Zur Ideologiekritik demokratischer Diskussionsmuster

von Klaus Hecker

Die Lage: Die Zahl der ausgemachten Verschwörungstheoretiker steigt von Tag zu Tag.

Kein Wunder: In der derzeitigen öffentlichen Diskussion wird das große Wort vom Verschwörungstheortiker nun als Synonym gebraucht für all diejenigen, die eine abweichende Meinung einbringen.

Ich rede im Folgenden nicht über Attila Hildmann und Gesinnungsgenossen und deren (Un-)Logik, sondern über das breite Spektrum an derzeit auftretenden Kritikern, denen rasch und durchsichtig von offizieller Seite der Titel „Verschwörungstheoretiker“ verliehen wird, um sie politisch in die rechte Ecke abzuschieben. So bleibt deren Anliegen auf der Strecke, ja es wird nicht einmal dargestellt.

Selbst für das Unterfangen meines Artikels muss ich befürchten, selbst als Verschwörungstheoretiker oder als deren Verteidiger wahrgenommen zu werden. Das wäre allerdings eher eine Bestätigung meiner Ausführungen in diesem Artikel als ein Beweis meines verschwörerischen Treibens. … weiter


Bild von mohamed Hassan auf Pixabay 

Tagebuch

 

Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch 30

Meine Durchhalteprosa

Die sich anschicken, der barbarischen
Vorgeschichte der Menschheit ein Ende zu bereiten,
sind selbst Menschen dieser Vorgeschichte.
Sie gehen in den Kampf gegen Götzen
mit der Seele von Götzendienern.“
(Manès Sperber)

Ich denke im Moment, dass ich das Corona-Tagebuch langsam ausklingen lasse. Seit Mitte März, als Frau Merkel die Ausgangsbeschränkungen verkündete, schreibe ich unentwegt. Durchhalteprosa nenne ich für mich diese Form des Schreibens, ohne die ich es nicht aushalten könnte. Schreibend versuche ich, mir den ganzen Wahnsinn ein wenig vom Hals zu halten. Ich kann ja später auf das Tagebuch zurückkommen, falls die von Experten befürchtete zweite Welle über uns hereinbricht. Im Moment lassen die Leute alle Rücksichtnahmen fahren und verhalten sich, als wäre nichts gewesen.

Von vielen Seiten höre ich, dass im Augenblick Freundschaften über die Frage zerbrechen, wie man es mit Corona hält. Die einen tragen Masken und achten auf Abstand, die anderen lachen darüber und fordern einen auf: „Mach dich mal locker!“ Die Süddeutsche Zeitung schreibt: „Es gibt jetzt eine neue Konfliktlinie: auf der einen Seite die Hab-dich-nicht-so, auf der anderen die Spießer. Winken gegen umarmen. Team Bussi-Bussi gegen Team Einsfünfzig.“ Ich halte es mit Feridun Zaimoglu, der gesagt hat: “Leute wie ich gelten als Spaßverderber, aber Lebenslust ist das eine, Dämlichkeit ist das andere.” … weiter

Tagebuch oben links: Bild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay
Bild rechts von Omni Matryx auf Pixabay 


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Tagebuch

 

Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch 29

Lob und Kritik des Zweifels

Fanatiker sind zu allem fähig,
sonst aber zu nichts.“
(Georg Christoph Lichtenberg)

Ich wandere durch meine Lieblingslandschaft. Margeriten, Wiesensalbei und Dotterblumen blühen und lassen die Wiesen in allen Farben des Frühlings leuchten. Da meine Lieblingsbank, die um diese späte Vormittagsstunde in der Sonne steht, besetzt ist, gehe ich weiter. Ich durchquere ein Tal, das ich bei mir das „Tal des mäandernden Baches“ nenne. Karl Valentin: „Das machen sie gern, die Bäch.“ Bis sie begradigt werden.

Ich möchte unbedingt in einem Roman des österreichischen Schriftstellers Gerhard Roth weiterlesen, auf den ich dieser Tage in einem öffentlichen Bücherschrank in meiner Nachbarschaft gestoßen bin. Er heißt Der stille Ozean und stammt aus dem Jahr 1980. Am Waldrand befindet sich eine weitere Bank, die ich nun ansteuere. Als ich meinen Rucksack absetze und das Buch raushole, fällt mir auf, dass jemand an der Rückenlehne einen leuchtend gelben Aufkleber platziert hat. In roter Lettern steht darauf das Wort Zweifel. Sonst nichts, kein Hinweis, woran man zweifeln soll und warum. … weiter

Tagebuch oben links: Bild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay
Bild von kie-ker auf Pixabay


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Bericht: Universität Siegen

Warum haben Verschwörungstheorien in der Corona-Krise Hochkonjunktur? Und wie kann man mit Verschwörungstheoretikern im Bekanntenkreis umgehen? Psychologe Prof. Andreas Kastenmüller und Literaturwissenschaftler Dr. Niels Penke von der Universität Siegen liefern Antworten. … weiter


Quelle:
www.idw-online.de
www.uni-siegen.de

29. März 2020 · Kommentare deaktiviert für Studierende meiden Corona-Partys, glauben aber an Verschwörungstheorie · Kategorien: Daten und Fakten, Politik und Gesellschaft · Tags: ,

Studie: Universität Trier

Sorglose Partys oder vorbildliches Verhalten? Für Studierende gibt eine Studie des Trierer Professors Marc Oliver Rieger darauf eine Antwort.

In seiner Studie hat Professor Marc Oliver Rieger 250 Studierende mit Szenarien konfrontiert, die sie beurteilen sollten, zum Beispiel: Was halten sie davon, wenn sich Studierende zum Fußballspielen treffen? Oder zusammen ein Grillfest feiern? Die weit überwiegende Mehrheit der befragten Studierenden findet solche Aktionen zum jetzigen Zeitpunkt schlecht oder sogar inakzeptabel.

Wenn Studierende aber darauf bestehen, Abstand zu halten oder andere für Fehlverhalten kritisieren, stößt das auf breite Zustimmung. … weiter


Quelle:
www.idw-online.de
www.uni-trier.de

 

25. Februar 2020 · Kommentare deaktiviert für “Erschreckend viele Wähler der AfD teilen Verschwörungsmentalität und antidemokratische Einstellungen” · Kategorien: Politik und Gesellschaft · Tags: , , , , ,

Studie der Universität Leipzig belegt hohes Maß an rechtsextremen und antisemitischen Einstellungen unter AfD-Wählern

Bericht: Universität Leipzig

Rechtsextremismus, Gewaltbereitschaft, Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit und Verschwörungsmentalität – Wähler der AfD zeigen in allen Bereichen antidemokratischer Einstellungen deutlich höhere Zustimmungswerte als die Anhänger anderer Parteien. Das geht aus einer am 25. Februar 2020 veröffentlichten, repräsentativen Studie des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung der Universität Leipzig hervor.

Im Rahmen der Leipziger Autoritarismus-Studien befragten die Forscher von Mai bis Juli 2018 insgesamt 2.344 Personen im Alter zwischen 18 und 91 Jahren zu ihren politischen Einstellungen. Sie fanden unter anderem heraus, dass bei Wählern der AfD ein höherer tradierter Antisemitismus zu finden ist. Zudem seien in keiner anderen Wählergruppe rechtsextreme Einstellungen und Muslimfeindschaft weiter verbreitet als unter den Wählern dieser Partei, sagt der Leiter der Studie, PD Dr. Oliver Decker. … weiter

=> Weitere Veröffentlichungen zum Thema (Literaturliste) auf der Seite des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung


Quelle: www.uni-leipzig.de