von Götz Eisenberg

Die Lüge vom gestörten Einzeltäter und das Schweigen über die gesellschaftlichen Ursachen des Hasses. Zu den Taten von Hanau und Volkmarsen und dem »Faschismusbedarf« der Herrschenden

Die Halbwertszeit der Betroffenheit nach dem rassistischen Massaker von Hanau war erstaunlich kurz. Schon nach zehn Tagen hatte das Coronavirus die Tat des Tobias Rathjen aus den Schlagzeilen und Nachrichtensendungen verdrängt. Und die skandalöse Kollaboration von CDU und FDP mit der AfD in Thüringen gleich mit. Den politisch Verantwortlichen blieb es auf diese Weise erspart, aus ihren Lippenbekenntnissen unmittelbar nach der Tat Konsequenzen ziehen zu müssen.

Für einen Augenblick konnte man den Eindruck gewinnen, als wäre die Dringlichkeit eines entschiedenen Vorgehens gegen die Gewalt von rechts ins Bewusstsein gedrungen und als würde die ewige Gleichsetzung von rechter und linker Gewalt ein Ende finden. Bis dahin war nach solchen Ereignissen zu beobachten, wie Politiker sich vor den Kameras wanBild von Alexas_Fotos auf Pixabay den und darauf hinwiesen, man müsse dem Terror von links und rechts Einhalt gebieten, fast immer in dieser Reihenfolge und immer, ohne der einen Hälfte der Ankündigung irgendwelche konkreten Maßnahmen folgen zu lassen.

Nach den rechten Morden von Kassel, Halle und Hanau war einfach nicht mehr zu übersehen, dass die Bundesrepublik ein drastisches Problem mit dem Rechtsradikalismus und der von ihm ausgehenden Gewalt hat. … weiter


Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay 
Der Text erschien zuerst am 11.3.2020 in der Tageszeitung “junge Welt“.

 

11. März 2020 · Kommentare deaktiviert für Zusammenhang zwischen narzisstischer Persönlichkeit und Rechtspopulismus aufgedeckt · Kategorien: Körper und Seele, Politik und Gesellschaft · Tags: , , ,

Bericht: Johannes Gutenberg-Universität Mainz

Interdisziplinäre Studie verbindet politikwissenschaftliche und sozialpsychologische Perspektiven, um Erfolg rechtsradikaler populistischer Parteien zu erklären

In vielen Ländern Westeuropas, darunter auch Deutschland, haben rechtsradikale populistische Parteien in den letzten Jahren großen Zulauf bekommen. Eine neue Studie zeigt, dass dies nicht nur aktuellen Entwicklungen wie der sogenannten Flüchtlingskrise zuzuschreiben ist, sondern dass ein Teil der Wählerschaft aufgrund seiner Persönlichkeitsstruktur stärker zu rechtspopulistischen Strömungen neigt. So können psychologische Komponenten eine entscheidende Rolle für politische Einstellung und die Wahlentscheidung spielen. … weiter


Quelle:
www.idw-online.de
www.uni-mainz.de

11. Januar 2020 · Kommentare deaktiviert für “Psychiater erklärt „das Böse“: Darum rasten immer mehr Menschen aus” · Kategorien: Körper und Seele, Kultur- und Lebenswege · Tags: , , , ,

Die Redakteurin Pia Rolfs hat mit dem österreichischen Psychiater, Psychotherapeuten und Neurologen Reinhard Haller ein sehr aufschlussreiches Interview geführt. Es wurde am 10.1.2020 in der Frankfurter Rundschau veröffentlicht:

Psychiater erklärt „das Böse“: Darum rasten immer mehr Menschen aus

Verbrechen und Kriminalität: Wie sich „das Böse“ nach Ansicht des Psychiaters Reinhard Haller entwickelt hat. Und warum immer mehr Menschen bei geringen Anlässen ausrasten. Das ganze Interview lesen

12. Oktober 2019 · Kommentare deaktiviert für “Stärker auf die Persönlichkeit von Tätern schauen” · Kategorien: Körper und Seele · Tags: , , , , ,

Soziologe Yendell warnt nach Anschlag in Halle vor zu starker öffentlicher Fokussierung auf politische Dimension der Tat

Mitteilung: Universität Leipzig

Nach dem Anschlag in Halle/Saale warnt ein Experte der Universität Leipzig davor, die Ursachenforschung zu sehr auf die politische Dimension zu konzentrieren. Das beflügle potenzielle Nachahmer, da die Täter unbewusst als politische Freiheitskämpfer dargestellt würden, sagt Soziologe Dr. Alexander Yendell, der Mitglied des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung (KReDo) der Universität Leipzig ist.

Er plädiert dafür, stärker auch auf die psychologischen Hintergründe solcher Taten zu schauen und forscht selbst gerade intensiv an diesem Thema. … weiter


Quelle: www.uni-leipzig.de

 

28. Juni 2019 · Kommentare deaktiviert für Moderne Formen des Narzissmus – psychologische Studien der Universität Bamberg · Kategorien: Körper und Seele, Lesestoff · Tags: , , ,

uni.vers Forschung 2019: Familie und Gemeinschaft – Bamberger Forschungen zum Wandel der Gesellschaft Mitteilung: Uni Bamberg

Je herablassender Narzissten andere behandeln, umso mehr werden sie von ihren Mitmenschen abgelehnt. Eine psychologische Studie konnte die sogenannte „Tit-for-Tat“-Hypothese in Bezug auf Narzissmus bestätigen, die frei übersetzt besagt: „Wie du mir, so ich dir“. PD Dr. Katrin Rentzsch von der Universität Bamberg und Prof. Dr. Jochen E. Gebauer von den Universitäten Mannheim und Kopenhagen begannen ihre Studie vor knapp zehn Jahren. Die Ergebnisse haben sie 2019 in der Fachzeitschrift „Personality and Social Psychology Bulletin“ veröffentlicht. Weiterlesen »