Ein Narr seiner Klasse
Der Kommentar zum Zeitgeschehen
von Jürgen Scherer*
Es ist nicht überliefert, dass es im Gefolge des bekanntesten Narren des 16.Jhd., der mit Namen tatsächlich Claus Narr hieß, und am Hofe der sächsischen Kurfürsten sein „Un/wesen“ treiben durfte, damals eine Narrengilde gegründet wurde. Wohl aber agieren Narren, manchmal ohne es zu wissen, nach seinem Namen und Vorbild.
Narren waren jeweils „Ich AGs“, auf sich allein gestellt: Possenreißer, Schelme, Fürstenflüsterer, Volksaufklärer, Dummschwätzer, Deppen, Vollidioten oder auch Cassandra-Nachfolger; alles in allem also eher ein Außenseiterleben, möglichst nach eigenem Gusto, mit allen Risiken, die das Leben so mit sich bringt: Von höchster Anerkennung bis zum tiefsten Fall. Eine schillernde Spezies Mensch!
In dieser Riege wird von vielen auch der derzeit mächtigste Mann der Welt verortet: Donald Trump, der wie ein völlig außer Rand und Band geratenes Rumpelstilzchen die Welt nach Gutsherrenart beackern will, quasi (t)rumpelnarrisch! … weiter
*Jürgen Scherer ist ehemaliger Lehrer für Geschichte und Politik an einer hessischen Gesamtschule und GEW-Mitglied. Er schrieb früher für das Magazin Auswege, jetzt für das GEW-MAGAZIN.


Die ärztliche Friedensorganisation IPPNW mahnt anlässlich der aktuellen Ereignisse in den USA, dass niemand die Macht haben sollte, einen Atomkrieg zu starten. Die IPPNW appelliert erneut an die Bundesregierung, dem UN-Vertrag für ein Verbot von Atomwaffen beizutreten, das am 22. Januar in Kraft tritt und von einer Mehrheit der Staatengemeinschaft unterstützt wird. „Erst wenn alle Atomwaffen abgeschafft sind, ist die Menschheit sicher vor unberechenbaren Präsidenten, Unfällen oder Atomkriegen aus Versehen. Das Verhalten von Donald Trump sollte jedem die Gefahr vor Augen führen, die davon ausgeht, dass der US-Präsident die alleinige Autorität besitzt, über den Einsatz von Atomwaffen zu entscheiden“, erklärt Inga Blum, IPPNW-Vorstandsmitglied.
Wahlprozess in den USA einen halbwegs glimpflichen Ausgang zu finden. Bleibt abzuwarten, was Trump noch an vergifteten Pfeilen im Köcher hat. Narzissten seines Kalibers treten nicht einfach so zur Seite und verschwinden lautlos und übergeben das Weiße Haus besenrein an ihren Nachfolger. Sie haben eine Tendenz, ihren Abgang in ein großes finales Feuerwerk zu verwandeln. Ich sagte das bereits verschiedentlich. Was bleibt, ist die Tatsache, dass Trump von über siebzig Millionen Amerikanern und Amerikanerinnen zum zweiten Mal gewählt worden ist. …
In Hamburg hat am 4. Oktober, also fast auf den Tag genau ein Jahr nach dem Anschlag von Halle, ein 29-jähriger Mann vor einer Synagoge mit einem Klappspaten auf einen jüdischen Studenten eingeschlagen. Das Opfer erlitt erhebliche Kopfverletzungen. Der Täter ist ein sogenannter Deutschrusse, trug eine Bundeswehruniform und führte in der Hosentasche ein selbst gemaltes Hakenkreuz mit sich. Ich vermute, dass der Mann nicht nur den Klappspaten und die Uniform, sondern auch seine politische Prägung von der Bundeswehr bezogen hat.