Ganztag: Eltern wünschen sich Verlässlichkeit UND pädagogische Qualität

Bericht: DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation

Der Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Betreuung im Grundschulalter steht kurz bevor. Jetzt zeigt eine deutschlandweite Befragung von mehr als 4.000 Eltern: Die Bedarfe von Familien für Ganztagsangebote im Grundschulalter sind je nach Familienstruktur, Erwerbstätigkeit, Bildungshintergrund und räumlicher Lage unterschiedlich. Während für viele die Vereinbarkeit von Familie und Beruf im Mittelpunkt steht, verbinden andere mit dem Ganztag vor allem pädagogische Erwartungen wie Förderung, soziale Erfahrungen und mehr Selbstständigkeit der Kinder.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Eltern mit Blick auf den Ganztag keine einheitliche Gruppe sind. Ob und warum Familien ein Angebot nutzen, hängt stark mit ihrer jeweiligen Lebenssituation zusammen“, sagt Dr. Amina Kielblock, die am DIPF | Leibniz-Institut für Bildungsforschung und Bildungsinformation die Erhebung federführend verantwortet hatte. Diese liefere wichtige Hinweise für den bevorstehenden Rechtsanspruch auf ganztägige Bildung und Förderung im Grundschulalter. „Für Kommunen, Schul- und Ganztagsträger sowie die Einrichtungen selbst wird deutlich: Ganztagsschulen sollten nicht nur verlässliche Betreuung ermöglichen, sondern auch die pädagogischen Erwartungen der Familien berücksichtigen. Gerade nicht-akademische Familien wünschen sich vom Ganztag oft Unterstützung für das schulische Lernen. Es ist daher anzuraten, beim Ausbau des Ganztagsangebots jeweils vor Ort die Elternperspektive frühzeitig einzubinden.“ Weiterlesen

Wie „Autobahnen“ im Gehirn kleinen Kindern bei der Pluralbildung helfen

Bericht: Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften, Leipzig

Haben Sie schon einmal beobachtet, wie ein Kind stolz verkündet: „Guck mal, zwei Hünde!“ oder „Das sind aber viele Stuhle!“? Was für uns Erwachsene amüsant klingt, zeigt deutlich, wie schwierig die Bildung des Plurals noch für ein dreijähriges Kind ist. Das Kind hat nämlich bereits verstanden, dass es eine Regel gibt (zum Beispiel wird aus „Hund“ durch das Anhängen eines „e“ die Mehrzahl „Hunde“, verwendet aber noch zusätzlich einen Umlaut ähnlich wie bei dem Plural „Hände“) und man nicht einfach nur ein neues Wort lernt. Denn „Hünde“ wird das Kind bisher bestimmt noch nicht gehört haben, es wendet die Pluralregel nur noch nicht ganz richtig an.

Cheslie C. Klein, Philipp Berger, Charlotte Grosse Wiesmann und Angela D. Friederici vom Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften (MPI CBS) haben nun in einer Studie untersucht, wie eng die Reifung der Nervenbahnen im Gehirn mit der Fähigkeit der Kinder zusammenhängt, den Plural von Wörtern zu bilden. … weiter


Quelle: 
www.cbs.mpg.de

 

Amoktaten von jungen Menschen – Die falsche Alternative

            Der Kommentar zum Zeitgeschehen
     von Jürgen Scherer*

Überlegungen zu einem unerträglichen Phänomen

Es geht ja immer wieder ein großes, meist von Unverständnis geprägtes, Kopfschütteln durch die Welt, wenn mal wieder eine Amoktat ihr schreckliches Haupt erhoben hat, sei es in einer Schule, im öffentlichen Nahverkehr, in einem anderen öffentlichen Bereich.

Zugleich werden fast immer die gleichen Fragen gestellt: Wie konnte das passieren? Hat das denn niemand kommen sehen? Was ist denn das für ein Idiot? Was geht denn in diesem Kopf eigentlich vor? Haben sie dem ins Gehirn geschissen?

Fragen über Fragen, die letztlich die Hilflosigkeit zeigen, mit der wir solchen Taten gegenüber stehen. Denn ihre Beantwortung führt uns oft nicht weiter als bis zum nächsten Fall. … weiter


*Jürgen Scherer ist ehemaliger Lehrer für Geschichte und Politik an einer hessischen Gesamtschule und GEW-Mitglied. Er schrieb früher für das Magazin Auswege, jetzt für das GEW-MAGAZIN.

 

An unsere Haut lassen wir nicht alles – und in unser Gehirn?

Soziale Medien als Herausforderung für Kinder und Jugendliche

von Frank Herold

1. Einführung
Der Vergleich zwischen Haut und Gehirn kam mir in den Sinn, weil wir zum Beispiel bei Lust oder Angst eine Gänsehaut bekommen und in Stressphasen schwitzen (siehe Adler 2021). Der Vergleich offenbart aber auch einen wichtigen Unterschied: Im Gegensatz zum Gehirn ist unsere Haut jederzeit sichtbar und direkt zugänglich. Wir sehen, wenn die Haut verschmutzt oder gereizt ist, und können sie dann waschen oder mit lindernden Mitteln behandeln.

Eine ganz andere Herausforderung ist dagegen digitaler Stress, der etwa durch die Nutzung sozialer Medien entsteht. Den können wir nicht einfach aus unserem Gehirn waschen. Zudem wirkt er oft so unterschwellig, dass wir ihn nicht wahrnehmen, obwohl er uns unbewusst erheblich belastet (siehe Frank-Basten-Stiftung 2023). Deshalb sollten wir mit unserem Gehirn noch pfleglicher umgehen als mit unserer Haut und gut darauf achten, was wir hineinlassen.

Damit stellen sich uns Fragen wie: Warum genau sind soziale Medien für Kinder und Jugendliche so herausfordernd? Warum sind manche junge Menschen im Umgang mit digitalem Stress eher weniger widerstandsfähig als andere? Wie können Eltern ihre Kinder auf die Herausforderungen sozialer Medien vorbereiten?  … weiter

Print-Version (zum leichteren Ausdruck, pdf-Datei) – keine Fotos, kleinere Schrift und Abstände, 20 S. reiner Text ohne Quellen, 26 S. mit Quellenangabe.


Bild von Liane Kwoll auf Pixabay

 

Vielfalt bewegt: Individuelles Lernen im Sportunterricht stärken

Bericht: Technische Universität Braunschweig

Bewegung, Teamgeist, Fairness: Kaum ein Schulfach prägt Kinder und Jugendliche so unmittelbar wie der Sportunterricht. Schulsport kann alle Schüler*innen gleichermaßen erreichen und trägt damit eine besondere Verantwortung für Bildungs- und Erziehungsprozesse. Doch wie kann individuelles Lernen in einem Sportunterricht aussehen, der die Vielfalt der Schüler*innen berücksichtigt und allen eine gleichberechtigte Teilhabe ermöglicht?

Dieser Frage gehen Sport- und Erziehungswissenschaftler*innen der TU Braunschweig, der Universität zu Köln und der Deutschen Sporthochschule Köln gemeinsam nach und arbeiten dabei eng mit Lehrkräften in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zusammen. … weiter


Quelle:
www.idw-online.de
www.tu-braunschweig.de

 

Psychologie-Studie: Was Hänschen lernt, kann auch Hans lernen

Bericht: Universität Heidelberg

Ältere Erwachsene profitieren genauso wie jüngere von einer Persönlichkeitsintervention mit einem Training ihrer Fähigkeiten im sozialen und emotionalen Bereich. Was Hänschen lernt, kann auch Hans lernen: Jüngere wie ältere Erwachsene sind gleichermaßen in der Lage, sich neue sozio-emotionale Verhaltensweisen anzueignen. Aus einer Persönlichkeitsintervention, mit der ein anderer Umgang mit Stress und herausfordernden sozialen Situationen trainiert wird, ziehen auch Menschen im höheren Alter ihren Nutzen.

Das zeigt eine Studie der psychologischen Alternsforschung, die Forscherinnen aus Deutschland und der Schweiz unter der Leitung von Prof. Dr. Cornelia Wrzus (Universität Heidelberg) und Prof. Dr. Corina Aguilar-Raab (Universität Mannheim) durchgeführt haben. Erfasst wurden dazu die Effekte eines Interventionsprogramms bei Teilnehmerinnen und Teilnehmern unterschiedlichen Alters. Danach profitieren Ältere ebenso wie Jüngere von einem Training ihrer Fähigkeiten im sozialen und emotionalen Bereich. … weiter


Quelle:
www.idw-online.de
www.uni-heidelberg.de

 

Pychologie: Wiederholung beeinflusst Entscheidungen stärker als gedacht

Bericht: Technische Universität Dresden

Eine neue Studie der Technischen Universität Dresden (TUD) zeigt, dass vergangene Handlungen aktuelle Entscheidungen stärker prägen als bislang angenommen und liefert damit neue Einblicke in die menschliche Entscheidungsfindung. Diese Erkenntnis könnte das bisherige Verständnis von Alltagsentscheidungen und Gewohnheiten grundlegend verändern. Die Ergebnisse wurden in der renommierten Fachzeitschrift „Communications Psychology” veröffentlicht.

Warum treffen Menschen oft Entscheidungen im gleichen Muster und wählen das Altbewährte, selbst wenn es augenscheinlich bessere Alternativen gibt? … weiter


27.2.2026
Technische Universität Dresden
www.tu-dresden.de

Die soziale Herkunft prägt, wie sehr Kinder sich anstrengen

Anreize in der Schule können sozioökonomische Ungleichheiten aber verringern

Bericht: Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung

Welche Kinder strengen sich in der Schule mehr an, und was hat das mit ihrer sozialen Herkunft zu tun? Bislang konnte die Bildungsforschung darauf kaum empirisch fundierte Antworten geben. Eine gerade im Journal American Sociological Review erschienene WZB-Studie zeigt jetzt mit Hilfe eines innovativen Experiments: Kinder aus Familien mit höherem sozialen Status strengen sich zwar mehr an als Kinder aus weniger privilegierten Familien – vor allem wenn es keine Belohnungen gibt. Mit greifbaren Anreizen für die Bearbeitung von Aufgaben wird dieser Unterschied aber deutlich kleiner. … weiter


Quelle:
www.wzb.eu

 

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