Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 94: Fieberkranke Identitäten

Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 94
Fieberkranke Identitäten
„Die Leiche der Sowjetunion ist zum Leben erwacht und erschreckt als Zombie die Russen und die ganze Welt.“
(Wladimir Sorokin)
Für heute war mit großem Aplomb auch hier in Gießen eine gemeinsame Aktion von Fridays for Future und der Gewerkschaft Verdi für einen besser ausgestatteten Öffentlichen Nahverkehr und Umwelt- und Klimaschutz angekündigt. Wer gehofft hatte, die Mobilisierung von der großen Demonstration gegen Rechts von Ende Januar würde sich wiederholen, sah sich bitter enttäuscht. Das Großereignis war offenbar einmalig und ist nicht nicht wiederholbar. Es stahlt nicht auf andere Politikfelder ab und das punktuelle Engagement lässt sich nicht auf Dauer stellen. Als ich um 16 Uhr vor den Rathaus eintraf, wo die heutige Demo ihren Ausgang nehmen sollte, verloren sich vielleicht hundertfünfzig oder zweihundert Leute auf dem weiten Platz. Die Organisatoren kämpften noch mit der Technik. Als diese funktionierte, erklang laute Bumsmusik, ohne die nichts mehr zu gehen scheint. Es waren die versammelt, die immer dabei sind: die unvermeidlichen „Omas gegen Rechts“, die stadtbekannten Klima- und Verkehrswende-Aktivisten und ein paar junge Leute aus dem Umfeld von Fridays for Future. Zusätzlich einige altlinke Rentner wie ich, die etwas verloren herumstanden und darauf warteten, dass es endlich losgehen würde. Ich ersparte mir die Warterei, bestieg mein Rad und fuhr nach Hause. Mein lebensgeschichtliches Soll an Demonstrationen habe ich längst erfüllt. … weiter
(Hinweis: Der Link führt seit Nummer 66 auf die eigene Seite der durchhalteprosa.de )
Clipart oben links von OpenClipart-Vectors auf Pixabay
Bild von Filmbetrachter auf Pixabay
☛ Alle bisherigen Texte von Götz Eisenberg im GEW-MAGAZIN
„Seit Beginn des Jahres 2019 demonstrieren bei den Globalen Klimastreiks u.a. auch bayerische GEW-Kolleg*innen, Schüler*innen, Eltern und Großeltern für mehr Klimaschutz. Die Klimakrise verändert bereits jetzt in vielen Ländern die Lebensbedingungen dramatisch. Die GEW Bayern stellt sich als Bildungsgewerkschaft ihrer bildungspolitischen und gesellschaftlichen Verantwortung und teilt die Forderungen von „Fridays for Future“. Angesichts von Klimakrise, Artensterben und Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen fordert die GEW auch anlässlich der bayerischen Landtagswahl „Globales Lernen“ in das Zentrum von Bildung und Ausbildung zu stellen.“
„Die Literatur: ein Kolibri in der Maschinenhalle, flüchtig, schön und ohne Zweck. Und doch entzündet sich die Sehnsucht daran, es möge mehr als nur Maschinenhallen geben.“
Am 23.10.2022 sendete das ZDF das 43-minütige Interview: „Richard David Precht trifft die Klimaaktivistin Luisa Neubauer. Sie sprechen über Moral, Krieg und Klimaschutz. Und darüber, wie man optimistisch bleibt in schweren Zeiten.“
Entfremdung zweiten Grades
Fridays for Future – Keine Akzeptanz fürs „Klimapäckchen“ und die Antwort der Politik