Und es gibt sie doch: 5G-Mobilfunk-Studien zeigen bedenkliche nicht-thermische Gesundheitsschäden

Mitteilung: diagnose:funk

Stuttgart, 16.7.2025: Die Umwelt- und Verbraucherorganisation diagnose:funk präsentiert in der neuen Ausgabe (2-2025) der Fachzeitschrift „ElektrosmogReport“ vier wissenschaftliche Studien zu 5G-Mobilfunk und Gesundheit: Alle vier Studien wurden mit Frequenzen des neuen 5G-Mobilfunkstandards durchgeführt. Sie untersuchten unterschiedliche Gesundheitsaspekte, jeweils auf höchstem wissenschaftlichen Niveau und gut dokumentiert. Dabei fanden alle vier Studien klare (statistisch signifikante) Beweise für die Gesundheitsschädlichkeit der Mobilfunkstrahlung – sogenannte nicht-thermische biologische Effekte.

Die Studien inkl. Besprechung in der Studiendatenbank EMF:data:

„Und es gibt sie doch!“, sagt Jörn Gutbier, Vorsitzender von diagnose:funk, zur Existenz von nicht-thermischen, gesundheitsschädlichen Effekten, ausgelöst durch Mobilfunkstrahlung. „Das Bundesamt für Strahlenschutz und in der Folge auch die Bundesregierung behaupten zwar seit Jahren steif und fest, Mobilfunkstrahlung unterhalb der Grenzwerte sei harmlos. Doch diese neuen, sehr gut gemachten Studien zeigen das Gegenteil: 5G-Mobilfunkstrahlung weit unterhalb der Grenzwerte löst nicht-thermische biologische Effekte in unseren Zellen aus – und diese Effekte sind gesundheitsschädlich. Herr Bundesumweltminister Schneider, lesen Sie diese Studien! Wem glauben Sie danach mehr: der Mobilfunkindustrie und ihrem Wunschdenken oder der internationalen Wissenschaft und ihren klaren Ergebnissen?“

Der thermische Effekt von Mobilfunkstrahlung bedeutet, dass (vergleichbar mit dem Mikrowellenofen) die Strahlung zur Erwärmung von Gewebe führt. Die gesetzlichen Grenzwerte der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) schützen vor diesem thermischen Effekt zuverlässig.

Die nicht-thermischen Effekte sind biologische Wirkungen der Strahlung, die nicht mit Erwärmung von Gewebe, sondern durch zellbiologische Mechanismen erklärbar sind. Diese Effekte treten weit unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte auf. In der Studiendatenbank EMF:data dokumentiert diagnose:funk über 700 wissenschaftliche Studien, die nicht-thermische, gesundheitsschädliche Effekte nachweisen oder klare Hinweise darauf liefern.

Die vorliegenden vier neuen Studien bestätigen für 5G, was der Technikfolgenbericht des Deutschen Bundestags bereits 2023 anhand von über 60 Studien sowie der Technikfolgenbericht des EU-Parlaments allgemein für Mobilfunkstrahlung aufgezeigt hatten: Nicht-thermische, gesundheitsschädlichen Effekte durch Mobilfunkstrahlung sind eine Wahrheit – und darauf muss die Bundespolitik reagieren.

diagnose:funk schlägt einen nicht-thermisch begründeten Grenzwert von 100 µW/m² bzw. 0,2 V/m vor. Zum Vergleich: aktueller thermisch begründeter Grenzwert = 10.000.000 µW/m² bzw. 61 V/m; sehr guter LTE-Empfang noch bei -80 dBm = 0,001 µW/m² bzw. 0,0006 V/m, siehe https://www.lte-anbieter.info/technik/asu.php

Im 11. Emissionsminderungsbericht der Bundesregierung vom 9.4.2025 behauptet das Bundesumweltministerium noch: „Im Bereich niedriger Intensitäten von HF-EMF konnten gesundheitliche Beeinträchtigungen infolge nicht-thermischer Wirkungen in jahrzehntelanger Forschung bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden.“ (S. 3, Mitte) Die Bundesregierung sollte sich jedoch mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen auseinandersetzen, statt dogmatisch das Wunschdenken der Mobilfunkindustrie als Regierungsmeinung zu wiederholen.

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) ist hier bereits Vorreiter: Er forderte im Amtsblatt der EU vom März 2023 im Rahmen der Grenzwertdiskussion: „Besonderes Augenmerk sollte den nicht-thermischen Effekten gelten (1.11.)“

diagnose:funk hat in einem über 20-seitigen Überblick die wissenschaftliche Diskussion und die Studienlage zu den nicht-thermischen Effekten zusammengestellt: https://www.diagnose-funk.org/ueberblick#3


16.7.2025
diagnose:funk
www.diagnose-funk.org

 

Weiterlesen

Thema Elektrosmog: «Mich berührte, wie einsam die Menschen sind»

Pascal Sigg veröffentlichte am 22.3.2025 im Schweizer Online-Magazin „Infosperber“ den Artikel «Mich berührte, wie einsam die Menschen sind» über die Aargauer Maturandin Xenja Abegg. Sie zeigt in einem Film Menschen, die unter Elektrosmog leiden. Mit Infosperber sprach die Gymnasiastin  über die Recherche.

den ganzen Artikel lesen

 

„Elektromagnetische Strahlung – Belastung durch Mobilfunkstrahlung nimmt immer mehr zu“

Unter diesem Titel hat die Umwelt- und Verbraucherorganisation Diagnose-Funk e.V. Tipps und Empfehlungen für einen strahlungsarmen Alltag zusammengestellt. Im Vorspann heißt es:

Elektromagnetische Wellen werden drahtlos durch die Luft übertragen. Sie werden benutzt bei Radio- und Fernsehsendern, Mobilfunknetzen, Daten- und Richtfunk, Amateur- und CB-Funk, Feuerwehr, Polizei, Taxi und Industrie, Radar und Militär, Post und Satelliten, Sicherungs- und Alarmanlagen, schnurlosen Telefonen, SmartPhones, PC´s, Tablets, Babyphonen, Mikrowellenherden, Alarmanlagen, Verbrauchszählern, Waffen, Spielzeugen, Fernsehern, Stereoanlagen u.v.a.m. (Quelle: https://www.diagnose-funk.org/publikationen/ratgeber/ratgeber-1-elektrostress-im-alltag/elektromagnetische-strahlung)

Tipps und Empfehlungen lesen

 

„WLAN zuhause und an Schulen – die Risiken“

Arbeitspapier 06: Welche Alternativen gibt es, die auf die Gesundheit vermehrt Rücksicht ­nehmen?

Am 26.4.2024 wurde von diagnose:funk das Arbeitspapier Nr. 6 veröffentlicht. Im Vorspann des Artikels heißt es:

WLAN wurde zu einer der meistgenutzten Mobilfunkfrequenzen. Es ist lizenzfrei und wird kostenlos angeboten. WLAN anzubieten, gilt als fortschrittlich. Schulen, Bahnen, Busse, Hotels, Kliniken, Einkaufszentren – alle bieten Hotspots an. Auch um Nutzerdaten abzugreifen. Die Studienlage zu biologischen Wirkungen von WLAN ist enorm. Mehr als einhundert Studien weisen schädigende Auswirkungen nach, u.a. auch auf Gedächtnisleistungen. Obwohl das bekannt ist, werden für die digitale Bildung Schulen damit ausgerüstet. Immer wieder fragen Lehrende bei uns an, wie sie das problematisieren können und welche Alternativen es gibt. (Quelle: https://www.diagnose-funk.org/aktuelles/artikel-archiv/detail?newsid=2079)

zum Artikel

Direkter Download des Arbeitspapiers 6


Bild von Annette auf Pixabay

 

„Schweden unterbricht «Experiment mit Kleinkindgehirnen»“

Am 21.6.2023 veröffentlichte Pascal Sigg im Magazin Infosperber aus der Schweiz den oben genannten sehr informativen Artikel über die Aussetzung der schwedischen Digitalstrategie für Ein- bis etwa Sechsjährige (Beginn 1. Schuljahr) durch die neue Schulministerin. ForscherInnen hatten Alarm geschlagen:

zum Artikel: Schweden unterbricht «Experiment mit Kleinkindgehirnen»“.

 

„Häufiges Telefonieren mit dem Smartphone erhöht das Risiko für Bluthochdruck“

So lautet die Überschrift eines Artikels im Magazin „diagnose:funk„, der von einer Studie chinesischer Wissenschaftler berichtete. Die Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Smartphonenutzung und Bluthochdruck. Die Daten basierten auf einer britischen Datenbank, mit dem Ergebnis: Die Strahlenbelastung führt zu einem bis zu 25% höheren Risiko.

Da auch PädagogInnen häufig unter zu hohem Blutdruck leiden, sollte man einen möglichen Zusammenhang mit Mobilfunkstrahlung nicht außer Acht lassen. Die Ergebnisse der Studie werden genau aufgelistet. Die Diplom-Biologin Isabel Wilke hat die Studien rezensiert.

  den Artikel lesen