22. Juni 2020 · Kommentare deaktiviert für Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 1: Die Melancholie des Scheiterns · Kategorien: Meinungen und Kommentare · Tags: , , , , , , , ,

 

Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 1

Die Melancholie des Scheiterns

„Die Menschen wollen uns nicht. Die Menschen wollen Ruhe.“ (Alfred Döblin)

„O wer einmal jemand anders sein könnte! Nur ne Minute lang.“ (Georg Büchner)

Allabendlich fallen die Krähen in die Stadt ein. Ihr Geschrei und Gekrächze erfüllt die Luft. Es sind hunderte, wenn nicht tausende. Man kann es schlecht schätzen, weil sie ständig umherfliegen. Manchmal landen sie auf den Dächern und in den Bäumen entlang des kleinen Flüsschens, das unweit meiner Wohnung vorüber fließt. Ich lausche eine Weile den abgehackten und keckernden Rufen der Vögel.

Das Ganze hat etwas Bedrohliches und erinnert (nicht nur mich) an Hitchcocks Vögel. Irgendwann fallen sie über uns her und die extrem klugen Vögel übernehmen den Laden, denke ich manchmal. Einstweilen fliegen sie mit Anbruch der Dunkelheit in einem lockeren, weiten Band davon zu ihren Schlafplätzen auf den Feldern außerhalb der Stadt. Eine Weile hört man noch vereinzelte Krächzlaute, dann sind auch die letzten Vögel verschwunden. Nun kann man auch die Amsel und das Rotkehlchen wieder vernehmen, deren Gesang vom Gekrächze der Krähen überlagert war. … weiter

Clipart oben links von OpenClipart-Vectors auf Pixabay 
Foto rechts von ArtTower auf Pixabay 


Alle bisherigen Texte von Götz Eisenberg im Magazin Auswege

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21. Mai 2020 · Kommentare deaktiviert für Corona philosophisch betrachtet · Kategorien: Meinungen und Kommentare · Tags: , ,

Bestsellerautor Yuval Noah Harari entdeckt ein unbekanntes Wesen – den Tod

Eine Replik von Klaus Hecker

Der Ausgangspunkt

Im Spiegel Nr.18 vom 25.04.2020 findet sich ein Essay von Harari „Das Virus und der Tod“. Die Unterüberschrift lautet

„Wir werden die Pandemie wahrscheinlich besiegen. Unserer Vergänglichkeit sollten wir uns trotzdem bewusst werden“.

Diese Unterüberschrift ist Programm: Das Bewusstsein unserer Vergänglichkeit sei der Menschheit abhanden gekommen, Corona erinnere nun daran. Diese Chance gelte es zu nutzen, auch und gerade, wenn zwar Gesundheitssysteme angesichts von Corona noch weiter verbessert werden, gleichwohl: „Das Rätsel unserer Existenz könne aber nicht von Ärzten gelöst werden, das sei Sache jedes Einzelnen. Wenn der Tod auch nicht überwunden werden könne, werde – hoffentlich jedenfalls – das längere Leben eine Chance sein, sich mit diesem zu beschäftigen.“ (Harari) … weiter