Jedes zehnte Grundschulkind ist oft einsam
Bericht: Universität Witten/Herdecke
Einsamkeit beginnt früh und macht sich oft in der Schule bemerkbar. Das zeigt das Forschungsprojekt „Inspire Youth“ unter Beteiligung der Universität Witten/Herdecke.
Schon in der Grundschule gehört Einsamkeit für viele Kinder zum Alltag. Mehr als jedes dritte Kind fühlt sich manchmal einsam, rund jedes zehnte sogar oft oder immer. Das zeigen aktuelle Zwischenergebnisse der Studie „Inspire Youth“ mit Beteiligung von Prof. Dr. Susanne Bücker, Professorin für Entwicklungs- und Pädagogische Psychologie an der Universität Witten/Herdecke (UW/H). Befragt wurden 428 Kinder der zweiten bis vierten Klasse an Schulen in Bochum, Herne und Gelsenkirchen. … weiter
Quelle:
www.idw-online.de
www.uni-wh.de
Der Vergleich zwischen Haut und Gehirn kam mir in den Sinn, weil wir zum Beispiel bei Lust oder Angst eine Gänsehaut bekommen und in Stressphasen schwitzen (siehe Adler 2021). Der Vergleich offenbart aber auch einen wichtigen Unterschied: Im Gegensatz zum Gehirn ist unsere Haut jederzeit sichtbar und direkt zugänglich. Wir sehen, wenn die Haut verschmutzt oder gereizt ist, und können sie dann waschen oder mit lindernden Mitteln behandeln.
Wie einsam sich ein Mensch fühlt, steht in einem statistischen Zusammenhang mit seinem Alter, seinem Einkommen und der Frage, ob er oder sie einem Beruf nachgeht. Das ist das Ergebnis einer Auswertung des Deutschen Alterssurveys, die das Deutsche Zentrum für Altersfragen (DZA) im Auftrag des Bundesfamilienministeriums zum Thema Einsamkeit vorgenommen hat. Die Ergebnisse zeigen: Etwa jede elfte befragte Person ab 43 Jahren fühlte sich „sehr einsam“. Dabei fühlen sich die ab 76-Jährigen durchschnittlich weniger einsam als die Gruppe der 43- bis 55-Jährigen. Neben Alter und Geschlecht spielt der sozio-ökonomische Status – abgebildet über Einkommen und Erwerbsstatus – eine wichtige Rolle. …
Einsamkeit ist keine Krankheit. Und dennoch stellt sie ein erhebliches Gesundheitsproblem dar. Depression, Herzerkrankungen oder Demenz – wer dauerhaft einsam ist, hat ein höheres Risiko krank zu werden. Wie man gezielt gegen Einsamkeit vorgehen könnte, hat das Team um Dr. Jana Lieberz vom Universitätsklinikum Bonn (UKB), die auch an der Universität Bonn forscht, und Prof. Dr. Dirk Scheele (Ruhr-Universität Bochum) untersucht. In einer kontrollierten Studie, an der die Universitäten Oldenburg, Bochum, Freiburg und Haifa (Israel) ebenfalls beteiligt waren, haben 78 Frauen und Männer, die sich einsam fühlen, das sogenannte „Kuschelhormon“ Oxytocin als Nasenspray erhalten. …
Einsamkeit ist eine wachsende gesellschaftliche Herausforderung. Neuen Analysen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) zufolge fühlt sich heute jeder Dritte zwischen 18 und 53 Jahren zumindest teilweise einsam, zuletzt mit deutlich steigender Tendenz. Dabei ist Einsamkeit nicht nur bei älteren Menschen, sondern seit der Pandemie auch bei jüngeren Erwachsenen unter 30 Jahren weit verbreitet. Die Untersuchung basiert auf den Datensätzen GGS, FReDA und SOEP und analysiert für die Zeitspanne von 2005 bis 2022 die Entwicklung von Einsamkeit, nennt Ursachen und zeigt Ansatzpunkte auf, um der Herausforderung zu begegnen. …