Kriminalität: Subjektive Wahrnehmung und tatsächliche Sicherheitslage gehen teilweise auseinander

Bericht: Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)

Kriminalitätsfurcht hängt nicht nur mit realer Kriminalität zusammen – Regional ist ein deutliches Nord-Süd-Gefälle erkennbar – Sozial ungleich verteilt zeigt sich Kriminalitätsfurcht besonders bei vulnerablen Gruppen – Politik und Medien sollten sachlich aufklären, um unnötige Ängste zu vermeiden

Die Angst vor Kriminalität hängt nicht nur mit der tatsächlichen Kriminalitätsbelastung zusammen, sondern kann auch unabhängig davon zunehmen. So stieg etwa zwischen 2014 und 2017 die Kriminalitätsfurcht trotz sinkender Straftaten – also in einer Phase, die von Fluchtzuwanderung, aber auch Terroranschlägen in Europa geprägt war. Kriminalitätsfurcht ist zudem ungleich verteilt. Regional betrachtet zeigt sich ein Nord-Süd-Gefälle: Die Kriminalitätsbelastung ist im Süden Deutschlands geringer und Menschen fühlen sich dort sicherer. Auch sorgen sich besonders vulnerable Gruppen häufiger um die Kriminalitätsentwicklung, etwa ältere Menschen. Das sind die Kernergebnisse einer aktuellen Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), für die Anna Bindler und Hannah Walther aus der Abteilung Kriminalität, Arbeit und Ungleichheit Daten des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) und des Gleichwertigkeitsberichts der Bundesregierung 2024 ausgewertet haben. Weiterlesen

Und es gibt sie doch: 5G-Mobilfunk-Studien zeigen bedenkliche nicht-thermische Gesundheitsschäden

Mitteilung: diagnose:funk

Stuttgart, 16.7.2025: Die Umwelt- und Verbraucherorganisation diagnose:funk präsentiert in der neuen Ausgabe (2-2025) der Fachzeitschrift „ElektrosmogReport“ vier wissenschaftliche Studien zu 5G-Mobilfunk und Gesundheit: Alle vier Studien wurden mit Frequenzen des neuen 5G-Mobilfunkstandards durchgeführt. Sie untersuchten unterschiedliche Gesundheitsaspekte, jeweils auf höchstem wissenschaftlichen Niveau und gut dokumentiert. Dabei fanden alle vier Studien klare (statistisch signifikante) Beweise für die Gesundheitsschädlichkeit der Mobilfunkstrahlung – sogenannte nicht-thermische biologische Effekte.

Die Studien inkl. Besprechung in der Studiendatenbank EMF:data:

„Und es gibt sie doch!“, sagt Jörn Gutbier, Vorsitzender von diagnose:funk, zur Existenz von nicht-thermischen, gesundheitsschädlichen Effekten, ausgelöst durch Mobilfunkstrahlung. „Das Bundesamt für Strahlenschutz und in der Folge auch die Bundesregierung behaupten zwar seit Jahren steif und fest, Mobilfunkstrahlung unterhalb der Grenzwerte sei harmlos. Doch diese neuen, sehr gut gemachten Studien zeigen das Gegenteil: 5G-Mobilfunkstrahlung weit unterhalb der Grenzwerte löst nicht-thermische biologische Effekte in unseren Zellen aus – und diese Effekte sind gesundheitsschädlich. Herr Bundesumweltminister Schneider, lesen Sie diese Studien! Wem glauben Sie danach mehr: der Mobilfunkindustrie und ihrem Wunschdenken oder der internationalen Wissenschaft und ihren klaren Ergebnissen?“

Der thermische Effekt von Mobilfunkstrahlung bedeutet, dass (vergleichbar mit dem Mikrowellenofen) die Strahlung zur Erwärmung von Gewebe führt. Die gesetzlichen Grenzwerte der 26. Bundesimmissionsschutzverordnung (BImSchV) schützen vor diesem thermischen Effekt zuverlässig.

Die nicht-thermischen Effekte sind biologische Wirkungen der Strahlung, die nicht mit Erwärmung von Gewebe, sondern durch zellbiologische Mechanismen erklärbar sind. Diese Effekte treten weit unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte auf. In der Studiendatenbank EMF:data dokumentiert diagnose:funk über 700 wissenschaftliche Studien, die nicht-thermische, gesundheitsschädliche Effekte nachweisen oder klare Hinweise darauf liefern.

Die vorliegenden vier neuen Studien bestätigen für 5G, was der Technikfolgenbericht des Deutschen Bundestags bereits 2023 anhand von über 60 Studien sowie der Technikfolgenbericht des EU-Parlaments allgemein für Mobilfunkstrahlung aufgezeigt hatten: Nicht-thermische, gesundheitsschädlichen Effekte durch Mobilfunkstrahlung sind eine Wahrheit – und darauf muss die Bundespolitik reagieren.

diagnose:funk schlägt einen nicht-thermisch begründeten Grenzwert von 100 µW/m² bzw. 0,2 V/m vor. Zum Vergleich: aktueller thermisch begründeter Grenzwert = 10.000.000 µW/m² bzw. 61 V/m; sehr guter LTE-Empfang noch bei -80 dBm = 0,001 µW/m² bzw. 0,0006 V/m, siehe https://www.lte-anbieter.info/technik/asu.php

Im 11. Emissionsminderungsbericht der Bundesregierung vom 9.4.2025 behauptet das Bundesumweltministerium noch: „Im Bereich niedriger Intensitäten von HF-EMF konnten gesundheitliche Beeinträchtigungen infolge nicht-thermischer Wirkungen in jahrzehntelanger Forschung bisher wissenschaftlich nicht nachgewiesen werden.“ (S. 3, Mitte) Die Bundesregierung sollte sich jedoch mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen auseinandersetzen, statt dogmatisch das Wunschdenken der Mobilfunkindustrie als Regierungsmeinung zu wiederholen.

Der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) ist hier bereits Vorreiter: Er forderte im Amtsblatt der EU vom März 2023 im Rahmen der Grenzwertdiskussion: „Besonderes Augenmerk sollte den nicht-thermischen Effekten gelten (1.11.)“

diagnose:funk hat in einem über 20-seitigen Überblick die wissenschaftliche Diskussion und die Studienlage zu den nicht-thermischen Effekten zusammengestellt: https://www.diagnose-funk.org/ueberblick#3


16.7.2025
diagnose:funk
www.diagnose-funk.org

 

Weiterlesen

Eingewanderte verdienen in Deutschland im Schnitt 19,6 Prozent weniger als Einheimische

Bericht: Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit (IAB)

Eingewanderte in Deutschland und acht weiteren Ländern – Kanada, Dänemark, Frankreich, Niederlande, Norwegen, Spanien, Schweden und den USA – erzielen im Durchschnitt deutlich geringere Einkommen als Einheimische. In Deutschland beträgt der Einkommensunterschied bei der ersten Generation 19,6 Prozent. Der Hauptgrund liegt nicht in ungleicher Bezahlung bei gleicher Tätigkeit, sondern in eingeschränktem Zugang zu besser bezahlten Branchen, Berufen und Unternehmen. Weiterlesen

Mindestlohnerhöhung auf 13,90 Euro betrifft bis zu 6,6 Millionen Jobs

Mitteilung: Statistisches Bundesamt

WIESBADEN – Nach einer Schätzung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) auf Basis der Verdiensterhebung vom April 2024 werden von der geplanten Erhöhung des gesetzlichen Mindestlohns zum 1. Januar 2026 deutschlandweit bis zu 6,6 Millionen Jobs betroffen sein. Demnach lag etwa jedes sechste Beschäftigungsverhältnis (rund 17 %) rechnerisch unterhalb des geplanten Mindestlohns von 13,90 Euro pro Stunde. Werden diese Jobs künftig mit dem neuen Mindestlohn vergütet, ergibt sich für die betroffenen Beschäftigten eine geschätzte Steigerung der Verdienstsumme um bis zu 6 % (rund 400 Millionen Euro). Bei der Schätzung wurde angenommen, dass alle Beschäftigten, die weniger als den neuen Mindestlohn von 13,90 Euro verdienten, mindestens den zuletzt gültigen Mindestlohn von 12,82 Euro erhalten. Weitere Lohnsteigerungen nach April 2024 wurden nicht berücksichtigt. Bei gleichbleibender Beschäftigtenzahl und -struktur sind die Ergebnisse daher überschätzt und somit als Obergrenzen zu verstehen. Weiterlesen

Beste Berufsaussichten: Neuer Studiengang Wirtschaftschemie

Bericht: Technische Universität Clausthal

Der bilinguale Masterstudiengang Wirtschaftschemie startet im kommenden Wintersemester an der Technischen Universität Clausthal. Der hohe Stellenwert der Chemie zeigt sich an der Harzer Universität auch im Neubau des Chemie Campus Clausthal.

Die chemische Industrie ist die drittgrößte Wirtschaftsbranche in Deutschland, auch in Niedersachsen spielt sie mit rund 25.000 Beschäftigen eine wesentliche Rolle. Viele Unternehmen befinden sich im Nordharz und sind von dort aus weltweit aktiv. Chemisches Fachwissen ist dabei zunehmend im Wirtschaftskontext gefragt. Der neue deutsch-englische Masterstudiengang Wirtschaftschemie, der im Wintersemester 2025/26 an der TU Clausthal anläuft, verbindet die Chemie mit der Betriebswirtschaftslehre (BWL). Weiterlesen

Ungleiche Teilhabemöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in Deutschland

Bericht: Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung

Aktuelle Studie des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung, der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung sowie der Wüstenrot Stiftung zeigt, dass sich junge Menschen in Deutschland mehr Möglichkeiten zur Mitsprache und Mitbestimmung wünschen.

Kinder und Jugendliche in Deutschland haben – je nach Wohnort – unterschiedliche Möglichkeiten, am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Das verdeutlichen statistische Daten, etwa zum Anteil der von Armut betroffenen Kinder und Jugendlichen oder der Schulabgänger:innen ohne Ersten Schulabschluss. In Gesprächen mit jungen Menschen sowie Fachkräften der Kinder- und Jugendarbeit zeigen sich darüber hinaus Bedürfnisse, die junge Menschen vielerorts haben: … weiter


Quelle:
ww.idw-online.de
www.berlin-institut.org

 

Studie zu Schulen im Brennpunkt: Schwierige Lernvoraussetzungen, Optimismus mit Blick auf das Startchancen-Programm

Bericht: Wübben Stiftung Bildung

In der Befragung „Schule im Brennpunkt 2025“ haben Schulleitungen aus vier Bundesländern die aktuelle Situation und die Herausforderungen an ihren Schulen dargestellt und bewertet.

Mangelnde Sprachkenntnisse, längere Grundschulzeit und ungeeignete Lehrwerke – Kollegien an Schulen im Brennpunkt stehen einer Vielzahl von Herausforderungen gegenüber. Das zeigt die Befragung „Schule im Brennpunkt 2025“ der Wübben Stiftung Bildung unter 226 Schulleitungen aus vier Bundesländern. So geben etwa 70 Prozent der Befragten an, dass die Schülerinnen und Schüler bei Schuleintritt im Bereich der Sprachkompetenzen, der Fachkompetenzen sowie der sozial-emotionalen Kompetenzen einen hohen Unterstützungsbedarf haben. Den Schulleitungen zufolge lernt knapp jedes vierte Kind länger an der Grundschule als es die Regelzeit vorsieht. Weiterlesen

Brandmauer unter Druck: Wo sie steht und wo sie fällt

Erste gesamtdeutsche Analyse zu kommunalen Kooperationen der etablierten Parteien mit der AfD

Die vielbeschworene Brandmauer, also die Ablehnung von Kooperationen mit der AfD, erweist sich in ostdeutschen Kreisen als ähnlich stabil wie in westdeutschen. Dieser Befund überrascht – lagen die Wahlergebnisse der AfD bei der Bundestagswahl im Osten doch fast doppelt so hoch wie im Westen. In Kreistagen und Stadträten wurden in den Jahren 2019 bis 2024 bundesweit rund 81 Prozent der von der AfD eingebrachten Anträge abgelehnt. Im Durchschnitt gab es dabei nur einen geringen Unterschied zwischen den alten und den neuen Bundesländern. Auffällig ist jedoch, dass in ländlichen Regionen Ostdeutschlands tendenziell häufiger mit der AfD kooperiert wurde als in ländlichen Gebieten Westdeutschlands. Dies zeigt die erste flächendeckende Analyse zum Zustand der Brandmauer auf kommunaler Ebene, die Forscher des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung (WZB) jetzt vorgelegt haben. Weiterlesen

1 2 3 4 21