Friedensnobelpreisverleihung 2024 – Überfällige und hochverdiente Würdigung der Hibakusha
Mitteilung: Netzwerk Friedenskooperative
Am Tag der Menschenrechte (10.12.24) wird der Friedensnobelpreis an die japanische Organisation Nihon Hidankyo in der norwegischen Stadt Oslo verliehen. Die Organisation wurde von Überlebenden der US-Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki gegründet und setzt sich seit 1956 für nukleare Abrüstung ein. Der Friedensnobelpreis 2024 ist eine überfällige und hochverdiente Würdigung des Engagements der Hibakusha – der Überlebenden von Hiroshima und Nagasaki.
Nihon Hidankyo wird mit dem Friedensnobelpreis „für ihre Bemühungen, eine atomwaffenfreie Welt zu erreichen, und dafür, dass sie durch Augenzeugenberichte anschaulich machen, dass Atomwaffen nie wieder eingesetzt werden dürfen“ ausgezeichnet. „Die Atombomben haben uns weder erlaubt als Menschen zu sterben noch als Menschen zu leben. Wir Hibakusha haben gelobt, dass nie wieder jemand so höllischen Erfahrungen ausgesetzt werden darf, wie wir sie machten.“, erklärt Michiko Kodama, stellvertretende Hidankyo-Generalsekretärin.
Auch Kristian Golla vom Netzwerk Friedenskooperative betont, dass „der diesjährige Friedensnobelpreis, die Aufmerksamkeit der Welt auf das unermessliche Leid darauf lenkt, was Atomwaffen anrichten, wenn sie tatsächlich eingesetzt werden.“ „Es ist offensichtlich, dass Atomwaffen keine Sicherheit schaffen und nur eine atomwaffenfreie Welt eine sichere Welt ist.“, so Kristian Golla weiter. „Das Risiko eines Einsatzes von Atomwaffen ist hoch, vielleicht so hoch wie noch nie zuvor. Das darf die Weltgemeinschaft nicht akzeptieren! Es ist unerlässlich, das nukleare Tabu wieder zu stärken und die nukleare Abrüstung endlich voranzubringen.“, fordert Kristian Golla.
Das Netzwerk Friedenskooperative fordert alle Staaten und insbesondere Deutschland dazu auf, dem UN-Atomwaffenverbotsvertrag beizutreten. Der Atomwaffenverbotsvertrag ist der einzige völkerrechtliche Vertrag, der die katastrophalen humanitären Folgen von Atomwaffen aufgreift und ihr vollständiges Verbot erreichen will. Der Friedensnobelpreis 2024 muss ein Weckruf an alle Atomwaffenstaaten und ihre Verbündeten sein, diese unmenschlichen Waffen endlich abzuschaffen und dafür zu sorgen, dass sich Hiroshima und Nagasaki nie wiederholen.
10.12.2024
Kristian Golla
Netzwerk Friedenskooperative
www.friedenskooperative.de
Offener Brief an Bundeskanzler Olaf Scholz
Bonn/Frankfurt: Mit Demonstrationen, Kundgebungen und Mahnwachen für ein Ende des Ukraine-Krieges, für Diplomatie und Abrüstung geht die Friedensbewegung am Samstag, 1. Oktober, auf die Straße. In Berlin, Kassel, Braunschweig, Frankfurt, Köln, Stuttgart und an zahlreichen anderen Orten organisieren regionale Friedensorganisationen, Gewerkschaften und Parteien unter dem Motto „Schluss mit dem Krieg, sofortiger Waffenstillstand – Verhandeln statt Schießen. Keinen Euro für Krieg und Zerstörung, sondern Milliarden für eine weltweite soziale, gerechte und ökologische Friedenspolitik!“ diesen bundesweiten dezentralen Aktionstag. Sie folgen damit einem Aufruf der beiden bundesweiten Netzwerke „Bundesausschuss Friedensratschlag“ und „Kooperation für den Frieden“, entschieden den Politikwechsel hin zu Frieden und Abrüstung zu fordern.
Die IPPNW verurteilt die wiederholte Drohung des russischen Präsidenten mit Atomwaffen. Die Friedensnobelpreisträgerorganisation fordert Russland und die NATO erneut dazu auf, in einer verbindlichen Erklärung auf einen Ersteinsatz von Atomwaffen (No-First-Use) zu verzichten. Mehrere Friedensnobelpreisträger*innen und mehr als 1 Millionen Menschen weltweit unterstützen diese Forderung.*