Erste Ergebnisse der Studie zur Professionalität und Bildungsgerechtigkeit in der Corona-Krise

Bericht: FernUniversität in Hagen

Wie erreichen Lehrende ihre Schülerinnen, Schüler und Studierenden in der Corona-Krise? Eine Studie der FernUniversität in Hagen zu Fernunterricht und -lehre zeigt: Die Bildungsteilhabe in der Corona-Krise ist an Schulen und Hochschulen massiv gefährdet.

Als Grund dafür wird von den Befragten in erster Linie der unzureichende persönliche Kontakt zwischen Lehrenden und Lernenden angegeben. Infolge der Schul- und Hochschulschließungen zur Eindämmung des Corona-Virus mussten Lehrkräfte verstärkt auf digitale Werkzeuge zur Realisierung ihres Unterrichts und ihrer Lehre zurückgreifen. … weiter

Weitere Ergebnisse folgen und werden auf den Webseiten des Zentrums für pädagogische Berufsgruppen- und Organisationsforschung (ZeBO Hagen) zur Verfügung gestellt: https://www.fernuni-hagen.de/zebo/projekte/coronakrise.shtml


Quelle:
www.idw-online.de
www.fernuni-hagen.de

Tagebuch

 

Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch 31

Die „Seuche der Anywheres“

„Vor ungefähr hundertfünfzig Jahren wusste
fast jeder in der Welt, dass er sein Leben
an dem Ort seiner Geburt oder zumindest in der Nähe,
vielleicht im nächsten Dorf, verbringen würde.
Jeder wusste, dass er sich seinen Lebensunterhalt
auf die gleiche Weise verdienen würde wie seine Eltern.“
(Amos Oz)

Wir waren über den Himmelfahrtsfeiertag für ein paar Tage im nordhessischen Kellerwald und sind viel umhergegangen. Rotmilane kreisten über uns, es duftete nach Harz und Holunderblüten. Die Idylle wurde dadurch getrübt, dass viele Fichten grau-braun sind und nach zwei trockenen Sommern absterben. Corona ist dort etwas ganz Abstraktes. Man hört davon, dass Leute sich infizieren und im Extremfall auch daran sterben, aber das ist weit weg und geschieht anderswo.

Die gegen das Virus erlassenen Maßnahmen werden als Oktroi erlebt, wie Erlasse einer fremden Zentral- und Kolonialmacht. Die Maske gilt als Symbol der „Corona-Diktatur“ und wird nur getragen, wenn es sich nicht vermeiden lässt. Ein verqueres Würdebedürfnis und der Stolz wehren sich gegen die Masken, die zu tragen als Geste der Unterwerfung gilt. Wie ein Eingeborener, der sich einen Schlips umbindet, um sich bei seinen Herren anzubiedern. Wie Donald Trump glauben viele Einheimische, dass das Virus einem chinesischen Labor entsprungen ist und von der kommunistischen Führung auf den Westen losgelassen wurde, „um uns zu schwächen, bis sie alles übernehmen können“. Die Kluft zwischen Stadt und Land ist auch in puncto Corona spürbar. Corona – das haben die Leute in der Stadt. Es ist eine Folge von deren unsteter Lebensweise, die Konsequenz ihrer Hypermobilität.weiter

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Tagebuch

 

Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch 30

Meine Durchhalteprosa

Die sich anschicken, der barbarischen
Vorgeschichte der Menschheit ein Ende zu bereiten,
sind selbst Menschen dieser Vorgeschichte.
Sie gehen in den Kampf gegen Götzen
mit der Seele von Götzendienern.“
(Manès Sperber)

Ich denke im Moment, dass ich das Corona-Tagebuch langsam ausklingen lasse. Seit Mitte März, als Frau Merkel die Ausgangsbeschränkungen verkündete, schreibe ich unentwegt. Durchhalteprosa nenne ich für mich diese Form des Schreibens, ohne die ich es nicht aushalten könnte. Schreibend versuche ich, mir den ganzen Wahnsinn ein wenig vom Hals zu halten. Ich kann ja später auf das Tagebuch zurückkommen, falls die von Experten befürchtete zweite Welle über uns hereinbricht. Im Moment lassen die Leute alle Rücksichtnahmen fahren und verhalten sich, als wäre nichts gewesen.

Von vielen Seiten höre ich, dass im Augenblick Freundschaften über die Frage zerbrechen, wie man es mit Corona hält. Die einen tragen Masken und achten auf Abstand, die anderen lachen darüber und fordern einen auf: „Mach dich mal locker!“ Die Süddeutsche Zeitung schreibt: „Es gibt jetzt eine neue Konfliktlinie: auf der einen Seite die Hab-dich-nicht-so, auf der anderen die Spießer. Winken gegen umarmen. Team Bussi-Bussi gegen Team Einsfünfzig.“ Ich halte es mit Feridun Zaimoglu, der gesagt hat: “Leute wie ich gelten als Spaßverderber, aber Lebenslust ist das eine, Dämlichkeit ist das andere.” … weiter

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Auf seiner Homepage hat Joscha Falck im Mai eine Checkliste mit vielen Infos zur Schulentwicklung im Angesicht der Corona-Krise zusammengestellt.
Einige Themen, die behandelt werden:
– Leitlinien für das Lernen zuhause entwickeln
– Zusammenarbeit organisieren
– ein zukunftsfähiges Medienkonzept entwickeln
– Betreuung der SchülerInnen
– Softwareausstattung und Organisation der Speicherproblematik
– Kooperation Elternhaus-Schule
– u.a.mehr

Anregungen für die Krisenzeit

In der Phase der Schulschließung waren Schulen gezwungen, ihre Arbeitsweise und ihre bisherigen Routinen von jetzt auf gleich umzustellen und digitalen Fernunterricht für das Lernen zuhause zu organisieren. Zahlreiche Schulen waren auf diese Situation nicht adäquat vorbereitet, mussten improvisieren und so gut wie möglich nachsteuern. Dabei ist nach wie vor viel Durcheinander zu beobachten. Einheitliche Lösungen, geschweige denn Konzepte für das Lernen zuhause oder den sogenannten Hybridunterricht der kommenden Wochen und Monate fehlen. All das ist ohne Frage eine riesige Herausforderung für jede Schulgemeinschaft und gleichermaßen ein Auftrag für Prozesse der Schulentwicklung. Die folgenden Stichpunkte können als Checkliste für Schulentwicklung während der Pandemie betrachtet werden. Ihnen liegt der Gedanke zugrunde, dass Schulen für einheitliche Systeme, Transparenz und Austausch zwischen allen Akteur*innen sorgen sollten. Den ganzen Text lesen

Viele Erzieher*innen arbeiten seit Ausbruch der Corona-Pandemie ununterbrochen in den Kitas im Rahmen der Notbetreuung oder im Homeoffice, um für Eltern und Kinder da zu sein. Sie hatten seit Weihnachten keinen Urlaub mehr, nachdem auch in den Osterferien die Notbetreuung aufrechterhalten werden musste. Weiterlesen »

Tagebuch

 

Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch 29

Lob und Kritik des Zweifels

Fanatiker sind zu allem fähig,
sonst aber zu nichts.“
(Georg Christoph Lichtenberg)

Ich wandere durch meine Lieblingslandschaft. Margeriten, Wiesensalbei und Dotterblumen blühen und lassen die Wiesen in allen Farben des Frühlings leuchten. Da meine Lieblingsbank, die um diese späte Vormittagsstunde in der Sonne steht, besetzt ist, gehe ich weiter. Ich durchquere ein Tal, das ich bei mir das „Tal des mäandernden Baches“ nenne. Karl Valentin: „Das machen sie gern, die Bäch.“ Bis sie begradigt werden.

Ich möchte unbedingt in einem Roman des österreichischen Schriftstellers Gerhard Roth weiterlesen, auf den ich dieser Tage in einem öffentlichen Bücherschrank in meiner Nachbarschaft gestoßen bin. Er heißt Der stille Ozean und stammt aus dem Jahr 1980. Am Waldrand befindet sich eine weitere Bank, die ich nun ansteuere. Als ich meinen Rucksack absetze und das Buch raushole, fällt mir auf, dass jemand an der Rückenlehne einen leuchtend gelben Aufkleber platziert hat. In roter Lettern steht darauf das Wort Zweifel. Sonst nichts, kein Hinweis, woran man zweifeln soll und warum. … weiter

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Mitteilung: Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.

Im Kampf gegen die Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 gilt seit einigen Wochen in ganz Deutschland die Pflicht zum Tragen von Schutzmasken im öffentlichen Nahverkehr und beim Einkauf. Neben industriell gefertigten Masken können auch selbstgenähte Stoffmasken verwendet oder Nase und Mund mithilfe von Tüchern und Schals bedeckt werden. Welche Masken geeignet sind und worauf bei der Verwendung geachtet werden sollte, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin e.V. (DGP) in einer aktuellen Stellungnahme. … weiter


Quelle: www.awmf.org

Tagebuch

 

Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch 28

Der Wert des Menschen

In Verlängerung der Thesen von Michel Houellebecq (siehe Teil 27) könnte man sagen, dass auch das Maskentragen und vor allem das Geschehen unter den Masken eigentlich nichts Neues ist. In den Echokammern und Filterblasen, in denen sich eine gleichgeschaltet-aufgeregte Pseudo-Öffentlichkeit seit Jahren eingeschlossen hat, atmen deren Bewohner permanent ihre eigenen toxischen Exhalate von neuem ein. Die Leute schaffen sich ihre eigenen Parallelwelten, in denen sie unter sich bleiben und kommunikative Inzucht treiben.

„Genauso isses!“, ruft der Facebook-Nutzer aus, wenn ihm seine eigene Meinung tausendfach als Echo entgegenschallt. Jens Berger schrieb schon vor etlichen Jahren, die zeitgenössische Form des Stammtisches seien die sozialen Netzwerke. Unter Gegenöffentlichkeit hatten wir uns 68ff eigentlich etwas anderes vorgestellt. … weiter

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