11. Mai 2020 · Kommentare deaktiviert für Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch 25: Zeit der Monster · Kategorien: Meinungen und Kommentare · Tags: , ,

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Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch 25

Zeit der Monster

Gelegentlich erzählte Robert Walser seinem Vormund Carl Seelig auf ihren gemeinsamen Wanderungen von seinem Spitalaufenthalt. Einmal sagte er: „Es gefiel mir im Krankenzimmer ganz gut. Man liegt wie ein gefällter Baum da und braucht kein Glied zu rühren. Alle Wünsche schlafen wie vom Spielen müde gewordene Kinder ein.“ Wie bin ich Robert Walser für Sätze wie diese dankbar! Oder für diesen hier, der sich in den Bänden Aus dem Bleistiftgebiet findet: „Heute spielen sowohl Probleme wie hierzu passende seriöse Gesichter eine hervorragende Rolle.“

Bei der ganzen Lockerungsdebatte geht es im Kern um die Frage: Hat sich die Lage soweit entspannt, dass die Beschränkungen der Bewegungsfreiheit nicht mehr nötig sind? Oder wäre es aus epidemiologischer und virologischer Perspektive sinnvoll, den sogenannten Lockdown noch eine Zeit lang aufrechtzuerhalten? … weiter

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08. Mai 2020 · Kommentare deaktiviert für Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch 24: Die Häutung der Schlange · Kategorien: Meinungen und Kommentare · Tags: , , , ,

Tagebuch

 

Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch 24

Die Häutung der Schlange

Friedrich Hebbel notierte im August 1843 in sein Tagebuch: „Im allgemeinen haben meine Tagebücher freilich sehr geringen Wert: Zustände und Dinge kommen kaum darin vor, nur Gedanken-Gänge, und auch diese nur, soweit sie unreif sind. Es ist, als ob eine Schlange ihre Häute sammeln wollte, statt sie den Elementen zurückzugeben. Aber man sieht doch einigermaßen, wie man war, und das ist sehr notwendig, wenn man erfahren will, wie man ist.

Das ganze Leben ist ein verunglückter Versuch des Individuums, Form zu erlangen; man springt beständig von der einen in die andere hinein und findet jede zu eng oder zu weit, bis man des Experimentierens müde wird und sich von der letzten ersticken oder auseinanderreißen lässt. Ein Tagebuch zeichnet den Weg. Also fortgefahren!“ Der Abschlussaufforderung Hebbels an sich selbst werde ich mich anschließen: „Also fortgefahren!“ … weiter

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07. Mai 2020 · Kommentare deaktiviert für GEW fordert bessere Einbindung der Schulleitungen · Kategorien: Meinungen und Kommentare, Unterricht und Erziehung · Tags: , ,

Statt kurzfristiger Ankündigungen durch Pressemitteilungen sind gemeinsame Absprachen und Planung nötig!

Stellungnahme: GEW Bayern

Die Bildungsgewerkschaft GEW Bayern kritisiert die anhaltende Informationspolitik des Ministeriums. Haben die Schulen bereits die Schulschließungen Mitte März zuerst über die Presse erfahren, sind auch die weiteren Planungen zur sukzessiven Öffnung nicht rechtzeitig an die Schulen kommuniziert worden. Gerade für die Schulleitungen ein großes Problem und dazu völlig unverständlich. Weiterlesen »

06. Mai 2020 · Kommentare deaktiviert für Kultusminister Michael Piazolo kündigt Sonderregelung für Lehramtsstudierende an: erste Staatsprüfung zum Prüfungstermin Frühjahr 2020 als Freiversuch · Kategorien: Ausbildung, Studium und Referendariat, Meinungen und Kommentare · Tags: , , ,

Neue Regelung berücksichtigt Sorgen angehender Lehrerinnen und Lehrer vor Nachteilen bei Lehramtsprüfungen

Mitteilung: Kultusminister M. Piazolo

MÜNCHEN. Lehramtsstudierende in Bayern sollen bei der Vorbereitung und Durchführung der bereits verschobenen Prüfungen zum ersten Staatsexamen nicht durch die auf Grund der Corona-Pandemie verursachten besonderen Rahmenbedingungen benachteiligt werden: „Es ist mir wichtig, dass unsere angehenden Lehrerinnen und Lehrer durch diese Ausnahmesituation nicht unnötig unter Druck geraten. Deswegen möchte ich den Prüfungsteilnehmerinnen und Prüfungsteilnehmern einen Freiversuch eröffnen, also eine zusätzliche Möglichkeit zur Wiederholung der Prüfung“, betont Kultusminister Michael Piazolo heute in München. Weiterlesen »

04. Mai 2020 · Kommentare deaktiviert für Ausbildung muss trotz Corona möglich sein · Kategorien: Ausbildung, Studium und Referendariat, Meinungen und Kommentare · Tags: , , ,

Angesichts der Warnungen von DGB und DIHK vor einer Krise der Ausbildungssituation wegen Corona sagt Bernd Riexinger, Vorsitzender der Partei DIE LINKE:

“Wir dürfen nicht zulassen, dass eine ganze Generation von Auszubildenden um ihre Bildungschancen gebracht wird. Dazu müssen wir die Angebote in der außerbetrieblichen Ausbildung ausweiten und die Möglichkeit von Fernunterricht  verstärkt nutzen. Wir sollten auch überlegen, in dualen Ausbildungsgängen theoretische Teile vorzuziehen, wenn die praktische Ausbildung gerade nicht möglich ist.

Für die Übernahme von Auszubildenden insolventer Unternehmen müssen finanzielle Unterstützungen gezahlt werden.

Es muss auch in der Corona-Krise möglich sein, eine Ausbildung aufzunehmen oder erfolgreich abzuschließen.”


4.5.2020
Bernd Riexinger
www.die-linke.de

04. Mai 2020 · Kommentare deaktiviert für Miserable Zustände an der FosBos in Augsburg – ein Fake? · Kategorien: Meinungen und Kommentare, Politik und Gesellschaft, Regionales · Tags: , ,

Schüler der Berufsoberschule in Augsburg berichteten uns am 4.5.2020 per Mail von den hygienischen Mängeln an ihrer Schule in Augsburg und schickten den nachfolgenden Kurzbericht an das GEW-AN Magazin. In der Zwischenzeit tauchten allerdings Widerspüche auf. Gehört  der Bericht in die Kategorie “fake news”? Richtigstellungen befinden sich am Ende dieses Artikels:

Wir, die Schüler der Bos12, Alter Postweg 86a Augsburg, würden uns freuen, wenn auch Sie über die miserablen Zustände an unserer Schule berichten, die zu einem Eilantrag seitens Frau Kleber (Freie Wähler Augsburg) an die neue Oberbürgermeisterin geführt haben.
Auch der bayrische Rundfunk hat das Thema aufgegriffen und darüber berichtet:
www.br.de/nachrichten/bayern/desolate-zustaende-fos-bos-augsburg-braucht-dringend-hilfe,RxpQBGu
(Anm. der Red.v. 7.5.: Der Beitrag wurde in der Zwischenzeit vom BR entfernt)

Von den miserablen hygienischen Zuständen können Sie sich hier überzeugen:
www.youtube.com/watch?v=bTwByUrVkM8
(Hinweis d. Red.: Beim Aufruf des Youtube-Films können Daten durch Youtube erhoben werden.)

Bei Minute 0:30 gibt der Direktor selbst zu, dass diverse Wasserleitungen weder funktionsfähig, noch auf Grund der Roststellen reparabel sind.

Mit freundlichen Grüßen
Die Schüler der FosBos Augsburg (Alter Postweg 86a)


Fake oder nicht fake …?

7.5.2020 – In der Zwischenzeit hat sich herausgestellt, dass der Bericht offensichtlich eine Art “Fake” war. Die genannten SchülerInnen der BOS Klasse 12 in Augsburg scheinen gar nicht zu existieren und die im verlinkten Text des BR beschriebenen Zustände herrschten vor fast zwei Jahren und wurden in der Zwischenzeit behoben. Genau das wird aber in dem Bericht der angeblichen Schüler nicht erwähnt. Es handelt sich im eigentlichen Sinn also um keine Falschmeldung, sondern um eine Art negative “Stimmungsmache”, die durch Weglassen von Fakten erzeugt wurde oder werden sollte. Könnte der ganze Fall politische Hintergründe haben?

In der  Zwischenzeit liegen uns Stellungnahmen des Personalrats der BOS in Augsburg, des Schulleiters Dr. Oliver Laqua und ein neuer Film des BR vor. Laut Dr. Laqua hat auch “eine Untersuchung des Gesundheitsamtes vom 05.05.2020 ergeben, dass aus Sicht des Gesundheitsamtes die Vorgaben des Kultusministeriums zur Wiederaufnahme des Unterrichtsbetriebs mit Abschlussklassen umfänglich berücksichtigt wurden. Relevante Hygienemängel und Gründe für die Beanstandungen durch das Gesundheitsamt liegen nicht vor.

Hier können die einzelnen Richtig- bzw. Gegendarstellungen gelesen werden:

  1. Stellungnahme von Elisabeth Effenhauser, Stellvertretende Vorsitzende des Personalrats (Örtlicher Personalrat der Beruflichen Oberschule Augsburg) v. 3.5.2020
    Download der Stellungnahme des PR (pdf-Datei)
  2. Ein Brief von Dr. Laqua an die Augsburger Oberbürgermeisterin Weber
    Download des Briefes von Dr. Laqua an die Oberbürgermeisterin Weber (pdf-Datei)
  3. Eine Gegendarstellung von Dr. Laqua am 4.5.2020 auf den Artikel in der AZ „Corona: Schüler beklagen Sicherheitsmängel“
    Download der Gegendarstellung durch Dr. Laqua (pdf-Datei)
  4. Ein Filmbericht des BR über die Augsburger FOSBOS vom 05.05.2020 – beginnend ab Minute 3:09
      https://www.br.de/mediathek/video/abendschau-der-sueden-05052020-zahnbehandlung-fuer-corona-patienten-baeche-in-gefahr-neue-fenster-fuer-altes-kloster-av:5e731ff3691de70013ec7cc0 .

Wir hoffen, dass damit alle Falschdarstellungen über die FOSBOS Augsburg in der nächsten Zeit richtiggestellt werden können.

 

02. Mai 2020 · Kommentare deaktiviert für Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch 23: Der Kirchturm ist weg · Kategorien: Meinungen und Kommentare · Tags: , , , , , ,

Tagebuch

 

Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch 23

Der Kirchturm ist weg

Die meisten Menschen, sagte sie,
können der Wahrheit nicht ins Gesicht sehen.
Das ist sehr schlecht, denn sie geht davon nicht weg.“
(John Berger: Hier wo wir uns begegnen)

In dem schon angesprochenen Buch des britischen Autors Neil Ansell, der in der Nachfolge von Thoreau fünf Jahre in den walisischen Wäldern gelebt hat, bin ich auf eine Passage gestoßen, in der es um ein Thema geht, mit dem ich mich in letzter Zeit intensiv beschäftige habe: Mobilität. Und dem Zeitrhythmus, in dem sich das Leben abspielt und bewegt. Er beschreibt sein Leben im Cottage so: „Tagsüber verbrachte ich den Großteil meiner Zeit damit, meine Umgebung zu erkunden. Obwohl ich bei meinen Streifzügen gelegentlich auch etwas weiter vordrang, war das, was ich mein Heim nannte, im Grunde die Strecke, die ich zu Fuß vom Cottage und wieder zurück an einem Tag bewältigen konnte. Deshalb war mein Heim, mein Heimatgebiet, logischerweise im Sommer größer und im Winter kleiner und bestand grob gerechnet aus einem Umkreis von acht Kilometern um das Cottage herum.“

So verliefen seine Tage. Er führte ein einfaches Leben, das dem Rhythmus der Natur folgte statt den Anforderungen und Erwartungen anderer Menschen oder dem immer gleichen Rhythmus der entfremdeten Arbeit. … weiter

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Alle bisherigen Texte von Götz Eisenberg im Magazin Auswege

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01. Mai 2020 · Kommentare deaktiviert für „Bankkredit treibt junge Menschen in Studienabbruch“ · Kategorien: Ausbildung, Studium und Referendariat, Meinungen und Kommentare · Tags: , , , ,

Bildungsgewerkschaft GEW kritisiert Überbrückungshilfe der Bundesregierung als unzureichend

Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat den Plan der Großen Koalition, in Not geratenen Studierenden durch einen Bankkredit zu helfen, als unzureichend kritisiert. „Wir sind erleichtert, dass die Bundesregierung endlich tätig wird und zumindest über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für ein Jahr eine Überbrückungshilfe in Höhe von bis zu 650 Euro monatlich anbietet.

Das ist ein Strohhalm, nach dem viele Studierende greifen werden, die in der Corona-Krise ihre Jobs verloren haben und auch beim BAföG leer ausgehen. Es ist aber falsch, die Studierenden in der Not zu zwingen, einen Schuldenberg von über 7.000 Euro anzuhäufen.

Wie bei der Soforthilfe für Selbstständige und Unternehmen sollte auch die Soforthilfe für Studierende ein Zuschuss sein, der nicht zurückgezahlt werden muss. Ansonsten besteht die Gefahr, dass viele junge Menschen in den Studienabbruch getrieben werden. Dadurch verschärft sich der Fachkräftemangel in vielen Bereichen, nicht zuletzt im Bildungs- und Gesundheitsbereich“, sagte Andreas Keller, stellvertretender GEW-Vorsitzender und Vorstandsmitglied für Hochschule und Forschung, am 30.4. in Frankfurt a.M.


30.4.2020
Ulf Rödde
Pressesprecher
GEW-Hauptvorstand
gew.de