Bildungsgewerkschaft GEW zur Lehrkräfteprognose der KMK

Mitteilung: GEW Hauptvorstand

Frankfurt a.M. – Der Bedarf an Lehrkräften ist deutlich höher als die jetzt von der Kultusministerkonferenz (KMK) vorgelegten Zahlen. Darauf hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hingewiesen. „Wenn die politischen Vorhaben wie Inklusion und Ganztag umgesetzt werden sollen, müssen deutlich mehr Lehrkräfte ausgebildet und eingestellt werden als von der KMK prognostiziert. Die am Dienstag veröffentlichten PISA-Ergebnisse haben zudem gezeigt, dass fast 20 Jahre nach dem PISA-Schock das Kardinalproblem des deutschen Bildungssystems, die enge Kopplung von Bildungserfolg und sozialer Herkunft, immer noch nicht gelöst ist. Im Gegenteil: Der Lehrkräftemangel verschärft das Problem“, betonte GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Freitag in Frankfurt a.M. „Um hier voran zu kommen, ist eine länderübergreifende Anstrengung notwendig. Dass die Länder dem im Koalitionsvertrag von CDU, CSU und SPD vereinbarten ‚Nationalen Bildungsrat‘ eine Absage erteilt haben, ist ein falsches Signal und deutet auf ein völlig inakzeptables ‚Weiter so‘ hin.“ Weiterlesen »

03. Dezember 2019 · Kommentare deaktiviert für GEW: „Schulen in schwierigen Lagen brauchen zusätzliche Unterstützung“ · Kategorien: Bildung und Soziales, Meinungen und Kommentare · Tags: , , , , , ,

Bildungsgewerkschaft zu den PISA-Ergebnissen: „Schulterschluss zwischen Bund, Ländern, Kommunen und Sozialpartnern notwendig“ – „Lehrkräftemangel verschärft Ungleichheit“

Mitteilung: GEW Hauptvorstand

Frankfurt a.M. – Einen Schulterschluss zwischen Bund, Ländern, Kommunen und Sozialpartnern hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) mit Blick auf die PISA-Ergebnisse angemahnt. „Die große Abhängigkeit des Bildungserfolges von der sozialen Herkunft der Schülerinnen und Schüler bleibt die Achillesferse des deutschen Schulsystems. Auch fast 20 Jahre nach dem PISA-Schock schafft es Schule nicht entscheidend, Nachteile abzubauen, die Kinder aus dem Elternhaus mitbringen. Im Gegenteil: Der Lehrkräftemangel verschärft das Problem. Die Schere geht weiter auf“, sagte Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied Schule, zu den heute veröffentlichten PISA-Daten. „Nur mit einer länderübergreifenden Anstrengung ist die Herausforderung, endlich für mehr Chancengleichheit zu sorgen, zu stemmen. Dabei sollte auch die Schulstrukturdebatte nicht länger tabuisiert werden.“ Weiterlesen »

GEW und die Bundesarbeitsgemeinschaften Evangelische und Katholische Jugendsozialarbeit: „Berufliche Bildung inklusiv weiterentwickeln“

Mitteilung: GEW Hauptvorstand

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und die Bundesarbeitsgemeinschaften Evangelische und Katholische Jugendsozialarbeit (BAG EJSA und BAG KJS) mahnen den Bundestag, den Gesetzentwurf der Bundesregierung für ein Berufsbildungsmodernisierungsgesetz (BBiMoG) gründlich zu überarbeiten. Zwar sehen die drei Organisationen in der Mindestausbildungsvergütung sowie in den erweiterten Möglichkeiten zu einer Teilzeitausbildung erste Schritte, die Situation junger sozial benachteiligter oder individuell beeinträchtigter Menschen auf dem Ausbildungsmarkt zu verbessern. Für eine inklusive Berufsbildung sind aber umfassendere Veränderungen notwendig, machen GEW, BAG EJSA und BAG KJS deutlich. Weiterlesen »

Stellvertretende Fraktionsvorsitzende Margit Wild: Staatsregierung muss UN-Behindertenkonvention endlich umsetzen

Mitteilung: BayernSPD Landtagsfraktion

Angesichts der aktuellen Bertelsmann-Studie, nach der insbesondere Bayerns Schulen in Sachen Inklusion zurückliegen, fordert die stellvertretende Vorsitzende und Bildungsexpertin der BayernSPD-Landtagsfraktion Margit Wild mehr Mittel und den Einsatz multiprofessioneller Teams. “Die UN-Behindertenrechtskonvention muss von der bayerischen Staatsregierung endlich ernst genommen und umgesetzt werden. Das bedeutet auch, dass die Regelschulen auf Kinder mit besonderen Bedürfnissen vorbereitet sein müssen”, betont Wild. “Doch die Schulen werden mit den Herausforderungen allein gelassen: Es ist kein Wunder, dass viele Eltern da notgedrungen die Förderschule wählen.”

Notwendig seien etwa multiprofessionelle Teams an Schulen: “Die Arbeit von Lehrerinnen und Lehrern muss durch Erzieher, Heil- und Sozialpädagogen sowie Schulpsychologen gestärkt werden”, erklärt die Regensburger Abgeordnete. “Bayern liegt auf Platz 12 im Ländervergleich. Das darf einfach bei einem so reichen Bundesland nicht sein. Unsere Kinder müssen es uns wert sein!”


PM v. 3.9.2018
BayernSPD Landtagsfraktion
bayernspd-landtag.de

Mitteilung: GEW Bayern

Kinder wie alle Menschen mit und ohne Behinderungen haben gleiche Rechte und dürfen nicht diskriminiert werden, nimmt man die UN Behindertenrechtskonvention ernst. Zudem hat jedes Kind mit Behinderungen ein Recht auf eine aktive Teilnahme am Leben der Gemeinschaft und ein Recht auf angemessene Betreuung. So will es Art. 23 der UN Kinderrechtskonvention, die Deutschland 2004 ratifiziert hat. „In Bayern scheint das Kinderrecht nicht zu kümmern“, kritisiert Gewerkschaftssekretär Mario Schwandt von der Bildungsgewerkschaft GEW Bayern und ergänzt: „Die Diskriminierung von Geflüchteten im Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz, kurz BayKiBiG, ist umgehend zu ändern!“ Weiterlesen »

Das Anschreiben zum offenen Brief an die Jugendämter und das Landesjugendamt Bayern:

Nach der Anhörung der Petenten „Für inklusive Kindertagesstätten in Bayern“ (Netzwerk Inklusion, Aktion Gute Schule und GEW Bayern) im Sozialausschuss des Landtags am 30.6.2016 ist ein Jahr vergangen und wenig in der Sache geschehen.

Dabei war das Echo auf die Petition auch im Ausschuss durchweg positiv. Freilich kann nur politisches Handeln die Inklusionsrate deutlich erhöhen, zu vieles bleibt sonst im Interessendickicht von Sozial- und Kultusministerium, von Bezirken und Kommunen stecken.

Daher soll hier ein Jahr danach daran erinnert werden, dass es ein bisher wenig genutztes Instrument auf kommunaler Ebene gibt, Inklusion voranzubringen.

Jugendhilfeplanung, auch für spezielle Zielgruppen wie behinderte und von Behinderung bedrohte Kinder ist seit nunmehr über 25 Jahren Pflichtaufgabe der Landkreise und kreisfreien Städte. Würde sie korrekt und im Sinne der UN-Konvention durchgeführt, könnte sie ein Hebel sein, die Exklusionsrate im Elementarbereich erheblich zu senken und gemeinsames Leben und Lernen von Anfang an zu verwirklichen.

Auf keinen Fall darf die Jugendhilfe Inklusion benutzen, um die Rahmenbedingungen gegenüber der Sondereinrichtung zu verschlechtern. Der Eindruck, das behinderte Kind sei in der Regeleinrichtung billiger untergebracht, wird nur dadurch vermieden, dass die bisherigen Aufwendungen an Sondereinrichtungen insgesamt erhalten und individuell gerecht, z.B. in Form eines ‚persönlichen Budgets’ verteilt werden.

Allerdings dürfen auch eventuell entstehende Mehraufwendungen nicht einseitig auf Kommunen und Bezirken lasten, sondern müssen solidarisch vom Freistaat Bayern mitgetragen werden.

Dass dieses Schreiben dazu beitragen möge, die in den Kommunen nötigen Schritte einzuleiten, wagen wir zu hoffen. Wo zurzeit kommunale Aktionspläne in Sachen Inklusion erstellt werden, gilt das Folgende analog, denn dann ist die Jugendhilfeplanung nur ein erster Schritt. …

→ Das komplette Anschreiben lesen

Den offenen Brief an die Jugendämter und das Landesjugendamt Bayern lesen

 

Am 21.10.2014 verfasste Otto Speck, emeritierter Professor für Sonderpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München, in der Süddeutschen Zeitung einen Gastbeitrag zum Thema Inklusion:

Inklusive Missverständnisse

Das Gesetz zur schulischen Inklusion behinderter Kinder basiert auf Übersetzungs- und Denkfehlern. Wenn Förderschulen abgeschafft werden, überfordert das Kinder und Lehrer. Und es spart kein Geld. Den Gastbeitrag lesen


► ► ► Prof. Hans Wocken verfasste daraufhin eine Replik zu Specks Beitrag, die am 28.11.2014 im Magazin Auswege-Perspektiven für den Erziehungsalltag erschien.

Aufgrund der bedeutsamen "Richtigstellung von Falschmeldungen über Inklusion" durch die Replik von Hans Wocken verlinken wir hier direkt zum Magazin Auswege:

„Inklusive Missverständnisse“? Eine Replik von Hans Wocken
Einspruch gegen Falschmeldungen über Inklusion

… Erst in jüngster Zeit machen sich erste Stimmen aus dem Lager der Inklusionskritik bemerkbar, die die Behindertenrechtskonvention abzuschwächen suchen und für konservative, bestandswahrende Zwecke in Dienst nehmen möchten. Ein wenig rühmliches Beispiel dieses Genres ist der Beitrag „Inklusive Missverständnisse“, verfasst von Otto Speck, emeritierter Professor für Sonderpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität München … Hans Wockens Replik lesen (geringfügig überarbeitete Fassung v. 6.12.2014)

Ein Nachtrag zur Veranstaltung der GEW Ansbach mit Hans Wocken am 14.10.2014 in Dietenhofen

Hans-Wockengsf – Die GEW Ansbach rief und Hans Wocken kam. Ein Glücksfall für alle diejenigen, die den Weg nach Dietenhofen auf sich nehmen konnten. Fast 60 sind gekommen und haben Hans Wocken zugehört, wie er von Wegen und Verfahren und "indirekter" Pädagogik im Unterricht erzählte, wie Inklusion aussehen kann und sollte und welchen Beitrag wir alle in den Schulen dazu leisten können.

Von der Notwendigkeit der Inklusion waren wir und sind viele KollegInnen in den Schulen überzeugt. Auf die Frage "Inklusion?" folgt oft  – fast schon reflexartig – unmittelbar die Antwort: " Ja, schon, find ich gut, aber …!"

Dass die Politik, nicht nur in Bayern, die KollegInnen draußen im Regen stehen lässt, wissen alle. Nach außen gibt man sich inklusionsoffen und sagt, man stehe voll dahinter und erfülle die UN-Anforderungen unbedingt. Logisch, was sonst?

In der Praxis, da wo nicht mit (angeblichen) Erfolgen geprahlt, sondern die Kärnerarbeit geleistet wird, macht sich Überforderung breit, fehlt das Knowhow, fehlen Stunden, fehlen Lehrkräfte und wird so Vieles auf die Klassen- und Fachlehrkräfte abgewälzt.

Veranstaltung_GEW-AN_mit_Hans-Wocken_2014-10-14All das hat Hans Wocken vorgetragen, von praktikablen Methoden im Unterricht – und er hat uns damit Mut gemacht -, vom Wesen und von der Notwendigkeit der Inklusion im Sinne einer tiefgreifenden Individualisierung des Unterrichts (für alle Schüler), aber auch davon, dass die Inklusion erst noch beginnen müsse, weil die Zahlen über inklusive Schüler z.B. in Bayern eine andere Sprache sprechen würden.

Wir danken ihm dafür!

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Wer nicht dabei sein konnte, aber nachträglich "verstehen" will, dem lege ich einen Klick auf folgende Links nahe:

Die Homepage von Hans Wocken mit weiteren Infos über ihn und seine Aktivitäten

Sein Aufsatz "Inklusion im Nebel", erschienen im November 2014 im Magazin AUSWEGE

… und natürlich seinen Vortrag in Form einer Präsentation. Sie ersetzt zwar nicht den Besuch bei der Veranstaltung, aber einen Überblick über das, was Hans Wocken vortrug, gibt sie (pdf-Datei).