Götz Eisenbergs Durchhalteprosa 2

Leben im Universum des Lärms

„Menschen sind wir, Menschen!
Schlecht und gut! Gut und schlecht!
Nichts anderes als Menschen.“
(Joseph Roth)

Ein im Rollstuhl sitzender Bettler rollt auf einen Mann zu, der an einem Stehtisch vor einer Bäckerei einen Kaffee trinkt. Ob er ein bisschen Kleingeld oder Zigaretten für ihn habe. Der Mann sieht zu ihm hin und sagte: „Meine Frau gibt dir immer etwas, Das is sone kleine Blonde, die sieht dich oft und gibt dir jedes Mal etwas.“ „Is gut, grüß sie schön und vielen Dank auch“, sagt der Bettler und rollt weiter. Ich höre ihn vor sich hinbrubbeln: „Ich glaub dem kein Wort, dem alten Geizkragen. Der hat wahrscheinlich gar keine Frau.“

Ein paar Meter weiter hat jemand mit schwarzem Filzstift auf die Rückseite eines der letzten Briefkästen geschrieben: Unsere Realität macht krank.

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21. Mai 2020 · Kommentare deaktiviert für Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch 28: Der Wert des Menschen · Kategorien: Meinungen und Kommentare · Tags: , , , , , , , , ,

Tagebuch

 

Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch 28

Der Wert des Menschen

In Verlängerung der Thesen von Michel Houellebecq (siehe Teil 27) könnte man sagen, dass auch das Maskentragen und vor allem das Geschehen unter den Masken eigentlich nichts Neues ist. In den Echokammern und Filterblasen, in denen sich eine gleichgeschaltet-aufgeregte Pseudo-Öffentlichkeit seit Jahren eingeschlossen hat, atmen deren Bewohner permanent ihre eigenen toxischen Exhalate von neuem ein. Die Leute schaffen sich ihre eigenen Parallelwelten, in denen sie unter sich bleiben und kommunikative Inzucht treiben.

„Genauso isses!“, ruft der Facebook-Nutzer aus, wenn ihm seine eigene Meinung tausendfach als Echo entgegenschallt. Jens Berger schrieb schon vor etlichen Jahren, die zeitgenössische Form des Stammtisches seien die sozialen Netzwerke. Unter Gegenöffentlichkeit hatten wir uns 68ff eigentlich etwas anderes vorgestellt. … weiter

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25. April 2020 · Kommentare deaktiviert für Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch 21: Das Quaken der Frösche im Teich · Kategorien: Meinungen und Kommentare, Politik und Gesellschaft · Tags: , , , , , , ,

Tagebuch

 

Götz Eisenbergs Corona-Tagebuch 21

Das Quaken der Frösche im Teich

„Er glich dem Blatt,
das ein Knabe mit der Rute
vom Zweig herunterschlägt,
weil es ihm als Vereinzeltes auffällt.“
(Robert Walser)

Ich sitze auf meinem angestammten Baumstamm und lese. Vor mir gründeln nun zwei Schwäne. Die Jungen scheinen geschlüpft und die Schwanenmutter, vom Brüten befreit, kann sich endlich wieder bewegen und selbst versorgen. Wie auf ein geheimes Signal hin fangen plötzlich die Frösche an zu quaken, alle auf einmal. Sie veranstalten ein unglaubliches Konzert. Ebenso unvermittelt, wie es begonnen hat, hört es auch wieder auf, und es ist danach plötzlich umso stiller.

Wann bekommen die Küken den ersten Schwimmunterricht? Mitunter transportieren Schwanenmütter ihre Jungen zunächst eine Weile auf ihrem Rücken, um sie an das neue Element zu gewöhnen. … weiter

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Das Konzept der Gewaltfreien Kommunikation kann die Welt verändern

von Kerstin Chavent

Gewalt beginnt im Kopf. Sie äußert sich nicht nur in Taten, sondern auch in Worten. Im letzten Jahrhundert entwickelte der Psychologe Marshall Rosenberg ein Konzept, nach dem wir lernen können, friedlich miteinander umzugehen: die „Gewaltfreie Kommunikation“. Das ist nicht nur etwas für verzweifelte Eltern und zerstrittene Freunde, Partner, die sich nicht mehr verstehen und Kollegen, die nicht mehr zusammen arbeiten können. Gewaltfreies Kommunizieren ist etwas, womit der Frieden in der Welt wiederhergestellt werden kann. Es braucht dafür nur vier Schritte. … weiter


Der Text wird unter der Creative Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 4.0 veröffentlicht.
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Studie zeigt Einfluss von Einkommen und Bildung auf Gefühl der Wertschätzung in Deutschland

Mitteilung: Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

93 Prozent der Menschen in Deutschland fühlen sich in ihrem Alltag wertgeschätzt, Geringschätzung erfahren deutlich weniger – jedoch immer noch jeder Zweite (52 Prozent). Die meisten Menschen erfahren Wertschätzung vor allem in der Familie und im Freundeskreis, wohingegen Erfahrungen der Geringschätzung eher in öffentlichen Bereichen, wie zum Beispiel dem Arbeitsplatz, gemacht werden.

Ostdeutsche und Westdeutsche fühlen sich im Alltag gleichermaßen wertgeschätzt, große Unterschiede bestehen aber nach Einkommen, Bildung und Erwerbsstatus. … weiter


Die Studie, die in der renommierten Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie erschienen ist, kann kostenfrei heruntergeladen werden: http://link.springer.com/article/10.1007/s11577-019-00640-8
Der Downloadbutton befindet sich rechts oben auf der Seite.


Quelle:
www.idw-online.de
www.uni-magdeburg.de