Wider den Kulturimperialismus

Diagnose und Therapie der bayerischen Bildungspolitik

von Hans Wocken

Das Grundübel der bayerischen Bildungspolitik lässt sich auf einen einzigen Begriff bringen: Kulturimperialismus. Kulturimperialismus will heißen, dass eine herrschende Gruppe ihre eigene Kultur, also bestimmte Lebensformen, Verhaltensweisen und Wertvorstellungen anderen Menschen ohne deren Einwilligung aufzwingt und vorschreibt. Dem „Kreuz-Befehl“ (Prantl 2018) von Ministerpräsident Söder folgend werden in öffentlichen Gebäuden Bayerns die Kreuze aufgehängt, ob es den Andersdenkenden gefällt oder nicht.

In der Bildungspolitik pflegt die machthabende christlich-soziale Bildungsadministration seit Jahrzehnten einen politischen Stil, der ohne alle Umschweife als intoleranter Kulturimperialismus bezeichnet werden kann. Der bayerische Kulturimperialismus setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: An erster Stelle steht die orthodoxe Ideologie des gegliederten Schulwesens, und diese wird zweitens umgesetzt und realisiert durch eine rigide, zentralistisch und hierarchisch organisierte Schulverwaltung…. weiter


frühere Artikel von Hans Wocken im Gewerkschaftsmagazin


Bild von EM80 auf Pixabay

 

Der Weg zu A13/E13 für Grund- und Mittelschullehrkräfte ist nun frei – Vieles bleibt dennoch offen!

Bildungsgewerkschaft GEW zur Regierungserklärung von Ministerpräsident Söder

Mitteilung: GEW Bayern

Mit den heutigen Aussagen des Bayerischen Ministerpräsidenten, Dr. Markus Söder, zur künftigen Politik der „Bildungskoalition“ von CSU und Freien Wählern sieht die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft ihre seit langem erhobene Forderung für gleiche Bezahlung auch für Grund- und Mittelschullehrkräfte endlich auf den Weg gebracht. Weitere Aussagen kann die GEW leider nicht so positiv bewerten. Weiterlesen

Unzufriedenheit (nicht nur) mit dem G 8 – immer mehr Eltern stimmen mit den Füßen ab!

Mitteilung: GEW Landesverband Bayern

Keine weiteren Reformen an bayerischen Schulen und ein Ende der Schulstrukturdebatte -“ – das hätte die Staatsregierung gerne. „Diese Wünsche werden sich jedoch nicht erfüllen“, so Gele Neubäcker, Vorsitzende der GEW Bayern, „denn die Diskussion ist bereits wieder voll im Gang und es gibt viel zu tun.“ Kleinere Gymnasien, Grund-, Mittel- und Förderschulen bangen z. T. um ihre Existenz.

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Drohende Mittelschulschließungen dokumentieren das Scheitern der bayerischen Bildungspolitik

dgb.gifWeiterentwicklung zu Gemeinschaftsschulen sichert Standorte und fördert Kinder

Mitteilung: DGB Bayern

Die drohende Schließung von 149 Mittelschulen insbesondere im ländlichen Raum dokumentiert für den DGB Bayern das Scheitern der bayerischen Bildungspolitik. Matthias Jena, Vorsitzender des DGB Bayern, kommentiert: "Statt beherzt die Schulpolitik zu modernisieren und eine echte individuelle Förderung der Schüler umzusetzen, will die Staatsregierung um jeden Preis das zergliederte Schulsystem erhalten. Die vereinzelten und unbeholfenen Maßnahmen der Staatsregierung dienen weniger dem Wohl der Schüler als dem Erhalt des Systems." Dazu zählen Modellprojekte wie verstärkte Kooperationen von Mittel-, Real- und Wirtschaftsschulen sowie "Feigenblatt-Projekte" unter der Überschrift individuelle Förderung.

Der DGB Bayern fordert ein Ende dieser zahlreichen Modellprojekte im Bereich der Schulpolitik. Jena: "Wir wollen eine wohnortnahe Schule, in der alle Kinder gemeinsam lernen und den ganzen Tag individuell gefördert werden. Die Weiterentwicklung von Mittel- und Realschulen zu Gemeinschaftsschulen ist dafür der nächste Schritt. Vor allem im ländlichen Raum sichert dies Schulstandorte und vermeidet noch längere Schulwege." Ohne solche echte Reformen werde es auch in Zukunft keinen Schulfrieden geben.

PM v. 4.6.2013 – www.dgb.de

Bayern isoliert sich schulpolitisch immer mehr!

GEW Bayern zu den schulpolitischen Entwicklungen in Baden-Württemberg

Mitteilung: GEW Bayern

Nun plant auch Baden-Württemberg, was in den meisten Bundesländern längst diskutiert und in einigen (z. B. Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen) bereits umgesetzt ist: Die Einführung von StufenlehrerInnen anstelle der schulartspezifischen LehrerInnenbildung.

Künftig, so empfiehlt eine Expertenkommission, soll es Lehrkräfte für die Grundschule (Klassen 1 bis 4), für die Sekundarstufe I (Klassen 5 bis 10) und für die Sekundarstufe II (Klassen 11 bis 12 bzw. 13) geben. Alle werden in einem mindestens fünfjährigen Studium an Hochschulen ausgebildet und gleich eingruppiert. Auch die Gemeinschaftsschule, die es in etlichen Bundesländern längst gibt, wird in Baden-Württemberg schrittweise eingeführt. … weiter

Bayern: Frühe Aufteilung von Haupt- und Realschülern führt zu sinkenden Schulleistungen

dokument.gifWie wirkt sich eine frühzeitige Differenzierung innerhalb des Schulsystems auf die Leistungen der Schülerinnen und Schüler aus? Eine Analyse von Marc Piopiunik (ifo Institut München) ergab: Die schulischen Leistungen gingen in beiden Schulzweigen zurück.
(Ein Downloadlink zur Analyse befindet sich am Ende dieser Mitteilung)

Mitteilung: ifo Schnelldienst 3/2013

Während zahlreiche europäische Länder in den letzten Jahrzehnten Schulsysteme einführten, die ein längeres gemeinsames Lernen vorsehen, ging Bayern im Jahr 2000 mit der flächendeckenden Einführung der sechsstufigen Realschule den entgegengesetzten Weg. Statt wie zuvor nach der sechsten Klasse wurden Haupt- und Realschüler nunmehr schon nach der vierten Klasse aufgeteilt. Eine aktuelle Studie des ifo Instituts zeigt, dass die Reform zu einem Rückgang der schulischen Leistungen sowohl unter Haupt- als auch Realschülern geführt hat. Insbesondere nahm die Anzahl leistungsschwacher Schüler in der Hauptschule zu.

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