Aus der Welt der Werbung

Eine Glosse von Gabriele Frydrych

Gleich fängt die Tagesschau an. Wie immer spricht vorher jemand über Bauchschmerzen, Krämpfe und Durchfall. Ein kleines Mädchen kräht begeistert: „Papa hat ständig gepupst!“ Papa rät leicht verlegen zu einem wunderbaren Medikament mit japanisch angehauchtem Namen. Das hilft übrigens auch im umgekehrten Fall, wenn überhaupt nichts mehr geht. Diese Werbung erwische ich ständig.

Wenn ich den Fernseher früher einschalte, erfahre ich auch, was man gegen Schwindel, Vergesslichkeit, nächtlichen Harndrang und schmerzende Knie tun kann. Mein Neffe grinst: „Weißt du nicht, dass nur Rentner ARD und ZDF sehen? Denen kann man doch nicht mit Freiheit, Suff und Abenteuer kommen.“ Aha. Der ältere Mensch reibt sich also nur noch jammernd seine Gelenke ein… …weiter

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So viele Experten!

Eine Glosse von Gabriele Frydrych

Der Änderungsschneider lacht, als ich reinkomme. Gefällt ihm meine Tigermaske nicht? Oder findet er meine beschlagenen Brillengläser so witzig? Er meint: „Ihre Maske ist völlig sinnlos. Außerdem sammeln sich darin Bakterien und Schimmelpilze!“ Aha, noch so ein Corona-Experte.

Es beeindruckt mich, wie viele Epidemiologen, Virologen und Spezialisten sich derzeit in unserem Land tummeln. Millionen! Genauso viele Kollegen hat übrigens auch Fußballtrainer Yogi Löw. Aber Fußball lässt sich vielleicht ein wenig einfacher beurteilen als ein neues Virus. … weiter

 

Wunschlos glücklich?

von Gabriele Frydrych

Emma wird acht. „Was wünschst du dir denn zum GebEin Buch einer unserer Autorinnenurtstag?“, frage ich. „Alle Wünsche sind schon vergeben“, teilt Emma mit, „ich habe keine mehr übrig.“ Ich staune. Ich hatte als kleines Mädchen immer ein paar unerfüllte Wünsche. … weiter


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Weihnachten steht vor der Tür. Geschenktipp der Redaktion: Ein Buch von einer unserer Autorinnen: Gabriele Frydrych!
Hier ist eine Übersicht ihrer (nicht nur) satirischen Bücher
Und hier findet ihr Rezensionen und Texte von Gaby Frydrych

 

 

Horrorkürbis

von Gaby Frydrych

Halloween Spukhaus

Jetzt liegen sie wieder bergeweise vor den Häusern im Umland: Kürbisse in allen Größen, Formen und Farben. Manche von Künstlern zu grimmigen Grimassen geschnitzt und mit einem Teelicht illuminiert. Meine Mutter hat uns vier Kindern nur ein einziges Mal ein Gericht aus Kürbis kredenzt. Sie hat es nie wieder versucht. Aber jetzt wird mir Kürbis an allen Ecken und Enden serviert. … weiter


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Manoli linksrum

Eine Satire von Gabriele Frydrych

Damals war es nur einer. Er stand bei jeder Demo am Rand und warnte mit seinen Schildern vor Eingriffen am Hirn und vor Totalüberwachung. Angeblich hatte man bei ihm schon Sender installiert. Aber wer? Helmut Schmidt? Franz-Josef Strauß?

Jung und ignorant, wie wir als Studenten waren, haben wir nur gegrinst. Dabei hatte der Mann mit den Sendern ja vielleicht schon damals Recht… Das war in den 70er Jahren. Regelmäßig trat bei den Demos auch eine Oma mit buntem Gehäkeltem auf, die freundlich-penetrant „Ficken für den Frieden“ propagierte.

Nun sind es viele. Und sie treten nicht nur im Fernsehen auf, sondern auch im näheren Umfeld. Studierte Menschen, die man bisher für zurechnungsfähig gehalten hat. Und sie stellen Vermutungen in den Raum, die die Spinnereien des „Mannes mit den Sendern“ bei weitem übertreffen. … weiter


zu Gaby Frydrychs Texten, die bisher im Magazin Auswege erschienen sind.

zu ihren neuen Texten im GEW-AN Magazin


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Im Krisenmodus

Eine Satire von Gabriele Frydrych

Jung gegen Alt!“, kräht das Nachbarskind und hält ein Beil in der Hand. Mir wird ganz anders. Paul ist vier. Wenn ihm nun das Beil aus der Hand fällt? Sein Vater huldigt der freien Erziehung: „Man kann Kinder nicht vor schlechten Erfahrungen schützen, man kann sie nur entsprechend informieren.“

Hat der Vater das Kind auch darüber „informiert“, dass die Corona-Krise eigentlich nur ein Konflikt zwischen Jung und Alt ist? Ich bin froh, dass uns ein Zaun trennt! In unserer Waldsiedlung leben Familien (und Rentner) recht privilegiert. Wer einen eigenen Garten hat, kann dort z.B. Tischtennisplatten und Trampoline aufstellen. Diese Spielgeräte sind mittlerweile genauso Mangelware wie Hefe und Blumenerde…. weiter


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Schwer traumatisiert

von Gabriele Frydrych

Im Feuilleton schreibt ein Journalist von „traumatisierten Jugendlichen“. Sicher meint er Kinder von drogenabhängigen Eltern, von psychisch kranken oder gewalttätigen Eltern. Nein, viel schlimmer: Die zarten Kinderseelen in diesem Artikel wurden in der Schule mit klassischen Dramen gequält. Schillers „Räuber“ und Kleists „Zerbrochener Krug“. Und als der Lehrplan ein Jahr später ein modernes Theaterstück vorschreibt, behandelt die Lehrerin Dürrenmatts „Besuch der alten Dame“. Ein Stück aus dem Jahre 1956: Da stöhnt die Urgroßmutter hinterm Ofen: „Das hatten wir damals auch schon. Ist das immer noch so langweilig?“

Finn-Levin zitiert im Unterricht triumphierend diesen Ausspruch der Uroma. Die Deutschlehrerin denkt mal wieder resigniert an den großen Aufklärer Lichtenberg: „Ein Buch ist ein Spiegel. Wenn ein Affe hineinsieht, kann kein Apostel herausgucken.“ … weiter


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Total von der Rolle

Die Liebe zum Klopapier in den Zeiten der Pandemie …


Total von der Rolle

Eine Glosse von Gabriele Frydrych

7.30 Uhr. Die optimale Zeit. Um sieben Uhr öffnet der Supermarkt und füllt die Regale auf. Jetzt schlägt meine Stunde! Zielstrebig steuere ich die Hygiene-Artikel an. Gähnende Leere im Regal. Viele Kunden, die ratlos durch die Gänge irren.

Am Tresen fragt mich der Wurstverkäufer nach meinen Wünschen: „Eine Packung Toilettenpapier!“ Er grinst müde: „Wissen Sie, was die Franzosen bunkern? Wein und Kondome! Die haben wenigstens Lebensgefühl. Und wir Deutschen hamstern Klopapier. Das ist doch abartig.“ Ein Herr in der Warteschlange will sofort umsiedeln: „Die Franzosen haben Stil! Lieber breitbeinig als engstirnig!“ … weiter


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