2. Lockdown verschlechtert Krankheitsverlauf und Versorgung von psychisch Erkrankten massiv

Bericht: Stiftung Deutsche Depressionshilfe

Bei fast der Hälfte der Patienten verschlechtert sich Depression bis hin zu Suizidversuchen – mehr als jeder fünfte Patient bekommt keinen Behandlungstermin – auch Allgemeinbevölkerung so belastet wie nie zuvor in der Pandemie

Die Corona-Maßnahmen führen zu massiven Einschnitten in der Versorgung psychisch erkrankter Menschen und zu einer wegbrechenden Alltagsstruktur, die für diese Patienten besonders wichtig ist. Aktuell berichten deshalb 44% der Menschen mit diagnostizierter Depression von einer Verschlechterung ihres Krankheitsverlaufs in den letzten 6 Monaten bis hin zu Suizidversuchen. Auch für die Allgemeinbevölkerung ohne psychische Erkrankung ist die Situation aktuell deutlich belastender als im 1. Lockdown. … weiter


Quelle: www.deutsche-depressionshilfe.de
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“Psychische Belastungen haben sehr deutlich zugenommen”

Kinder- und Jugendpsychologe Julian Schmitz im Interview

Interview: Universität Leipzig

Nach monatelangem Homeschooling beginnt in diesen Tagen auch für zahlreiche Schülerinnen und Schüler der weiterführenden Schulen wieder der Präsenzunterricht. Der Lockdown hat bei vielen von ihnen Spuren hinterlassen.

Kinder- und Jugendpsychologe Prof. Dr. Julian Schmitz vom Institut für Psychologie der Universität Leipzig spricht im Interview über die psychischen Folgen der Corona-Krise bei den Jüngsten unserer Gesellschaft. Seine Abteilung hat kürzlich mit einer Studie zur Situation von Kindern und Jugendlichen mit Angststörungen in der Corona-Krise begonnen. … weiter


Quelle: www.uni-leipzig.de

 

Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 23: Im Nirwana des Geldes

 

Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 23

 

Im Nirwana des Geldes

„Wenn man mich im Zenit meines Lebens fragt:
Hast du mit fünfzehn Jahren geträumt,
das zu werden -, was werde ich antworten?“
(André Gorz)

Eben hörte und sah ich die ersten Kraniche des Jahres. Die keilförmige Formation flog knapp unter der Wolkendecke nach Norden. Wenn das kein Zeichen ist, dass der Frühling naht! Ich wüsste gern, was die Kraniche sich während des Fluges zu erzählen haben. Keinen Augenblick schweigen sie, ihr trompetenartiges Geschrei begleitet ihren Flug. Vielleicht schreit einer zum Beispiel: „Hey du, du könntest auch mal an der Spitze fliegen und Führungsarbeit leisten. Du fliegst jetzt seit Süddeutschland in meinem Windschatten.“ Oder sie diskutieren, ob sie in den Lahnauen eine Pause einlegen sollen, um nach Nahrung zu suchen. … weiter

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Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 22: Frierende Stachelschweine

 

Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 22

 

Frierende Stachelschweine

Diese Unglücksmenschen kommen aus ihrem Unglück
niemals heraus, sagte ich mir und meinte mich.“
(Thomas Bernhard)

Bei einem schweren Autounfall am späten Dienstagabend in Berlin sind zwei junge Männer am Ende einer Raserei ums Leben gekommen. Eine Person starb noch an der Unfallstelle, eine weitere in der Nacht zu Mittwoch im Krankenhaus. Ein dritter Insasse des Wagens liegt mir schweren Verletzungen im Krankenhaus. Der vierte Insasse erlitt nach bisherigen Informationen keine schwere Verletzungen. Nach Ermittlungen der Polizei handelt es sich um den Fahrer des Audi-Sportwagens. Alle vier Männer waren zwischen 19 und 21 Jahren alt und stammen laut Berliner Morgenpost aus dem Libanon. Der Unfall ereignete sich in einem Tempo-30-Bereich. Durch die Wucht des Unfalls und den Aufprall auf einen Baucontainer wurde das Auto in zwei Teile gerissen, die Insassen wurden auf den Gehweg geschleudert, Trümmer flogen 100 Meter weit. Die Fahrzeughälften brannten aus. In der nächsten Ausgabe des in Wien erscheinenden Magazins Streifzüge werde ich mich unter dem Titel Lackierte Kampfhunde nochmal ausführlicher und grundsätzlicher zum Thema Automobil, Raserei und Männlichkeit äußern. … weiter

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Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 20: „Die soziale Revolution ist keine Parteisache!“

 

Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 20


„Die soziale Revolution ist keine Parteisache!“

Erinnerung: der Raum, in dem etwas
zum zweiten Mal geschieht.“
(Paul Auster)

Safranskis Hölderlin-Biographie habe ich entnommen, dass sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts die Zahl derer, die lesen konnten, verdoppelte. Zukünftige Historiker werden feststellen, dass sich diese Fähigkeit in der ersten Hälfte des 21. Jahrhunderts im Zuge der Digitalisierung wieder zurückbildete.

***

Da, wo vor Kurzem noch Dr. Wodarg auf dem Pflaster stand, steht heute Prof. Ruppert. Die Corona-Leugner treiben eine neue Sau durchs Dorf. Aber es muss natürlich eine akademische Sau sein, mit Titel. Die Respektabilitätskechtschaft ist bei ihnen genauso ausgeprägt wie beim Rest der Bevölkerung. Erfrischend anarchisch dagegen Oscar Wilde, der sinngemäß sagte: Mit den Titeln ist es wie mit den Hämorrhoiden: Irgendwann bekommt sie jedes Arschloch!
In Zürich sah ich mal, dass jemand über die Schilder mit den Berufen, Funkionen und akademischen Graden der Mieter, die neben der Haustür angebracht waren, ein dickes, rotes Na und? gesprüht hatte. Der Anarchismus will die Herren abschaffen, die rebellierenden Staatswichtel sehnen sich nach neuen. … weiter

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Ganz langsam schwinden die Ressourcen

Petra Ilgenfritz, Grundschullehrerin, veröffentlichte am 8.1.2021 einen authentischen Gastbeitrag auf Joscha Falcks Blog über den derzeitigen Lockdown, über Schulschließungen, den Online-Unterricht und über die Rahmenbedingungen des Unterrichtens in bayerischen Schulen:

Ganz langsam schwinden die Ressourcen
Seit Tagen bin ich extrem nervös und aufgedreht. Eigentlich sind ja noch Weihnachtsferien, aber eine Pandemie nimmt darauf eben keine Rücksicht. Ich frage mich, wie es für uns Lehrkräfte mit Blick auf den 11. Januar und die Zeit danach weitergehen wird. Ich selbst bin Lehrerin an einer bayerischen Grundschule und bereite Schüler*innen einer 4. Klasse auf den Übertritt vor. Und während diese noch ihre letzten Ferientage genießen dürften, sitze ich angespannt vor dem Laptop und warte auf die Regierungserklärungen. Genauso angespannt wie bei Wahlergebnissen oder beim Ausgang der Triathlon WM auf Hawai. Den ganzen Text lesen

Nicht ohne mein Buch – Lockdown macht Studium unmöglich

Bericht: freier zusammenschluss von student*innenschaften (fzs) e.V.

Carlotta Kühnemann (Vorständin des fzs): “Wir begrüßen die Maßnahmen von Bund und Ländern zur Eindämmung der Pandemie. Gleichzeitig dürfen die Folgen wie geschlossene Bibliotheken nicht erneut zulasten der Studierenden gehen. Einige Hochschulen haben bereits reagiert, an anderen Hochschulen wurden bisher jedoch keine nachteilsausgleichenden Maßnahmen ergriffen.” Weiterlesen

Film: “Welt auf Abstand – Eine Reise durch ein besonderes Jahr”

gsf – Der beeindruckende Dokumentarfilm „Welt auf Abstand – Eine Reise durch ein besonderes Jahr“ (2020, 90 Min.) von Cristina Trebbi und Jobst Knigge erschien am 12.12.2020 auf arte.

Die Zuschauer begleiten Kamerateams auf einer Reise durch verschiedene Lebenswelten in der Corona-Pandemie und sehen eine Welt im Ausnahmezustand: Wie gehen die Menschen mit ihrer Angst, ihrer Isolierung, den fehlenden Kontakten und Berührungen, der Einsamkeit, mit Armut oder einer drohenden Arbeitslosigkeit um? Wie empfinden sie die Schulschließungen? Es entsteht der Eindruck, dass viele Menschen in der Pandemie auch auf einer Reise zu sich selbst sind!

Der Film ist auf Arte und Youtube bis zum 9.3.2021 zu sehen. In Zeiten des Lockdowns könnte er in der Schule hervorragend auch im Distanzunterricht ab der Sekundarstufe I Klasse 8-10, je nach Schulart, eingesetzt werden. Eine Online-Diskussion sollte sich daran anschließen.

Hinweis: Beim Aufruf können Daten durch Youtube erhoben werden (eingebetteter Film).

Originallink, wenn das Filmfenster nicht sichtbar sein sollte:
https://www.youtube.com/watch?v=er2-b-xx7D0


Hinweis: Soll der Film heruntergeladen werden, kann “MediathekViewWeb” zum Einsatz kommen.
Bedienungsanleitung anzeigen

 

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