Deutsche Lehrpläne halten mit der Realität der Einwanderungsgesellschaft nicht Schritt

Neue MIDEM-Studie zeichnet ein differenziertes Bild über die Bedeutung und Rolle von Migration und Integration in den Lehrplänen deutscher Schulen

Bericht: Technische Universität Dresden

Die Themen Migration und Integration haben in den Lehrplänen deutscher Schulen Eingang gefunden, spiegeln allerdings die Realität der deutschen Einwanderungsgesellschaft nicht angemessen wider. Zu diesem Ergebnis kommt die neue Studie des Mercator Forum Migration und Demokratie, die im Auftrag der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Annette Widmann-Mauz, verfasst wurde.

Der Studie zufolge finden zentrale Etappen der jüngeren deutschen Migrationsgeschichte – von der Gast- und Vertragsarbeiteranwerbung in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts über die Zuwanderung von sog. Spätaussiedlern bis hin zur Fachkräftemigration – nur selten Erwähnung. Dagegen werden Migrationsphänomene oft mit krisenhaften Entwicklungen wie Flucht und Vertreibung verknüpft. Damit steht die Darstellung der Migration und Integration in den Lehrplänen nicht im Zeichen gesellschaftlicher Normalität. Auch migrationsbedingte Vielfalt und Fragen nach Identität und Zugehörigkeit werden nur selten thematisiert. … weiter

Download der Studie: https://forum-midem.de/cms/data/fm/user_upload/Projekte/MIDEM_Lehrplanstudie_web.pdf


Quelle: 
www.idw-online.de
www.tu-dresden.de

Systemrelevant und prekär beschäftigt: Wie Migrant*innen unser Gemeinwesen aufrechterhalten

Bericht: Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung e. V.

Rund ein Viertel aller Menschen, die in systemrelevanten Berufen arbeiten, haben einen Migrationshintergrund – das entspricht ihrem Anteil an der erwerbstätigen Bevölkerung. In bestimmten systemrelevanten Berufen sind sie jedoch überdurchschnittlich stark vertreten. Das gilt insbesondere für den Dienstleistungs- und Pflegebereich, für Reinigungsberufe und die Altenpflege, für Post und Zustellung sowie die Fahrzeugführung im Straßenverkehr. Co-Autorin Dr. Sabrina Mayer: „In systemrelevanten Berufen sind aber gerade Migrant*innen häufiger prekär beschäftigt. Das ist eine gesellschaftliche Schieflage“. … weiter


Quelle:
www.idw-online.de
www.dezim-institut.de

25 Jahre Interkulturelle Wochen in Ansbach

Ein Plädoyer für die Vielfalt

2018 findet zum 25. Mal die Interkulturelle Woche (IKW) in Ansbach statt. In Zeiten eines rechten Populismus, einer zunehmenden Ausländerfeindlichkeit und einer abnehmenden Toleranz in einigen Teilen der Bevölkerung bezieht der Integrationsbeirat der Stadt Ansbach Stellung. Es geht um die Bedeutung der kulturellen Vielfalt und um die Durchführung der Interkulturellen Woche.

Iryna Savchenko und Barbro Duensing haben zunächst einen Werkstattbericht des Integrationsbeirats verfasst, der verschiedene Gedanken über die bisherige und zukünftige Praxis der IKW formuliert: Was ist bisher gut gelaufen? Was weniger? Stimmen die Rahmenbedingungen? Passt die kulturelle Vielfalt? Wie steht es um die Kooperation mit anderen Vereinen und Verbänden? Warum war es wichtig, die IKW jedes Jahr zu veranstalten?

Im Anschluss daran veröffentlichen wir ein Plädoyer von Iryna Savchenko für die Vielfalt der Interkulturellen Wochen.

Beide Texte zeigen, wie lebendig, engagiert und demokratisch in Ansbach über die IKW diskutiert wird. Wir würden uns freuen, wenn sie zu weiteren Diskussion führen würden und vielleicht auch helfen, die Bedeutung der IKW in Ansbach Stadt und Land weiter zu erhöhen. … lesen


 → Iryna Svchenko hat auch eine Präsentation verfasst, die im päd. Online-Magazin “AUSWEGE” veröffentlicht wurde: Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund als Multiplikatoren in der integrativen Arbeit

Bildungsgewerkschaft GEW fordert ein sofortiges Ende der Ausgrenzung von geflüchteten Kindern mit Behinderungen!

Mitteilung: GEW Bayern

Kinder wie alle Menschen mit und ohne Behinderungen haben gleiche Rechte und dürfen nicht diskriminiert werden, nimmt man die UN Behindertenrechtskonvention ernst. Zudem hat jedes Kind mit Behinderungen ein Recht auf eine aktive Teilnahme am Leben der Gemeinschaft und ein Recht auf angemessene Betreuung. So will es Art. 23 der UN Kinderrechtskonvention, die Deutschland 2004 ratifiziert hat. „In Bayern scheint das Kinderrecht nicht zu kümmern“, kritisiert Gewerkschaftssekretär Mario Schwandt von der Bildungsgewerkschaft GEW Bayern und ergänzt: „Die Diskriminierung von Geflüchteten im Bayerischen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetz, kurz BayKiBiG, ist umgehend zu ändern!“ Weiterlesen

Die GEW Bayern fordert ein Ende der Einschränkungen des Rechts auf Bildung für Flüchtlinge, besonders in den Abschiebelagern des Freistaats

Mitteilung: GEW Bayern

Der Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft GEW Bayern, Anton Salzbrunn, stellte am 20.12. in München angesichts der aktuellen Proteste im Transitlager Deggendorf klar: “Das Recht auf Bildung ist unteilbar. Dieses Grundrecht gilt nicht nur für Deutsche oder anerkannte Flüchtlinge, es gilt für alle Menschen! Kindern und Jugendlichen dies vorzuenthalten, wie es die bayerische Staatsregierung in den Abschiebelagern Manching/Ingolstadt, Bamberg oder Deggendorf tut, ist schlicht verantwortungslos.” Weiterlesen

… zum Entwurf eines bayerischen sogenannten Integrationsgesetzes

Bernhard Baudler von der GEW Bayern kritisierte bei der Kundgebung in München “Lauter sein gegen Rassismus” am 21.3.2016 den Entwurf des Bayerischen Integrationsgesetzes:

http://www.youtube.com/watch?v=3N0elqOxBPo


Siehe auch den Artikel auf der Seite der GEW Ansbach “Redebeiträge anlässlich der Aktion „LAUTER sein gegen Rassismus“ in Ansbach – 21.3.2016

Inklusion ist etwas anderes!

GEW Bayern zum angekündigten Gesetzentwurf

Mitteilung: GEW Landesvorstand Bayern

Die GEW ist enttäuscht über die gestern veröffentlichte Ankündigung einer Gesetzesänderung zum Thema „Inklusion“, die auf einem parteiübergreifenden Kompromiss besteht. Nach wie vor wird der Begriff „Integration“ durch den Begriff „Inklusion“ ersetzt.

Dazu Gele Neubäcker, Vorsitzende der GEW Bayern: „Faktisch sehen wir allenfalls eine marginale Verbesserung des Status Quo. Das Recht der Eltern, ihr „behindertes“ Kind an der Regelschule anzumelden, bleibt weiter eingeschränkt. Das „Kindeswohl“, das nie eindeutig zu definieren ist, und der Haushaltsvorbehalt können Integration nach wie vor verhindern. Zwei Jahre lang jeweils hundert zusätzliche LehrerInnenstellen für über 4.000 staatliche Schulen in Bayern sind nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein.“

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