Mentoring stärkt Bildungschancen von sozial benachteiligten Kindern
Bericht: Universität zu Köln
Kinder aus weniger privilegierten Familien besuchen in Deutschland nach der Grundschule trotz gleicher Leistungen seltener das Gymnasium. Eine Studie des Exzellenzclusters ECONtribute der Universitäten Bonn und Köln zeigt: Gezieltes Mentoring kann diese Lücke verringern / Veröffentlichung im „Journal of Political Economy“
Die soziale Herkunft entscheidet nach wie vor stark über den Bildungsweg von Kindern in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Exzellenzclusters ECONtribute der Universitäten Bonn und Köln. Das Forschungsteam, bestehend aus Professorin Dr. Pia Pinger (Universität zu Köln), Professor Dr. Armin Falk (Universität Bonn) und Professor Dr. Fabian Kosse (Universität Würzburg), hat herausgefunden, dass der sozioökonomische Status der Eltern eine entscheidende Rolle bei der Wahl der weiterführenden Schule spielt. In den meisten Bundesländern treffen die Eltern diese Entscheidung am Ende der vierten Klasse, zuvor spricht die Grundschule eine Empfehlung aus. Die Ergebnisse der Studie „Mentoring and Schooling Decisions: Causal Evidence“ sind in der Fachzeitschrift Journal of Political Economy erschienen. Weiterlesen
30 Prozent der in Deutschland lebenden Kinder haben mindestens ein Elternteil mit eigener Migrationserfahrung. Auch ein Teil von ihnen würde von der derzeit diskutierten Reform des Staatsangehörigkeitsgesetzes profitieren. Analysen zu den Wirkungen früherer Reformen des Staatsangehörigkeitsrechts geben nämlich Hinweise darauf, dass die Einführung des Geburtsortsprinzips beim Erwerb der Staatsangehörigkeit die Bildungschancen der davon betroffenen Kinder begünstigt hat. So zeigen neue Berechnungen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB), dass sich mit dem Erlangen der deutschen Staatsangehörigkeit bei Geburt sowohl Bildungserwartungen als auch schulische Leistungen von Kindern ausländischer Eltern erhöhen können. …
Frankfurt a.M. – Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat mit Blick auf die veröffentliche Inklusions-Studie von Nicole Hollenbach-Biele und Klaus Klemm die Politik gemahnt, „ihre Anstrengungen für ein inklusives Bildungs- und Gesellschaftssystem zu verstärken“. „Die Kultusministerinnen und -minister müssen gemeinsam Standards und Konzepte für die inklusive Bildung entwickeln und die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention, die Deutschland ratifiziert hat, endlich ernst nehmen. Das heißt konkret: die materiellen, personellen und rechtlichen Rahmenbedingungen für eine gelingende Inklusion zu schaffen und flächendeckend inklusive Fortbildung und Schulentwicklung anzubieten“, sagte Ilka Hoffmann, GEW-Vorstandsmitglied Schule, am Donnerstag in Frankfurt a.M. „Demokratie heißt Partizipation und gleiche Rechte für alle Menschen. Demokratie und Inklusion gehören zusammen. Der Blick auf die Bildungspolitik allein vom Abitur aus, geschmückt mit einzelnen ‚Förderbonbons‘, ist im Kern nicht demokratisch.“