Studie: Klimawandel fördert soziale Isolation und belastet psychische Gesundheit

Bericht: Medizinische Hochschule Brandenburg Theodor Fontane

Unter der Leitung von Dr. Samia Akhter-Khan an der Medizinischen Hochschule Brandenburg Theodor Fontane (MHB) wurde eine Studie in Nature Health veröffentlicht, die zeigt: Der Klimawandel schädigt nicht nur die Umwelt, sondern erhöht auch das Risiko sozialer Isolation und verschlechtert die psychische Gesundheit. Die Studie zeigt, dass extreme Wetterereignisse soziale Netzwerke zerstören, Konflikte verstärken und insbesondere marginalisierte Gruppen treffen. Gleichzeitig zeigen Programme zur Stärkung sozialer Kontakte eine schützende Wirkung: Sie erhöhen die soziale Resilienz und können die Sterblichkeit während Hitzewellen senken, insbesondere für ältere Menschen. … weiter


Quelle:
www.idw-online.de
www.mhb-fontane.de/de/

 

Mehr Atemwegserkrankungen bei Hitze und bei Kälte

Augsburger Bevölkerung leidet unter Extremwetter

Bericht: Uni Augsburg
 

Der Klimawandel ist eine ernste Gefahr für die menschliche Gesundheit – nicht erst in der Zukunft. Bereits jetzt führen extreme Temperaturen in Augsburg zu mehr Atemwegserkrankungen. Das zeigt eine Studie, die an der Universität Augsburg mit Daten aus dem Universitätsklinikum Augsburg entstanden ist. Analysiert wurden die Jahre 2006 bis 2019. Anpassungen an den Klimawandel sind dringend nötig, zeigt die Studie.

Der Klimawandel ist in vollem Gange. Auch in Augsburg kommt es immer häufiger zu extremem Wetter. Hitzewellen, also drei Tage am Stück Temperaturen über etwa 25 Grad, sind eine große Belastung für Menschen, Tiere und Pflanzen – und eine ernstzunehmende gesundheitliche Gefahr. Aber auch extreme Kälte macht den Menschen zu schaffen. Beides – extreme Hitze wie Kälte – schlägt unter anderem auf die Atemwege.

Erhöhtes Risiko binnen Tagen
Das zeigt eine Studie des Forschungsprojekts „Extreme“, das an der Medizinische Fakultät der Universität Augsburg angesiedelt ist: Das Risiko, notfallmäßig wegen einer Atemwegserkrankung behandelt zu werden, steigt demnach bei extremer Hitze innerhalb von drei Tagen signifikant – bei extremer Kälte innerhalb von drei Wochen. Extreme Kälte definierten die Forschenden als das kälteste eine Prozent der Tage. Für Augsburg waren das Tage, an denen die Durchschnittstemperatur auf etwa −7,8 °C fiel, weit unter die normalen Winterbedingungen der Stadt. Untersucht wurden Daten aus 14 Jahren in Süddeutschland, insbesondere von 2006 bis 2019 in Augsburg. Berücksichtigt wurden ambulante Notfallbehandlungen und Krankenhauseinweisungen in der Notaufnahme des Universitätsklinikums Augsburg. Die Ergebnisse der Studie sind soeben in der Fachzeitschrift „International Archives of Occupational and Environmental Health“ erschienen.

Um ein Drittel erhöhtes Risiko
Bemerkenswert ist: Wenn man den untersuchten Zeitraum in zwei Hälften aufteilt (2006–2012 und 2013–2019), dann zeigt sich, dass der Temperaturanstieg im zweiten Zeitraum einhergeht mit mehr Krankenhauseinweisungen. Dieser Effekt wird als starker Anstieg der geschätzten kurzfristigen kumulativen Wirkung extremer Hitze bezeichnet.

„Von 2006 bis 2012 lag das relative Risiko, wegen einer Atemwegserkrankung ins Krankenhaus eingewiesen zu werden, während extremer Hitze um 8 Prozent höher als bei einer mittleren Referenztemperatur, also ohne Hitze. Im Zeitraum 2013–2019 war dieses Risiko sogar um 32 Prozent erhöht“, erklärt Dr. María Pilar Plaza García, Leiterin des Fachbereichs „Human Exposure Science“ am Institut für Umweltmedizin und Integrative Gesundheit der Universität Augsburg. Sie hat die Studie geleitet, gemeinsam mit Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann.

Effekte des Klimawandels
„Steigende Temperaturen haben also bereits jetzt messbare Auswirkungen auf die Gesundheit der Atemwege. Das deutet darauf hin, dass sich die globale Erwärmung verheerend auf die menschliche Gesundheit auswirken kann“, sagt Plaza García.

Hitzewellen werden künftig länger dauern, intensiver ausfallen und häufiger auftreten – selbst wenn die Klimakrise eingedämmt wird. „Daher ist es wichtig, die gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze zu quantifizieren und zu verstehen. Wir möchten mit unseren Ergebnissen dazu beitragen, dass in der öffentlichen Gesundheitsversorgung gezielte Maßnahmen getroffen werden“, erklärt die Forscherin. Das können sehr konkrete Maßnahmen sein, neben Hitzeschutzplänen zum Beispiel auch der Einbau von Verschattungen, von Klimaanlagen oder auch das Anlegen grüner, kühlender Aufenthaltsorte.

Neben Hitze setzt auch extreme Kälte den Menschen zu: Sie erhöht das Risiko, eine notfallmäßige Behandlung der Atemwege zu benötigen, noch stärker als Hitze und deutlich messbar. Eine große Rolle spielt dabei die saisonale Grippe. Sie gilt in der Studie als so genannter Störfaktor. Das heißt, die Notfallbehandlungen gehen nicht ausschließlich auf die kalten Temperaturen zurück, sondern zumindest teilweise auch auf die Grippe.


12.11.2025
Corinna Härning
Universität Augsburg
www.uni-augsburg.de
Text gekürzt

 

 

Klimawandel als psychische Belastung

UBA-Ratgeber gibt Tipps zur Stärkung der mentalen Gesundheit

Bericht: Umweltbundesamt

Der Klimawandel kann nicht nur verheerende physische Folgen für Mensch und Umwelt haben, er kann auch die menschliche Psyche stark beeinträchtigen. So können Extremwetterereignisse posttraumatische Belastungsstörungen auslösen und die Sorge um unsere Lebensgrundlagen Zukunftsängste und Depressionen hervorrufen. In einer vom Bundesumweltministerium geförderten aktuellen Studie des Umweltbundesamtes (UBA) gaben mehr als die Hälfte der Befragten an, sich mental stark oder sehr stark durch den Klimawandel belastet zu fühlen. Der UBA-Ratgeber für mentale Gesundheit im Klimawandel bietet Hilfestellung. Weiterlesen

Auch die Augen leiden unter hohen Temperaturen

Hitzeaktionstag am 4. Juni 2025

Bericht: Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

Längere und intensivere Hitzeperioden stellen nicht nur eine Belastung für den Kreislauf dar, auch unsere Augen sind betroffen. Anlässlich des bundesweiten Hitzeaktionstags am 4. Juni 2025 erklärt die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft e.V. (DOG), welche Auswirkungen hohe Temperaturen auf die Augengesundheit haben können und wie man sich schützt.

Hitze ist das größte durch die Klimakrise bedingte Gesundheitsrisiko in Deutschland. „Und das betrifft auch die Augen“, sagt DOG-Experte Professor Dr. med. Gerd Geerling. So nehmen beispielsweise Oberflächenerkrankungen der Augen hitzebedingt zu. „Studien zeigen, dass allergische Bindehautentzündungen häufiger geworden sind“, berichtet der Direktor der Universitäts-Augenklinik Düsseldorf. Eine Ursache dafür liegt im Temperaturanstieg, der die Pollensaison verlängert und die Konzentration verdichtet. „Der Augenarzt kann Betroffenen Tropfen zur prophylaktischen Anwendung oder zur Behandlung der allergischen Reaktion verordnen“, rät der DOG-Experte. „Aber auch der Besuch bei einem Allergologen zur Desensibilisierung kann helfen.“ Ebenso hilfreich ist es – allerdings nicht immer praktikabel –, sich in klimatisierten Räumen mit Luftfiltern aufzuhalten oder im Freien eine Schutzbrille zu tragen. Weiterlesen

Diskrepanzen zwischen nationalen Klimazielen und Klimaschutzbereitschaft der Bevölkerung

Studie stellt fest, dass Regierungen sich nach ethischen Grundsätzen richten, in der Bevölkerung aber Kosten-Nutzen-Überlegungen vorherrschen

Bericht: Carl von Ossietzky-Universität Oldenburg

Um den Klimawandel zu stoppen, legen die Unterzeichnerstaaten des Pariser Klimaschutzabkommens fortlaufend freiwillige Selbstverpflichtungen dazu vor, wie stark sie ihre Treibhausgasemissionen begrenzen wollen. Der Umweltökonom Prof. Dr. Heinz Welsch von der Universität Oldenburg hat nun in einer empirischen Studie untersucht, welche Zusammenhänge zwischen diesen nationalen Klimazielen und der Bereitschaft der Bevölkerung zum Klimaschutz bestehen. Die Ergebnisse veröffentlichte er im Fachblatt Ecological Economics. Der Forscher kommt zu dem Ergebnis, dass Faktoren wie das Durchschnittseinkommen, die Höhe der Emissionen und die Temperatur eines Landes für beide Größen eine wichtige Rolle spielen, sich darauf allerdings genau entgegengesetzt auswirken – und dass es eine Verbindung mit der Demokratiezufriedenheit gibt. … weiter


Quelle:
www.idw-online.de
https://uol.de
Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

 

 

Wie ein Psychologieverband planetarische Verantwortung beansprucht und damit Wissenschaftlichkeit und Demokratie riskiert

Ein Essay von Jürgen Mietz*

Der Berufsverband deutscher Psychologinnen und Psychologen(BDP) gibt eine mögliche berufsbedingte Zurückhaltung auf und erklärt sein Engagement für Klimaschutz mit einer Pflicht zu planetarischer Verantwortung. Er wird damit Teil einer aktivistischen Bewegung. Mit ihrer Überzeugung, dass der Klimawandel wesentlich menschengemacht sei und Katastrophen recht bald drohten, will der BDP das Potenzial der Psychologie zur Menschheits- und Erdenrettung einsetzen. … weiter


*Jürgen Mietz ist Diplom-Psychologe und war bis zu seinem Ruhestand (ab 2014) überwiegend als Schulpsychologe im Ruhrgebiet und in Hamburg tätig, schwerpunktmäßig in der Lehrerberatung und supervisorisch. Viele Jahre war er Mitglied in einem Berufsverband der Schulpsychologie, zeitweise in Vorstandfunktonen. Mit Sorge betrachtet er, wie Psychologie mehr und mehr im Sinne von Funktionalisierung und Anpassung statt im Sinne von emanzipatorischer Persönlichkeitsentwicklung und Mündigkeit eingesetzt wird.
Webseite: schulpsychologie-mietz.com

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay

 

 

Sprunghafter Anstieg der Erderwärmung ist maßgeblich auf geringere Rückstrahlkraft des Planeten zurückzuführen

Mitteilung: Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

2023 verzeichnete die globale Durchschnittstemperatur mit einem Anstieg auf fast 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau einen neuen Höchstwert. Die Ursachen dieses sprunghaften Anstiegs stellte Forschende vor ein Rätsel. Denn betrachtet man die Wirkung von menschengemachten Einflüssen, vom Wetterphänomen El Niño sowie von Naturereignissen, lässt sich zwar ein Großteil der Erwärmung nachvollziehen. Eine Lücke von etwa 0,2 Grad Celsius, konnte jedoch bisher nicht richtig erklärt werden. Ein Team um das Alfred-Wegener-Institut hat nun im Fachjournal Science beschrieben, was die Ursache sein könnte: Unser Planet verliert sein Rückstrahlvermögen, weil ihm bestimmte Wolken fehlen. Weiterlesen

Schule im Zeichen des Klimawandels

Bericht: Universität Siegen

Ein internationales Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus sieben Mitgliedsstaaten geht der Frage nach, wie Schulen und Hochschulen die nächsten Generationen auf Denken und Handeln im Sinne der Nachhaltigkeit vorbereiten können.

Für das Weltklima gilt die höchste Alarmstufe. Kommende Generationen werden sich darauf einstellen müssen. Für Schulen und Hochschulen sind deshalb jetzt Bildungskonzepte wichtig, die die Wechselwirkung von Mensch und Natur in den Mittelpunkt stellen. Die Universität Siegen ist am europäischen Projekt CultureNature Literacy (CNL) beteiligt, das genau solche Schlüsselkompetenzen definiert und mit Beispielen für Unterricht und Lehre veranschaulicht. Ein Handbuch, zahlreiche Lernszenarien und ein digitales Selbstlernprogramm sind bereits fertig. … weiter

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Quelle: www.uni-siegen.de
Bild von Sergio Cerrato – Italia auf Pixabay

 

 

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