklung ist alarmierend. Wenn immer weniger qualifizierte Fachkräfte in den Kitas tätig sind, bröckeln die Grundlagen guter pädagogischer Arbeit. Die Qualität, die Kitas anbieten, darf nicht leichtfertig verspielt werden. Die Leidtragenden wären die Kinder, deren Chancen auf bestmögliche Förderung erheblich geschmälert werden“, sagte Doreen Siebernik, stellvertretende GEW-Vorsitzende und Vorstandsmitglied für Jugendhilfe und Sozialarbeit, am Dienstag in Frankfurt a.M. mit Blick auf die Ergebnisse der Studie „Regionale Disparitäten in der Fachkraft-Quote von KiTa-Teams“, die die Bertelsmann Stiftung heute veröffentlicht hat. Sie bewertete die regionalen Ungleichheiten besonders kritisch. „Das heißt, dass die Kinder und deren Familien abhängig vom Wohnort sehr unterschiedliche Bildungsbedingungen und damit -chancen haben“, betonte Siebernik.

Sie wandte sich entschieden gegen die Praxis vieler Bundesländer, gesetzliche Regelungen so zu öffnen, dass fachfremdes oder geringer qualifiziertes Personal als Ersatz für die gut ausgebildeten Fachkräfte eingesetzt werden könne. „Das ist eine Politik der Notlösungen, die den Fachkräftemangel nicht behebt, sondern langfristig verschärft“, unterstrich Siebernik. Stattdessen forderte sie ein Kita-Bundesqualitätsgesetz mit verbindlichen Standards für Ausbildung und Fachkraft-Kind-Relation. Nur so könnten bundesweit ein Mindestmaß an Qualität gesichert und regionale Unterschiede abgebaut werden. Gleichzeitig müsse massiv in die Ausbildung und Nachqualifizierung investiert werden, um Fachkräfte zu gewinnen und zu halten. Dazu gehörten attraktive Arbeitsbedingungen mit guter Bezahlung, verlässliche Arbeitszeiten, ausreichende Leitungszeit, verbindliche Fort- und Weiterbildung sowie Zeiten zur Vor- und Nachbereitung der pädagogischen Arbeit. „Die Qualität der Kindertagesbetreuung ist eng verzahnt mit den finanziellen Spielräumen der Kommunen“, hob Siebernik hervor. „Um die Talfahrt aufzuhalten, müssen Bund und Länder die Kommunen von ihren Altschulden befreien und sie dabei unterstützen, sich zukunftsfähig aufzustellen.“

„Gute Bildung darf nicht vom Wohnort abhängen. Frühkindliche Bildung ist ein Grundrecht. Dieses Recht muss überall gleichermaßen eingelöst werden“, stellte Siebernik fest. Sie kündigte an, die Ergebnisse der Studie in ihre politische Arbeit einzubeziehen und sich auf allen Ebenen für eine verlässliche Finanzierung, faire Arbeitsbedingungen und verbindliche Qualitätsstandards stark zu machen.

Info: Die Autorinnen zeigen in ihrer Untersuchung, dass der Anteil an pädagogisch qualifiziertem Fachpersonal bundesweit rückläufig ist und es zugleich erhebliche regionale Unterschiede gibt. Während ostdeutsche Länder im Durchschnitt auf hohe Fachkraftquoten verweisen können, arbeiten in westdeutschen Bundesländern immer mehr Kitas mit deutlich weniger Fachkräften. Besonders dramatisch ist die Situation in Bayern, wo mittlerweile fast ein Drittel aller Einrichtungen weniger als die Hälfte fachlich ausgebildete Kräfte beschäftigt. Bundesweit ist der Durchschnittswert an pädagogisch qualifiziertem Fachpersonal seit 2017 von 76 auf 72 Prozent gesunken.


30.9.2029
Ulf Rödde
GEW-Hauptvorstand
www.gew.de

 

Kita oder Ganztagsschule: 59% der erwerbstätigen Eltern mit Schließungen oder verkürzten Betreuungszeiten konfrontiert

Bericht: Hans-Böckler-Stiftung

Wenn von Betreuungsengpässen die Rede ist, denken viele zunächst an die vielen Familien, die keinen Platz in einer Kita, bei Tageseltern oder in der schulischen Ganztagsbetreuung bekommen haben. Doch auch ein großer Anteil der erwerbstätigen oder arbeitsuchenden Eltern, die offiziell für ihr Kind einen Betreuungsplatz haben, kann nicht mit einer zuverlässigen Betreuung planen. … weiter


Quelle: boeckler.de
Bild von Alexander Vollmer auf Pixabay

 

 

GEW: „Kluge Fachkräftestrategie notwendig – kein Beruf in der frühkindlichen Bildung unterhalb des Qualifikationsniveaus der Erzieherinnen“

Bildungsgewerkschaft GEW zu den Beratungen der KMK und der JFMK

Mitteilung: GEW

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat mit Blick auf den dramatischen Personalmangel in der frühkindlichen Bildung eine kluge Strategie angemahnt, um mehr Fachkräfte für dieses Berufsfeld zu gewinnen. Gleichzeitig warnte die Gewerkschaft davor, Berufe zu schaffen, deren Qualifikationsniveau unter dem der Erzieherinnen und Erzieher liegt. „Alle Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel müssen darauf ausgerichtet sein, dass die am besten qualifizierten Pädagoginnen und Pädagogen mit den jüngsten Kindern arbeiten“, appellierte Doreen Siebernik, GEW-Vorstandsmitglied Jugendhilfe und Sozialarbeit, heute an die Kultusministerkonferenz (KMK) und die Jugend- und Familienkonferenz (JFMK), die am Freitag gemeinsam tagen. „Nur mit hohen Qualitätsstandards in der Ausbildung entwickeln sich die Erzieherinnen und Erzieher von morgen zu den umsichtigen Pädagoginnen und Pädagogen, die jedem Kind die besten Bildungs- und Teilhabechancen ermöglichen.“ Weiterlesen

DGB fordert verstärkte Investitionen in die Qualität der Kitas

Mitteilung: DGB

Anlässlich der heutigen Veröffentlichung des Ländermonitorings Frühkindliche Bildungssysteme durch die Bertelsmann-Stiftung ruft der Deutsche Gewerkschaftsbund zu verstärkten Investitionen in Personal und Ausstattung der Kindertagesstätten auf. Die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack äußerte sich am Mittwoch in Berlin: Weiterlesen

GEW zu Ausfallzeiten pädagogischer Fachkräfte in Kitas

Bildungsgewerkschaft GEW zum Positionspapier zu Reformbedarfen und Berechnungen zu Fehlzeiten pädagogischer Fachkräfte der Bertelsmann Stiftung: dramatisch hohe Ausfälle durch Krankheit an den Kitas

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht mit Blick auf die heute vorgestellten Zahlen zu Reformbedarfen und Berechnungen zu Ausfallzeiten pädagogischer Fachkräfte der Bertelsmann Stiftung dringenden Handlungsbedarf aller Verantwortlichen, um die Beschäftigten in der frühkindlichen Bildung zu entlasten. „Die Fachkräfte in den Kitas sind stark überlastet und stecken in einer ernsten Krise. Durch die hohen Krankheitsausfälle gerät das Personal zunehmend unter außerordentlichem Druck. Das gefährdet die Qualität der frühkindlichen Bildung stark“, sagte Doreen Siebernik, GEW-Vorstandsmitglied für Jugendhilfe und Sozialarbeit, am Dienstag in Frankfurt. „Jetzt sind schnelle und gezielte Maßnahmen von Bund und Ländern notwendig, um den Personalengpass zu beheben. Es muss sichergestellt werden, dass eine qualifizierte Betreuung, Bildung und Erziehung der Kinder gewährleistet bleibt, Kinder haben ein Recht darauf!“ Weiterlesen

„Mehrarbeit in den Kitas ist keine Option“

Bildungsgewerkschaft GEW zur Veröffentlichung der durch die Hans-Böckler-Stiftung geförderten Pilotstudie „Nur Teilzeit in der Kita? Arbeitszeitumfänge und Beschäftigungspotentiale in der Kindertagesbetreuung“ (TeKit)

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht mit Blick auf die vor wenigen Tagen veröffentlichte und von der Hans-Böckler-Stiftung geförderten Pilotstudie „Nur Teilzeit in der Kita? Arbeitszeitumfänge und Beschäftigungspotentiale in der Kindertagesbetreuung“ (TeKit) die Politik in der Pflicht, die Arbeitsbedingungen in den Einrichtungen zu verbessern. 45 Prozent der für die Studie Befragten möchten ihre Arbeitszeit weiter reduzieren. Nur 7 Prozent würden aufstocken. Von 56 Prozent der Teilzeitbeschäftigten wünschen sich lediglich 1,8 Prozent einen Vollzeitvertrag. Von den befragten Vollzeit-Kräften möchten rund 57 Prozent ihre Arbeitszeit reduzieren. Weiterlesen

„Brauchen große gesellschaftliche Kraftanstrengung!“

Bildungsgewerkschaft GEW zur Gesamtstrategie „Fachkräfte für Kita und Ganztag“ des Bundesfamilienministeriums

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mahnt, dass eine große Kraftanstrengung nötig sei, um die Attraktivität der Arbeits- und Rahmenbedingungen in allen Arbeitsfeldern der Kinder- und Jugendhilfe zu verbessern. „Wir brauchen endlich ein gesamtgesellschaftliches Handeln, wenn es um die Gewinnung und Bindung neuer, dringend gebrauchter Fachkräfte in der Frühen Bildung, Erziehung und Betreuung geht“, sagte Doreen Siebernik, GEW-Vorstandsmitglied Jugendhilfe und Sozialarbeit, in Berlin mit Blick auf die heute vorgestellte Gesamtstrategie „Fachkräfte für Kita und Ganztag“ des Bundesfamilienministeriums (BMFSFJ). „Wenn wir nicht alle Kinder so begleiten und bestmöglich fördern, dass ihnen ein erfolgreicher Start ins Leben gelingt und sie ihren Platz in der Gesellschaft finden, sind die Auswirkungen auf das Wohlergehen der Kinder und damit auf die gesamte Gesellschaft dramatisch.“ Weiterlesen

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