Der Kapitalismus zerstört systematisch menschliche Bindungen, die das einzig wirksame Gegenmittel gegen Gewalt sind

von Götz Eisenberg

In der Nacht zum 21.Juni 2020 zogen rund 500 junge Männer plündernd und randalierend durch die Stuttgarter Innenstadt. Auslöser soll eine Drogenkontrolle der Polizei gewesen sein. Die Süddeutsche Zeitung berichtet: „Bei 40 Geschäften wurden Schaufenster eingeschlagen, zwölf Streifen- und Mannschaftswagen der Polizei beschädigt. In neun Läden kam es nach bisherigen Erkenntnissen zu Plünderungen. Etwa 20 Polizisten wurden bei den Ausschreitungen verletzt. Verantwortlich sind nach bisherigen Erkenntnissen junge Männer aus einem Milieu, das die Stadt als ‚Party- und Eventszene‘ beschreibt. Bislang wurden 24 Personen vorläufig festgenommen, unter ihnen sieben Minderjährige, zwölf mit deutschem Pass, ausschließlich Männer. ‚Gewalt ist männlich und betrunken‘, kommentierte dies Thomas Berger, Vizepräsident des Polizeipräsidiums Stuttgart.“ … weiter

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01. Mai 2020 · Kommentare deaktiviert für Solidarität in Zeiten der Krise – Interview mit Stephan Lessenich · Kategorien: Politik und Gesellschaft · Tags: , , , ,

Die Akademie Management und Politik (MuP) in der Friedrich-Ebert-Stiftung interviewte den Soziologen Prof. Dr. Stephan Lessenich. Im Interview geht es um die Frage, wie Solidarität in der Gesellschaft gefördert werden kann. In Zeiten der Corona-Krise bestehe die Gefahr, dass “Solidarität” Dritte ausschließen könne.

Stephan Lessenich ist Professor für Soziologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München mit dem Schwerpunkt Soziale Entwicklungen und Strukturen. 

Solidarität in Zeiten der Krise

Die COVID-19-Pandemie stellt uns aktuell vor große gesellschaftliche, soziale und wirtschaftliche Herausforderungen. Um Menschenleben zu retten, sind Abstandhalten und Konktaktbeschränkungen wichtige Strategien. Welche Folgen hat dies für Demokratie und Beteiligung? Welche Bedeutung hat die Zivilgesellschaft in Krisenzeiten? Wie können wir jetzt als Gesellschaft, national und international solidarisch handeln? Das ganze Interview lesen

01. Mai 2020 · Kommentare deaktiviert für Philosoph Reder warnt vor negativen Seiten der Corona-Solidarität · Kategorien: Bildung und Soziales · Tags: , , ,

Bericht: Hochschule für Philosophie München

Der Münchner Philosoph Michael Reder warnt vor den negativen Seiten der aktuellen Corona-Solidarität. „Trotz allem Positiven, das mit der aktuellen Welle der Solidarität verbunden ist, reproduziert und verstärkt dieses Handeln auch alt bekannte Strukturen sozialer Ungleichheit“, betont der Professor und Inhaber des Lehrstuhls für Praktische Philosophie mit Schwerpunkt Völkerverständigung an der Hochschule für Philosophie München. „Wir müssen aufpassen, dass uns das Betonen von Solidarität nicht blind für diese Entwicklungen macht“, sagt er. Aktuell forscht Reder im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts zu „Praktiken der Solidarität“. … weiter


Quelle:
www.idw-online.de
www.hfph.de

Im gewerkschaftlichen Debattenmagazin “Gegenblende” erschien am 14.2.2020 ein sehr wichtiger Aufsatz von Dani Rodrik über die soziale Ungleichheit. Er appelliert, sich stärker um die Ängste und die soziale Sicherung der Mittelschicht zu kümmern, um Rechtspopulisten und Rechtsextreme zurückzudrängen. In seinem Aufsatz beschreibt er detailliert, welche Maßnahmen helfen können, um die Folgen des Neoliberalismus zurückzudrängen:

Die soziale Schieflage der Mitte
Soziale Ungleichheit wird vor allem mit Blick auf die Unterschicht diskutiert. Das greift zu kurz. Abstiegsängste und soziale Sorgen haben längst auch die Arbeiter*innen und Angestellten der Mittelschicht. Nur wenn wir deren Wohlergehen sichern, können wir unsere Demokratien gegen die Bedrohung durch soziale Unruhen, Rassismus und Rechtspopulisten verteidigen.  Den ganzen Text lesen