06. Juni 2020 · Kommentare deaktiviert für Antisemitismus an deutschen Schulen: Wie Lehrkräfte gegensteuern können · Kategorien: Politik und Gesellschaft, Unterrichtsmaterial · Tags: , , ,

Bericht: Frankfurt University of Applied Sciences (UAS)

Nicht erst seit dem Anschlag auf die Synagoge von Halle am 9. Oktober 2019 ist das Thema Gewalt gegen Jüdinnen und Juden und Antisemitismus in der Öffentlichkeit verstärkt sichtbar geworden. Auch an vielen deutschen Schulen ist Antisemitismus offenkundig: „Du Jude“ ist ein häufig benutztes Schimpfwort, Bedrohung, Stigmatisierung und Gewalt gehören zum Alltag jüdischer Schüler/-innen.

Die Soziologin Prof. Dr. Julia Bernstein vom Fachbereich Soziale Arbeit und Gesundheit der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) hat 2018 erstmals eine sozialwissenschaftliche qualitative Untersuchung1 vorgelegt zu der Frage, wie Jüdinnen und Juden Antisemitismus in Schulen erfahren und wie Lehrkräfte damit umgehen. Die Studie, die an die Ergebnisse der 2017 veröffentlichten Untersuchung2 „Jüdische Perspektiven auf Antisemitismus in Deutschland“ anschließt, liegt nun in deutlich erweiterter Fassung als Buch vor. Es fasst Erscheinungsformen von Antisemitismus, aktuelle Forschungsbefunde und Problemschwerpunkte zusammen. Ergänzend dazu finden sich Selbsttests in Quizform und konkrete Empfehlungen als „Handlungskoffer“ für pädagogische Fachkräfte. … weiter

Handlungsempfehlungen (Untersuchung 1) für Lehrkräfte:
Direktdownload als pdf-Datei: „,Mach mal keine Judenaktion!‘: Herausforderungen und Lösungsansätze in der professionellen Bildungs- und Sozialarbeit gegen Antisemitismus“ 

Die gesamte Studie (Untersuchung 2) ist nachzulesen unter:
Direktdownload als pdf-Datei:
https://uni-bielefeld.de/ikg/daten/JuPe_Bericht_April2017.pdf


Quelle:
www.idw-online.de
www.frankfurt-university.de

 

 

02. Juni 2020 · Kommentare deaktiviert für Erschreckender Anstieg der Straftaten im Feld der “Hasskriminalität” · Kategorien: Recht und Unrecht · Tags: , ,

Bericht: amnesty international

Für Amnesty International beweist die Statistik zur politisch motivierten Kriminalität für das Jahr 2019, dass der Kampf gegen rassistische und antisemitische Angriffe nicht nur zur Chefsache erklärt werden darf – diesem Signal müssen dringend Taten in Bund und Ländern folgen.

Anlässlich der Statistik der politisch motivierten Kriminalität (PMK) für das Jahr 2019 fordert Amnesty International die Innenbehörden dazu auf, den Kampf gegen Rassismus sowie gegen rassistische und antisemitische Gewalt zur prioritären Daueraufgabe zu machen. Weiterlesen »

28. Februar 2020 · Kommentare deaktiviert für Wer von Neonazismus redet, kann über den Kapitalismus nicht schweigen · Kategorien: Politik und Gesellschaft · Tags: , , , , , , , ,

Einige Anmerkungen zur Heuchelei und Hilflosigkeit gegen rechts

von Brigitte Pick

Am 27. Januar 2020 jährte sich zum 75-mal die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Vor unserem Wohnhaus in Friedenau befinden sich zwei Stolpersteine in Gedenken für das jüdische Ehepaar Matzdorf, das seit 1926 hier wohnte und zwei Töchter hatte.

Dr. Martin Matzdorf war Richter am Amtsgericht Berlin- Tempelhof, seine Frau ließ sich an der Kunstgewerbeschule ausbilden.. Ab April 1933 war Dr. Martin Matzdorf zwangsweise beurlaubt, ab November 1933 erhielt er Berufsverbot nach § 3 des Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums mit Ruhegehalt von 293 RM netto monatlich. Dr. Martin Matzdorf wurde zur Zwangsarbeit herangezogen.

Er war als Arbeiter für die Firma Schubert in Reinickendorf tätig und erhielt hierfür einen Wochenlohn von ca. 20 RM netto. Ab Februar 1941 musste das Ehepaar Matzdorf zwei jüdische Untermieterinnen aufnehmen, ehe sie am 1. November 1942 die Wohnung verlassen mussten, um zwangsweise in ein möbliertes Zimmer bei einem jüdischen Hauptmieter in der Nähe umzuziehen. Am 14. Dezember wurden die Eheleute Matzdorf nach Auschwitz deportiert, wo sie zu einem unbekannten Zeitpunkt ermordet wurden. … weiter

Bild von WikimediaImages auf Pixabay


=> Zum Schmökern: Alle bisherigen Texte von Brigitte Pick im Magazin Auswege

 

 

25. Februar 2020 · Kommentare deaktiviert für “Erschreckend viele Wähler der AfD teilen Verschwörungsmentalität und antidemokratische Einstellungen” · Kategorien: Politik und Gesellschaft · Tags: , , , , ,

Studie der Universität Leipzig belegt hohes Maß an rechtsextremen und antisemitischen Einstellungen unter AfD-Wählern

Bericht: Universität Leipzig

Rechtsextremismus, Gewaltbereitschaft, Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit und Verschwörungsmentalität – Wähler der AfD zeigen in allen Bereichen antidemokratischer Einstellungen deutlich höhere Zustimmungswerte als die Anhänger anderer Parteien. Das geht aus einer am 25. Februar 2020 veröffentlichten, repräsentativen Studie des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung der Universität Leipzig hervor.

Im Rahmen der Leipziger Autoritarismus-Studien befragten die Forscher von Mai bis Juli 2018 insgesamt 2.344 Personen im Alter zwischen 18 und 91 Jahren zu ihren politischen Einstellungen. Sie fanden unter anderem heraus, dass bei Wählern der AfD ein höherer tradierter Antisemitismus zu finden ist. Zudem seien in keiner anderen Wählergruppe rechtsextreme Einstellungen und Muslimfeindschaft weiter verbreitet als unter den Wählern dieser Partei, sagt der Leiter der Studie, PD Dr. Oliver Decker. … weiter

=> Weitere Veröffentlichungen zum Thema (Literaturliste) auf der Seite des Kompetenzzentrums für Rechtsextremismus- und Demokratieforschung


Quelle: www.uni-leipzig.de

21. November 2019 · Kommentare deaktiviert für Antisemitismus von Links – Facetten der Judenfeindschaft · Kategorien: Bildung und Soziales, Lesestoff · Tags:

“Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage” hat Baustein Nr. 8 herausgegeben: Antisemitismus von Links – Facetten der Judenfeindschaft:

Antisemitismus ist ein wichtiger Bestandteil rechtsextremer und faschistischer Ideologien und äußert sich immer wieder in entsprechenden Gewalttaten. Aber ein antisemitismuskritischer Ansatz muss sich mit allen Spielarten des Antisemitismus auseinandersetzen. Auch im linken Spektrum tritt Antisemitismus auf – auch wenn dies auf den ersten Blick als paradox erscheinen mag. Antisemitismus entsteht dort häufig aus einer personalisierenden Kapitalismuskritik oder einer vereinfachenden Sicht auf den Nahostkonflikt.

Thomas Haury stellt in diesem Baustein die widersprüchliche Geschichte des Antisemitismus von links ebenso wie die innerlinke Auseinandersetzung mit diesem dar.

In Din-A5-Format, 76 Seiten, 2,50 € oder kostenlos als pdf-Datei

kostenlos zum downloaden als pdf-Datei (991 KB)

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15. Oktober 2019 · Kommentare deaktiviert für “Wer will die hier schon haben?” · Kategorien: Lesestoff · Tags: , , , , ,

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat im Oktober ’19 ein neues Buch herausgegeben:

“Wer will die hier schon haben?”
Ablehnungshaltungen und Diskriminierungen in Deutschland

Inhalt:

Eine wachsende Zahl von Menschen in Deutschland sieht sich mit Ablehnung und Diskriminierung konfrontiert. Beides äußert sich in Formen, die von bewussten oder unreflektierten sprachlichen Entgleisungen Einzelner im Alltag bis zu offensiver und organisierter psychischer oder physischer Gewalt reichen. Adressiert werden etwa Geflüchtete und Muslime, Menschen jüdischen Glaubens und solche, deren sexuelle Identität angefeindet wird. […]

Die Autorinnen und Autoren des Bandes repräsentieren eine Vielzahl von Disziplinen, wie Politik-, Kultur-, Kommunikations- und Sozialwissenschaften, Pädagogik, Theologie und Psychologie. Gemeinsam mit Praktikerinnen und Praktikern beleuchten sie Ausdrucksformen gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit und pauschalierender Ablehnung, fragen nach deren Ursachen und Ausprägungen und stellen praxisbezogene Ansätze vor, ihnen zu begegnen.

Herausgeber: Kurt Möller und Florian Neuscheler, 340 Seiten, erschienen am 9.10.2019 in Bonn, Bestellnummer: 10428

Kosten: 4,50 € (bei mehreren Bänden ab 1 kg Versandgewicht zzgl. Versandkosten)

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21. Mai 2019 · Kommentare deaktiviert für DGB Bayern schließt sich international anerkannter Antisemitismus-Definition an · Kategorien: Meinungen und Kommentare · Tags: ,

Jena: „Grenzen des bisher Unsagbaren verschwimmen mehr und mehr.“

Mitteilung: DGB Bayern

Als Ergebnis eines Austauschs mit Dr. Ludwig Spaenle, Antisemitismusbeauftragter der Bayerischen Staatsregierung, haben sich die bayerischen DGB-Gewerkschaften der international anerkannten Antisemitismus-Definition der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) angeschlossen. Weiterlesen »