Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 23: Im Nirwana des Geldes

 

Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 23

 

Im Nirwana des Geldes

„Wenn man mich im Zenit meines Lebens fragt:
Hast du mit fünfzehn Jahren geträumt,
das zu werden -, was werde ich antworten?“
(André Gorz)

Eben hörte und sah ich die ersten Kraniche des Jahres. Die keilförmige Formation flog knapp unter der Wolkendecke nach Norden. Wenn das kein Zeichen ist, dass der Frühling naht! Ich wüsste gern, was die Kraniche sich während des Fluges zu erzählen haben. Keinen Augenblick schweigen sie, ihr trompetenartiges Geschrei begleitet ihren Flug. Vielleicht schreit einer zum Beispiel: „Hey du, du könntest auch mal an der Spitze fliegen und Führungsarbeit leisten. Du fliegst jetzt seit Süddeutschland in meinem Windschatten.“ Oder sie diskutieren, ob sie in den Lahnauen eine Pause einlegen sollen, um nach Nahrung zu suchen. … weiter

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Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch 33: Wie kommt die Ökonomie in Kopf und Seele?

Tagebuch

Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch 33

Wie kommt die Ökonomie in Kopf und Seele?

„Ich fürchte mich. Gegen die Furcht
muss man etwas tun, wenn man sie einmal hat. …
Ich habe etwas getan gegen die Furcht.
Ich habe die ganze Nacht gesessen und geschrieben,
und jetzt bin ich so gut müde
wie nach einem langen Weg über die Felder …“
(Rainer Maria Rilke)

Ich habe mich ans tägliche Schreiben gewöhnt, vor allem an das improvisierende, provisorische, ungeschützte Schreiben, das die Form des Tagebuchs erlaubt. Eine Art Probeschreiben, ohne festen Fahrplan, ohne Ziel, ohne akademische Stoßdämpfer, Fußnoten und Quellenangaben. Ich lasse die Gehirnantilope nach Lust und Laune springen, oder besser: folge ihren Sprüngen. Gedankenspiele. Das liegt und gefällt mir außerordentlich, und ich kann mir im Moment ein Leben ohne diese Form des Schreibens nicht vorstellen. Und ja, das Schreiben hilft gegen die Angst, die immer schon da ist. Wenn ich schreibend Angst in Furcht verwandeln kann, ist schon etwas gewonnen. … weiter

Mit diesem Teil 33 endet Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch. Wir danken ihm sehr, dass wir seine „Gehirnantilope“ bei ihren Sprüngen, Aufenthalten, Eindrücken und Gedankengängen in den Zeiten von Corona begleiten durften. Wohin Götz Eisenbergs Antilope nun springt? Wir wissen es nicht. Lassen wir uns überraschen!

Tagebuch oben links: Bild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay
Bild rechts von Peter H auf Pixabay 


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